Samstag, 18. Januar 2020

[Neuzugänge] Eine Geschichte des Barney Kettles basiert in der stillen Nacht für immer auf Montagen

Hallo ihr Lieben,

so langsam wird es zur Tradition, dass immer im Januar - vor allem motiviert durch meine Jahreschallenge - ein Neuzugänge Post kommt. Ich habe vor einigen Tagen wieder einmal bei rebuy bestellt (*unbezahlte Werbung*).
Welche Bücher bei der versandkostenfreien Aktion in den Warenkorb gehüpft sind, zeige ich euch nun - viel Spaß bei diesem Post! :-)

 

Insgesamt sind es dieses mal 9 Bücher geworden - 7 Hardcover und 2 Taschenbücher - für insgesamt knapp 40€. Ich bin mit der Ausbeute mal wieder super zufrieden und zusammen mit Medimops gehört rebuy zu meinen liebsten Bücher-Shops, da ich fast nur noch gebrauchte Bücher kaufe.

Jetzt wollen wir uns die Schätzchen doch mal im einzelnen ansehen...

Haltet mich für verrückt, aber ich habe zwei für mich sehr weihnachtlich klingende Geschichten mitbestellt. In Sachen Kleidung hört man immer wieder vom "antizyklischen Kaufverhalten", warum nicht also im Januar nach Weihnachtsbüchern für Dezember Ausschau halten? "Stille Nacht" und "Ein Engel für Miss Flint" waren absolute Schnäppchen für weniger als 2€ pro Buch und sind in einem Top-Zustand! Von den Büchern werde ich euch dann aber entsprechend der Jahreszeit erst am Jahresende berichten können.



Ein Buch, das schon jahrelang auf meiner Wunschliste steht, ist "Irgendwann für immer" von Katja Millay. Besonders mit 15/16 habe ich besonders gerne Liebesgeschichten aus dem Arena Verlag gelesen und dieses hier ist zwar schon ein paar Jährchen alt, klingt aber super interessant und hat insgesamt sehr gute Bewertungen. Ich freue mich schon sehr drauf, das Buch im Frühling in Angriff zu nehmen.




Wir machen weiter mit einer kleinen Geschichte zu den nächsten Büchern. Charlie vom Blog "Keine Zeit für Langeweile" und dem Instagram Account "MeetingJaneandHarry" (https://www.instagram.com/meetingjaneandharry/) hat mich bereits vor ein paar Jahren angefixt mit der Sammlung von Büchern aus dem Königskinder Programm vom Carlsen Verlag. Die Bücher sind nicht nur allesamt wunderhübsch aufgemacht, sondern beinhalten durchweg andersartige, besonders klingende Geschichten abseits des Mainstream und typischen Kinder-/Jugendbuches. Enthusiastisch wie ich bin habe ich damals meine Wunschliste voll gepackt mit diesen Büchern, bis dato aber nie bestellt. Nun habe ich mir die Königskinder wieder in Erinnerung gerufen und mir die ersten drei bestellt, um meine Sammlung zu beginnen:

Alle drei Bücher habe ich "blind" bestellt, ohne mir zuvor die Kurzbeschreibungen durchzulesen und habe mich erst mal vom Preis leiten lassen. "Die Anarchie der Buchstaben", "Eine Geschichte der Zitrone" und "Barney Kettles bewegte Bilder" sind es geworden. "Die Geschichte der Zitrone" war sogar noch eingeschweißt, lediglich bei "Die Anarchie der Buchstaben" ärgert mich der präsente braune Fleck auf dem weißen Cover sehr. Da man ihn im Regal dann aber nicht sehen wird, ist mir das Umtauschen des Buches jetzt doch zu stressig und ich werde versuchen, den Fleck etwas blasser zu machen.
Kennt ihr Bücher aus dem Königskinder Programm?

Ein weiteres Buch von meiner Wunschliste war "Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody. Das Buch ist, soweit ich informiert bin, in mehreren Ausgaben erschienen, wobei ich die aus dem Magellan Verlag mit Abstand am schönsten finde! Ohnehin ist meine Bestellung optisch super bunt und spannend ausgefallen. Auf das Buch bin ich auch super gespannt.





