Montag, 9. März 2026

[Rezension] Montcrest University von Laurie Harmening

Autorin: Laurie Harmening
Verlag: Cove
496 Seiten
Originalsprache: Deutsch
Kategorie: Urban Fantasy/ Dark Academia
1. Band einer Dilogie
Paperback 17,00€ (D), E-Book 12,99€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Cove Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Willkommen an der Montcrest University – einer geheimen Eliteakademie, tief verborgen in den schneebedeckten Schweizer Alpen. Abseits der sterblichen Welt studieren hier die Erben der versiegelten Unterwelt: Dämonen und Schattenengel, die darauf vorbereitet werden, die Menschheit mit Sünde und Tod zu überziehen.  

Grace Blackmore, Einzelgängerin, Schattenengel und Tochter ehrgeiziger Eltern, will nur eines: an der Spitze stehen. Doch an der Montcrest University entscheidet nicht Talent, sondern die Blutlinie über deinen Platz in der Rangordnung. Und ganz oben befindet sich Isak Volstrom, Montcrests mächtigster Dämon. Der Gebieter über Gedanken und Gefühle ist es gewohnt, alle zu beherrschen, nur ausgerechnet Grace entzieht sich seiner Kontrolle. Als die Universität ihren fünf besten Studierenden die einmalige Chance bietet, in die Hölle hinabzusteigen, entbrennt ein erbitterter Wettstreit um die begehrten Plätze. Die Rivalität zwischen Isak und Grace wird nahezu tödlich. Aber die Anziehung ist es auch … 

(Quelle: Carlsen.de/ März 2026)



Das Buch ist einfach nur eine Augenweide, ich liebe das Dunkelgrün mit den goldenen Akzenten, das in Kombination ein sehr edles Aussehen macht und auch die Dark Academia Stimmung gut einfängt. Wer Glück hatte und noch den goldenen Farbschnitt in der ersten Auflage ergattert hat, hat wirklich ein Gesamtkunstwerk.



Die Idee einer elitären Bösewichtakademie finde ich wunderbar. Laurie Harmening hat hier definitiv Kreativität bewiesen und eine unfassbar spannende Ausgangssituation geschaffen. Auch das Setting in den Schweizer Alpen ist clever gewählt und kommt sehr gut rüber, besonders in den Abschnitten, wo es um Skifahren geht, wurde uns die Landschaft näher gebracht. Insbesondere am Anfang mochte ich auch die Beschreibungen der Akademie sehr gerne, die eine schöne Atmosphäre schaffen.
Hinsichtlich des Unterrichts und der gesamten Akademie des Bösen hätte ich mir jedoch mehr Tiefgang erhofft, ich hätte gerne häufiger am Unterricht teilgenommen und verstanden, wie die spannend klingenden Schulfächer denn genau ausgestaltet werden, dadurch kam mir das Akademiefeeling hier etwas zu kurz.

Der Schreibstil der Autorin ist locker und passt hervorragend zur Geschichte, besonders für einen Debüt finde ich ihren Schreibstil wirklich gelungen.

Der Plot war an sich spannend, hatte für mich aber einige Längen. Leider fand ich auch die gesamte Storyline recht vorhersehbar und es gab nicht wirklich einen Plottwist. Der gesamte Handlungsstrang um die Höllenflamme und was damit passiert hat mich leider nicht ganz so catchen können wie andere Aspekte der Akademie, die ich gerne ausdifferenzierter erfahren hätte.
Auch die Wesen der Dämonen und Schattenengel, die hier im Fokus stehen, hätten gerne noch mehr Raum einnehmen können. Hier fehlt es für meinen Geschmack ein bisschen an Worldbuilding. Dafür fand ich einige spicy Szenen dann etwas deplatziert, die hätten gerne weggelassen oder kürzer gefasst sein können.

Mit Isak und Grace haben wir zwei sehr eigenwillige Protagonisten, die man wahrscheinlich gar nicht mögen soll, das hat bei mir auf jeden Fall funktioniert. Auch wenn Grace nach und nach eine etwas weichere Seite zeigt, konnte ich bis zum Ende mit beiden nicht so richtig eine Verbindung aufbauen. Die Autorin hat beiden eine spannende Hintergrundstory gegeben und auch die Motive, warum sie so handeln, wie sie handeln, konnte ich nachvollziehen, aber dennoch fand ich die beiden nicht so richtig greifbar, beziehungsweise kam die Charakterentwicklung erst am Ende ins 
Rollen.
Ähnlich erging es mir mit den Nebenfiguren, außer Tereza konnte ich niemanden so richtig greifen und auch die Clique der Sinner ist leider etwas blass geblieben, obwohl in den Figuren Potenzial steckte.

Leider war mir der letzte Abschnitt viel zu schnell abgehandelt, da die gesamte Handlung auf die Reise in die Hölle hinausläuft, die dann aber sehr schnell und kurz beschrieben wird. Deswegen hat mich die Geschichte am Ende leider verloren und nach aktuellem Stand möchte ich Band 2 nicht lesen. Dennoch finde ich, es handelt sich um ein gelungenes Debüt und ich würde noch mal etwas aus Laurie Harmenings Feder lesen, da mir ihr Schreibstil sehr gut gefallen hat.



Montcrest University ist ein gelungenes Debüt mit einer sehr starken Ausgangsidee. In der Umsetzung haben sich für mich ein paar Schwächen gezeigt, darunter einige Längen im Erzähltempo und die etwas oberflächlichen Figuren. Dennoch erkennt man definitiv Potenzial und ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.





Alles Liebe