Sonntag, 4. Oktober 2026

[Rezension] Firstborn von M. J. Hastings

Autorin: M. J. Hastings 
Verlag: Fischer Sauerländer
Originalsprache: Englisch
Übersetzung: Julia Schwenk
Kategorie: Dystopie
1. Band einer Trilogie
595 Seiten
Gebundene Ausgabe 24,00€ (D), E-Book 5,99€ (D) (derzeit reduziert)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel



*Dieses Buch hat mir der Fischer Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Soldatin. Schwester. Verräterin.

Die Soldatin Bryn Ruelle ist es gewohnt, für ihr Land zu kämpfen. Denn als Firstborn, der Ältesten von drei Geschwistern, fällt sie automatisch dem Militär des Landes zu, während ihr jüngerer Bruder eine akademische Laufbahn einschlägt. Ihre jüngste Schwester Wren dagegen soll eine geheime Landesmission erfüllen. Jetzt, am Tag der Langen Nacht, steht Bryns Abschlussprüfung als Soldatin bevor: Sie muss töten, um nicht selbst getötet zu werden. Doch dann bekommt sie eine kryptische Nachricht zugespielt: Wren ist in Gefahr und soll entführt werden. Um ihre Schwester zu retten, tut Bryn das Undenkbare: Sie taucht unter und verbündet sich mit dem Landesfeind Ash. Auf der gemeinsamen Suche nach Wren entdeckt Bryn, dass alles, woran sie je geglaubt hat, auf einer unglaublichen Lüge basiert. Doch auch Ash, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, verbirgt ein großes Geheimnis ...



Das Rot des Buches sieht edel aus und hat mich sofort in die Zeiten nostalgischer Dystopia a la "Hunger Games" und "Divergent" zurückversetzt. Zusammen mit den goldenen Akzenten, den Prägungen auf dem nackten Hardcover und den Karten im Buch ist die Ausgabe wunderschön und hat mich auch direkt angesprochen und neugierig auf die Geschichte gemacht.


Wir erleben die Geschichte größtenteils aus der Sicht von Bryn Ruelle, die eine Erstgeborene ist. Die Welt war einst in zwei Länder geteilt, Darst und Arcania, wobei die Magie der Arcanisten, die den Krieg verloren haben, nun verboten ist und die Nachkommen dieser als Bastarde bezeichnet und nach wie vor bestraft werden. Während die Erstgeborenen in der Langen Nacht um ihr Überleben kämpfen (Tribute von Panem Vibes!), sind die Mittelgeborenen meist in der Wissenschaft tätig und die Letzgeborenen verschwinden auf eigenartige Art und Weise; niemand weiß so recht, wo sie hingeschafft werden.

Ihr merkt schon, es gibt eine spannende Ausgangslage mit einer fiktiven Historie dieser Welt und einem Kasten-System.
Das Worldbuilding ist durchaus komplex und besonders am Anfang hat mir der rote Faden gefehlt. Der Beginn ist eher "tell" statt "show", und gleichzeitig bin ich nicht ganz durchgestiegen durch alle Begrifflichkeiten wie bspw. Bastarde, Magie, Handwerk und Oval. Ein Glossar hätte mir hier sehr geholfen. So kam ich nach und nach besser in die Welt rein, aber es dauerte seine Zeit und ich musste etwas kämpfen. Bis dahin fühlte sich alles noch etwas distanziert an und der Plot nahm eher langsam an Fahrt auf.

Bryn ist eine recht unnahbare Protagonistin, die ich mit zunehmenden Informationen über die Welt und ihr System immer besser nachvollziehen konnte. Das Kasten-System macht Geschwister-Beziehungen sehr schwierig und vorbelastet. Am Anfang hat es mich z.B. noch sehr erschreckt, wie kühl Bryn ihrem Bruder Asa gegenübertritt. Dies wird aber im weiteren Verlauf aufgegriffen und nachvollziehbar aufgelöst.

Im Hintergrund lauern verschiedene Verschwörungen und Geheimnisse, die schrittweise angeteasert werden, aber noch nicht vollends aufgedeckt werden, immerhin ist dies der Auftakt einer Trilogie. Wir bekommen aber auch schon einige Plottwists. Während die ersten 70% recht vorhersehbar waren, gab es am Ende nochmal einige spannende Wendungen, leider etwas spät für meinen Geschmack. 


Was mir bis zum Ende etwas fehlte war die emotionale Komponente; obwohl ich Bryn irgendwann rational nachvollziehen konnte, hat sie mich emotional nicht erreichen können, das haben sogar eher noch Nebenfiguren geschafft, z.B. Poe mochte ich für seinen Humor und seine lockeren Sprüche ganz gerne.

Die angeteaserte Liebesgeschichte war okay, war aber schon recht früh vorhersehbar, und auch hier konnte mich die Beziehung emotional nicht wirklich packen. Es wird zudem ein Love Triangle angedeutet, davon bin ich auch nicht der größte Fan. Auch für den Romance Plot ist durchaus noch Entwicklungspotenzial da.