Kommen wir zum Schluss zum eigentliche Anreiz für diese Bestellung. Nachdem ich vor ein paar Wochen "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag beendet habe, war ich wieder Feuer und Flamme, alle Bücher der Autorin zu lesen. Und da bereits im Mai 2020 ihr neues Jugendbuch erscheint, musste ich natürlich schnell sein *hust*. So sind auch "Nicht weg und nicht da" (Sogar auch noch eingeschweißt!!) und "Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" in meine Bestellung gekommen und ich kann bis Mai behaupten, alle Anne Freytag Jugendbücher in meiner Sammlung zu haben.
Mögt ihr die Bücher der Autorin auch so sehr wie ich?

So viel zu meiner Bestellung. Kennt ihr Bücher davon bereits? Was soll ich als erstes lesen?

Alles Liebe

Donnerstag, 16. Januar 2020

[Rezension] Prinz geküsst Frosch gefunden von Mia Hertzig

Hallo ihr Lieben,

vor einigen Wochen habe ich das Buch "Prinz geküsst Frosch gefunden" von Mia Hertzig von der Autorin zugeschickt bekommen. Es handelt sich um ein Kinder-/Jugendbuch mit einer 15 jährigen Protagonistin und jede Menge Teenie-Problemen, die dieses Alter nun mal so mit sich bringt.
Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr nun - viel Spaß! :-)

Autorin: Mia Hertzig
Verlag: Independently published 
Erschienen am 09.12.2019
Taschenbuch
Kinderbuch/Jugendbuch
Ab ca. 12 Jahren
Originalsprache: Deutsch
219 Seiten
Taschenbuch: 7,90€ (D)
Kaufen?
 https://www.amazon.de/Prinz-geküsst-Frosch-gefunden-Hertzig/dp/1672769760/ref=sr_1_fkmr3_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=CPKY0GM0QSTM&keywords=prinz+gesucht+frosch+gek%C3%BCsst&qid=1579201993&sprefix=prinz+gesucht+%2Caps%2C191&sr=8-2-fkmr3



*Dieses Buch wurden mir als kostenloses Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich dennoch vollkommen ehrlich.*



Charlotte – 15 – grottenschlecht in Mathe – unsterblich verliebt. Falls es auf dieser Welt noch Traumprinzen gibt, ist eines klar, Mark Winter – ganze 3 Jahre älter als sie und Schwarm der ganzen Schule – ist einer davon. Für Charlie nicht nur irgendeiner, sondern DER. Aber was muss geschehen, dass der Angebetete sich im Gegenzug dessen bewusst wird, dass sie – ein nicht gerade mit der filigranen Traumfigur eines Topmodels gesegnetes, gnadenlos durchschnittliches Mädchen – genau die Richtige für ihn ist? Und weil das noch nicht Problem genug ist, muss Charlie sich eingestehen, dass sich ihre sexuellen Erfahrungen im Grunde in erster Linie auf Schmusestunden mit ihrem Kater reduzieren lassen (Quelle: Amazon.de/Januar2020).


Das Cover ist richtig süß und liebevoll gestaltet, es lädt direkt zum Lesen des Buches ein. Besonders der Farbverlauf gefällt mir gut und das Cover erinnert mich vom Stil her sehr an die Bücher von Kira Gembri, was definitiv ein Kompliment ist!


Diese Geschichte handelt von der 15 jährigen Charlie, die so richtig in der Pubertät angekommen ist und nur eines im Kopf hat: Jungs. Wären da nicht diese blöden Pickel und jede Menge Selbstzweifel. Dass ihr Schwarm ausgerechnet neben ihrer besten Freundin wohnt, ist zwar sehr praktisch, aber so richtig traut Charlie sich trotzdem nicht, dem drei Jahre älteren Mark von sich aus näher zu kommen? Wird Charlie dennoch bald ihren Prinzen küssen?

 

Als mir die Autorin den Klappentext des Buches zukommen ließ, habe ich mich sofort in meine Teenie Zeit zurückversetzt gefühlt, in dem ich die "Lola Reihe" von Isabel Abedi und die "Emma Bücher" von Maja von Vogel verschlungen habe. Auch diese Bücher damals haben sich um das Thema erste Liebe und das Erwachsenwerden gedreht, weshalb die Thematik aus meiner Erfahrung heraus durchaus etwas ist, was Mädchen in dem Alter von Charlie (15), oder etwas jünger, lesen wollen, weil sie sich mit genau diesen Fragen beschäftigen.

Charlie ist eine ziemlich witzige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und mit deren Problemen und Zweifeln ich mich in ihrem Alter sehr gut hätte identifizieren können. Für meinen Geschmack ist Charlie ein bisschen frühreif (ich war eigentlich ganz froh darüber, dass sich ihre sexuellen Erfahrungen mit 15 auf das Kuscheln mit ihrer Katze beschränken), aber ihre Verliebtheit und Schwärmerei für den älteren Mark ist bestimmt ein brandheißes Thema bei 15 jährigen Mädchen heutzutage. Auch ihre beste Freundin Miri ist ein passender Charakter, der die Geschichte bunter und vielfältiger werden lässt.

Mit dem Stil des Buches musste ich erst mal warm werden, weil das Buch einerseits recht salopp und jugendlich geschrieben ist (was natürlich gut zu Charlies Alter und Redensart passt), andererseits gab es viele Begriffe, die ich gar nicht so aus dem normalen Sprachgebrauch kannte. Es hat sich herausgestellt, dass es sich dabei vor allem um Wörter aus dem österreichischen Sprachgebrauch handelt, die sogar in einer Wortliste erläutert werden. Zuerst haben sie meinen Lesefluss etwas gestört, aber an sich finde ich die Idee, besondere Redewendungen, Dialekte o. ä. in Bücher einfließen zu lassen, sehr schön, weil es der Geschichte eine persönliche Note verleiht.



Mit "Prinz geküsst Frosch gefunden" hat Mia Hertzig ein weiteres süßes Jugendbuch auf den Markt gebracht, das sich den Problemen der frühen Teenager Zeit annimmt. In diesem Buch spürt man das absolute Herzblut einer Selfpublisherin, die das Buch mit sehr viel Liebe gestaltet und geschrieben hat.
Ich kann mir vorstellen, dass besonders Mädchen ab 12 Jahren sich in dem Buch wiederfinden können und vielleicht eine Prise Selbstbewusstsein, aber auf jeden Fall gute Unterhaltung, aus diesem Buch mitnehmen können. Wer Kinder in dem genannten Alter hat oder sich durch den Klappentext direkt angesprochen fühlt und neugierig geworden ist, der sollte unbedingt mal einen Blick ins Buch riskieren.

Alles Liebe

Montag, 13. Januar 2020

Ein paar lose Gedanken zur Bücherwelt




Hallo ihr Lieben,

mir gehen gerade einige Gedanken durch den Kopf, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Erwartet keine Struktur, keine wirkliche Message - es sind einfach Gedanken, wie sie kommen und vorbei ziehen.

Ich blogge mittlerweile seit knapp 8 Jahren über Bücher, v. a. Jugendbücher. Und ich liebe es nach wie vor. Eben gerade habe ich mal wieder die Verlagsvorschauen durchstöbert und mir ist so einiges aufgefallen.

1. Ich mag ganz andere Verlage als früher.
Ich glaube, das ist normal. Ich bin schließlich ein ganzes Stück älter geworden. Aber trotzdem hat es mich fast erschrocken, dass mich frühere Lieblingsverlage - Arena, Oetinger, Carlsen - vom Programm her kaum noch ansprechen. Hier und da ist mal ein Titel dabei, aber früher hätte ich am liebsten das ganze Programm gelesen. Meint ihr, nur mein Lesegeschmack hat sich verändert oder vielleicht auch die Auswahl der Autoren und Titel? Autoren und Autorinnen wie Rainer Wekwerth, Kerstin Gier, Beth Revis oder Isabel Abedi habe ich die letzten Jahre schon schmerzlich vermisst.

2. Insgesamt sprechen mich sehr wenige Neuerscheinungen wirklich an.
Ich habe euch ja erst letztens meine Neuerscheinungen Liste für das Frühjahr 2020 online gestellt. Früher habe ich mich sehr von Hypes anstecken lassen und wollte gaaaanz viele Neuerscheinungen haben, zum Teil auch einfach, um mitreden zu können. Das ist heute anders. Vor allem diese riesige New/Young Adult Welle aus Amerika ist in den meisten Verlagen DAS Thema. Lyx, One und Kyss waren vor wenigen Jahren eher unbekannte Verlage/Programme, oder existierten noch gar nicht. Ich habe irgendwie das Gefühl, diesen Umbruch verpasst zu haben. Distanziert man sich allerdings gänzlich von neuen Büchern, ist für viele Leserinnen und Leser der Blog aber vermutlich gar nicht mehr so interessant zu verfolgen.


Aber was will ich denn lesen?