"Firstborn" ist eine dystopische Fantasy mit guten Ansätzen und einem interessanten Worldbuilding, die mich leider die meiste Zeit über nicht wirklich packen konnte. Lange Zeit passierte eher wenig und als es dann spannender wurde, war es leider schon recht spät. Auch die Liebesgeschichte und Protagonistin Bryn haben mich emotional nicht wirklich erreichen können, sodass ich nach jetzigem Stand die Reihe nicht weiterverfolgen werde.


Alles Liebe


Donnerstag, 17. September 2026

[Rezension] The Cat-Sitting Disaster von Nellie Weisz

Autorin: 
Nellie Weisz
Verlag: Cove
Originalsprache: Deutsch
Kategorie: Romance/ Herbstromance/ New Adult
Einzelband
447 Seiten
Taschenbuch 14,00€ (D), eBook 4,99 € (D) (derzeit rabattiert)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel

*Dieses Buch hat mir der Cove Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Ein Kater zum Verlieben
June braucht dringend ein Dach über dem Kopf – und landet über eine House-Sitting-Plattform in einer luxuriösen New Yorker Wohnung. Der Deal klingt zu gut, um wahr zu sein: wohnen wie im Film, dafür Kater Romeo umsorgen und seinem ebenso fürsorglichen wie mysteriösen Besitzer Nick jeden Tag ein Update schicken.
Nick hat sich fest vorgenommen, auf Abstand zu bleiben. Zu viele alte Wunden – und viel zu wenig Platz für Gefühle in seinem Leben. Doch dann ploppen jeden Tag Junes Nachrichten auf: mal witzig, mal ehrlich, immer ein kleines bisschen zu nah … Stück für Stück reißen sie die Mauern ein, die Nick seit Jahren um sein Herz errichtet hat.



Das Cover dieser Herbstromance ist ja wohl super niedlich und hat mich direkt angesprochen, was Farben und Motiv angeht. Dazu das Katzen-Thema und ich war hin und weg von der Idee hinter dieser Geschichte. 


Wir haben hier zwei unterschiedliche Protagonisten, deren Leben aufeinanderprallen: Studentin June sucht eine kostengünstige Bleibe im teuren New York City, Nick ist Profi-Basketballer und sucht eine Katzensitterin, wenn er in LA spielt. So kommen die beiden unverhofft in Kontakt und tauschen sich die meiste Zeit über Nachrichten und Telefonate aus - kann man sich so verlieben?

Mich haben mehrere Themen hier neugierig gemacht: die Prämisse mit dem Katzensitting fand ich zuckersüß (nur Liebe für Romeo!), New York City zur Herbstzeit verspricht cozy Stimmung und ich habe wenig Erfahrung mit Sportsromance, weshalb ich auch Nicks Sportlerkarriere ganz interessant fand.
Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und wir bekommen abwechselnd aus Junes und Nicks Perspektive Einblicke in beider Leben. Dabei hat mir besonders der Humor und die Leichtigkeit der Geschichte und des Stils sehr gefallen, sodass ich beide recht nahbar fand und ihnen gerne gefolgt bin.
Wir bekommen in beide Karrieren Einblicke, sowohl Nicks teilweise harten Trainingsbedingungen und Junes erste Schritte in der Journalismus Branche. Auch familiär-privat haben beide ihr Päckchen zu tragen, was ich als realistisch empfand, ohne dass es der Geschichte ihre Leichtigkeit genommen hat.
Ist der Plot neu und innovativ? Das nicht wirklich. Ähnliche Romance habe ich so schon häufig gelesen, und dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Neben dem Katzen-Thema sind es Kleinigkeiten wie Anspielungen auf Booktok und die Liebe zum Lesen oder popkulturelle Erwähnungen, die mich immer wieder glücklich gemacht haben.
Mein einziger Kritikpunkt besteht im Herbstthema des Buches. Von außen ist das Buch auf jeden Fall orange-coded und verspricht Herbst-Stimmung, die fand ich aber nicht wirklich spürbar. Es wird ein paar mal etwas erwähnt, Kürbis oder Heißgetränke, aber ich hätte mir noch mehr Herbstatmosphäre gewünscht. Gerade, da June Artikel über Dating schreibt, hätte man da mehr rausholen können: Kürbisschnitzen, mehr Beschreibungen des Wetters oder der New Yorker Landschaft hätten mir da ein bisschen mehr Herbst gegeben.

Der Konflikt am Ende war, wie ich es leider oft empfinde, ein bisschen überzogen, aber noch auszuhalten und mit Kommunikation dann recht schnell gelöst. Ich könnte mir über Junes ehemalige WG Bewohnerinnen durchaus Folgebände vorstellen, warten wir mal ab. 🤭


"The Cat-Sitting Disaster" ist eine kurzweilige, humorvolle und leichte Romance mit einer interessanten Ausgangslage, ein bisschen Sportsromance und viel Gefühl. Ich hab die Geschichte gerne gelesen, auch wenn sie viele bekannte Strickmuster aufgreift. Ein bisschen mehr Herbstfeeling, dann wäre ich rundum zufrieden gewesen. Aber dafür gibt es jede Menge Cat Content!