Authentische Liebesgeschichten? Hier und da gibt es noch welche, aber selten etwas, was man noch nicht so oder so ähnlich gelesen hat. Dass New Adult in den meisten Fällen authentisch ist, kann mir keiner erzählen. Und auch, wenn ich in der Richtung zukünftig mehr lesen möchte, mein Lieblingsgenre wird es wohl nicht mehr.

Dystopien? Kaum eine neu erscheinende Dystopie spricht mich heute noch an. Panem, der Bestimmung und Co. kann meiner Ansicht nach nichts das Wasser reichen, die meisten Ideen gibt es einfach schon auf dem Markt und irgendwie habe ich auch das Gefühl, die Zeit der Dystopien ist vorbei. Mal gucken, ob mich der Prequel zu Panem da umstimmen kann...

Thriller? Seit einigen Jahren bin auch aus dem Genre total raus und habe auch den Überblick über Autorinnen und Autoren verloren. Vielleicht wäre das mal wieder was, um Pepp in mein Leseleben zu bekommen.

Der Büchermarkt ist so übersättigt und trotzdem finde ich keine überraschenden Highlights. Über das Jahr sind natürlich immer mal wieder Schätze dabei, doch insgesamt habe ich das Gefühl, mich können in Summe weniger Bücher so richtig vom Hocker hauen. Woran liegt das? An langjähriger Viellesererfahrung? Am Angebot? An meinem Lesegeschmack?

Ich würde sehr gerne eure Meinung zu dem Thema wissen. Empfindet ihr, falls ihr schon länger dabei seid, auch eine Art Wandel? Findet ihr viele Neuerscheinungen, die euch interessieren?

Ich gehe mal weiter grübeln...

Alles Liebe

Freitag, 3. Januar 2020

[Rezension] Sofies Spiegelwelt: Ein Abenteuer ohne Grenzen von Karl-Josef Durwen

Hallo ihr Lieben,

ich starte das neue Jahr neben meinem #20für2020 Post mit einer Rezension. Ich habe bereits im Dezember mit "Sofies Spiegelwelt" begonnen und das Buch nun über die Feiertage fertig gelesen.
Es ist im Gegensatz zu meinen sonstigen Lesestoff eher etwas schwerere Kost, da sich der Autor Karl-Josef Durwen hier, angelehnt an "Sofies Welt" von Jostein Gaarder, mit philosophischen Fragen rund ums Bewusstsein, Raum und Zeit beschäftigt. Wie mir dieser philosophische Exkurs gefallen hat, erfahrt ihr nun viel Spaß! :-)

Autor: Karl-Josef Durwen
Verlag: tredition 
Erschienen am 30.07.2019
Gebundene Ausgabe
Kinderbuch/Sachbuch
Ab 12 Jahren
Originalsprache: Deutsch
300 Seiten
Kindle Edition: 6,90€ (D)
Kaufen? 



*Dieses Buch wurden mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Autor zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich dennoch vollkommen ehrlich.*


Rätselhaftes dringt durch ein vermeintliches Computerspiel zunehmend in die Welt der Schwestern Iris (15) und Elena (13) ein: Sie werden in Parallelen zu "Sofies Welt" verstrickt und in die virtuelle Spiegelwelt Ureda versetzt. Die Mädchen verlieren Raum, Zeit und Identität, gewinnen aber eine Sicht der Welt, die Grenzen überwindet und Philosophie, Religion und Naturwissenschaften zusammenführt. Philosophie wird spannend erlebt, gewitzt gespiegelt und zeitgemäß entwickelt. Fantasie wird mit Fakten und Lockerheit mit Anspruch vereint


Der Autor hat mir freundlicherweise die gebundene Ausgabe zur Verfügung gestellt, weshalb sich meine Eindrücke auf diese beziehen.
Das Buch ist schön stabil gebunden und fühlt sich sehr hochwertig an. Mit der gespiegelten Schrift des Titels hat sich der Autor eine schöne Gestaltungsidee einfallen lassen. Das Foto auf dem Cover ist leider nicht so meins, aber insgesamt ist die Aufmachung durchaus gelungen, wobei ich mir auch ein Design, angelehnt an "Sofies Welt", gut hätte vorstellen können.


Die Schwestern Elena und Iris werden durch eine Folge ihrer Lieblingsserie Star-Trek dazu angeregt, sich über den Unterschied zwischen Mensch und Maschine, das Bewusstsein sowie Gefühle Gedanken zu machen. Sie erhoffen sich Antworten im Internet, wobei die Suchmaschine ihnen recht schnell die Website eines gewissen Heurekas vorschlägt, der irgendwie viel mehr über die Mädchen weiß, als eigentlich möglich. Gemeinsam mit Heureka tauchen die beiden Mädchen in spannende Fragen des Seins ein und begeben sich gleichzeitig auf eine abenteuerliche Reise in zurückliegende Zeiten früherer Philosophen.


Erst einmal finde ich die Idee und das Konzept des Buches sehr spannend. Als Kind, vor ca. 8/9 Jahren, habe ich "Sofies Welt" gelesen, da mein Vater sehr von dem Buch schwärmte und ich erste Berührungspunkte mit Philosophie haben wollte. Danach habe ich mich leider nicht mehr intensiver mit den Themen des Buches auseinandergesetzt.
Als ich die Kurzbeschreibung las, kam mir die Geschichte ein wenig wie eine Fortsetzung von Sofies Welt in einer eher zeitgemäßeren, digitalen Variante vor. Dem ist nicht ganz so. Während in "Sofies Welt" eher die Geschichte der Philosophie aufgearbeitet und kindgerecht verpackt wurde, geht es hier um weitaus größere Fragen des menschlichen Seins mit Berührungspunkten aus allen möglichen Disziplinen. Angeregt von der Frage "Mensch oder Maschine?" kommen Elena und Iris zu ganz elementaren Fragen unserer Welt, des Menschseins und was denn eigentlich dieses Bewusstsein ist. Dabei werden auch einige sehr bekannte "klassische" Philosophen einbezogen, ebenso wie Wissenschaftler und Dichter und Denker aller Zeiten. Somit hat mich die Idee des Buches erst mal überzeugt. Mit der Umsetzung hatte ich so meine Probleme.
Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich mich an "Sofies Welt" nicht mehr so gut erinnern konnte und, da sich das Buch nicht mehr in meinem Besitz befindet, ich auch mein Gedächtnis nicht mehr aufrischen konnte. Als Psychologie Studentin fand ich besonders die Abhandlungen über das Bewusstsein und die psychologischen Verknüpfungen spannend, obwohl alles recht schnell eher verworren wurde. Ich sage absolut nicht, dass das am Autor selbst liegt, sondern vermutlich eher an meinem fehlenden philosophischen Grundwissen. An dieser Stelle kam bei mir allerdings die Frage auf, wie Kinder ab 12 Jahren dieses Buch verstehen sollen, wenn schon ich als erwachsene Person so große Schwierigkeiten habe, den Gedankengängen zu folgen.

Das Setting an sich finde ich gut gemacht, Iris und Elena, sind zwei liebenswerte, wissbegierige Mädchen und auch, wenn ich wegen des technischen Stands des Computers und Modems lächeln musste (so wie ich es verstanden habe, gab es bereits eine Version des Buches Anfang der 2000er), hat mir die Idee mit Heureka und der Homepage super gefallen.
Insgesamt muss ich doch leider sagen, dass ich das Buch eher schwierig finde. Ich habe mich auf ein Leseerlebnis wie damals bei "Sofies Welt" gefreut, bei dem ich viel gelernt habe, obwohl es ja "eigentlich" ein Roman war. Hier hat das ganze ca. ab der Hälfte schon sehr starken Sachbuchcharakter und ich hatte das Gefühl, mich durch ein Lehrbuch durchzuarbeiten, statt weiterhin  unterhaltsame, erzählende Literatur in den Händen zu halten. Der Grundgedanke ist spannend und die Idee neuartig und kreativ, die Umsetzung konnte mich als Philosophie-Laien allerdings ab einer bestimmten Stelle nicht mehr abholen und ließ letzendlich mehr Fragezeichen als alles andere zurück.

     

Karl-Josef Durwen hatte die Idee, an "Sofies Welt" anzuknüpfen und in einer neuen, computergestützten Variante zwei Mädchen auf eine Reise gehen zu lassen, hin zu den tiefgründigen Fragen der menschlichen Existenz. Was sehr interessant und schön gemacht anfing, verwob sich leider mit der Zeit zu sehr komplizierten, wissenschaftlichen Abhandlungen, denen ich leider nicht mehr recht folgen konnte. Ob dies dann an meiner Stelle 12+ jährigen Kindern gelingt, wie es die Empfehlung sagt, wage ich zu bezweifeln. Dennoch könnte das Buch für ohnehin Philosophie-begeisterte Personen oder Studierende sicherlich neue Impulse liefern. Für mich war es letztendlich schlichtweg zu kompliziert.