Alles Liebe






Dienstag, 15. September 2026

[Rezension] Der Kodex der Drachen von S. F. Williamson

Autorin: 
S. F. Williamson
Verlag: Heyne
Originalsprache: Englisch
Übersetzung: Antonia Zauner
Kategorie: Fantasy/ Highfantasy
2. Band "Die Sprache der Drachen"
416 Seiten
Hardcover 24,00€ (D), eBook 17,99 (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel



*Dieses Buch hat mir der Heyne Verlag freundlicherweise über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Um ihre Schwester zu retten, hat Vivien Featherswallow die geheime Sprache der Drachen entschlüsselt – und dabei eine Verschwörung aufgedeckt, die bis in die höchsten Kreise der Regierung reicht. Jetzt ist sie auf der Flucht – und das Gesicht einer Rebellion, bei der Menschen und Drachen auf beiden Seiten kämpfen. Vivien ist wild entschlossen, die Kämpfe zu beenden. Sie macht sich auf die Suche nach einer uralten und mächtigen Drachenart, die ihr dabei helfen kann. Doch ihre Feinde sind ihr dicht auf den Fersen, und Vivien muss sich beeilen, wenn sie ihre Freunde, ihre Schwester und ihre große Liebe vor dem sicheren Tod bewahren will.













Alles Liebe









Mittwoch, 9. September 2026

[Rezension] Death's Daughter von S. A. Barnes

Autorin: S. A. Barnes
Bramble Verlag
Originalsprache: Englisch
Kategorie: Romantasy/ Dark Academia
1. Band einer Trilogie
448 Seiten
Gebundene Ausgabe 25,00€ (D), eBook 14,99 € (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel


*Dieses Buch hat mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Eigentlich hat Jocasta alles, was eine normale Studentin braucht: einen sicheren College-Platz an der renommierten Beecher Universität, einen Job und eine verkorkste Affäre mit ihrem Dozenten. Doch Jo ist alles andere als normal. Als Tochter des Todes muss sie sich von negativen Gefühlen ernähren, um zu überleben: den kleinen Toden des Alltags, Enttäuschung, gebrochene Herzen, Misserfolgen. Niemand in ihrem sorgfältig errichteten Umfeld kennt Jocastas wahres Gesicht.
Bis der gut aussehende Devon, Nachfahre der Lust, auf dem Campus auftaucht und verkündet, dass Jo offiziell zur Nachfolgerin des Todes ernannt wurde. Was sie in eine Position nie gewollter Macht rückt – und zur Bedrohung macht für alle, die sie liebt. Aber Beecher ist der einzige Ort, an dem sie sich jemals zu Hause gefühlt hat, und Jo wird alles tun, um ihn zu schützen. Selbst wenn das bedeutet, zu dem zu werden, was sie hasst ...
Als ihre beste Freundin auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, versucht Jo verzweifelt, den Mörder zu finden und ihre Freunde zu beschützen. Auf dem Campus erwacht etwas Böses, und Jo hat nur dann eine Chance, wenn sie eine unheilvolle Allianz mit Devon eingeht … (Quelle: bramblebooks.de/September2026)


Die Aufmachung dieses Buches ist an Atmosphäre kaum zu übertreffen. Wir haben ein wunderschönes Cover, Gestaltungen auf dem nackten Hardcover, Endpapers und einen schwarzen Farbschnitt, bei dem je nach Winkel "Death" zu lesen ist. Allein dafür lohnt sich das Buch fast schon. 🤭



Unser Setting ist hier das Bleecher College, in dem Jo ein Zuhause gefunden hat. An Academy Setting, wie Vorlesungen oder Auseinandersetzung mit Studierenden und Professor:innen, gibt es eher wenig, der Fokus der Geschichte liegt eher auf Jos Entwicklung als Tochter des Todes und dem Murder Mystery Plot, um den Mörder von Jos Freundin zu finden.

Wir erfahren erst nach und nach, wieso Jo die Tochter des Todes ist und was es mit den Uralten auf sich hat, diejenigen, die quasi übernatürlich sind und von Tod, Krieg oder ähnlichem abstammen. Diese widerrum haben Sprösslinge, so wie Jo einer ist, und sie vermutet auch einen Sprössling hinter den College Morden.


Die gesamte Atmosphäre der Geschichte war super eingefangen und sehr spannend, sodass ich richtig Lust hatte, das Buch in wenigen Sessions wegzusnacken. Dabei geht das Magiesystem mit den Uralten und deren Fähigkeiten nicht sonderlich tief, aber das braucht es auch gar nicht, um gut unterhalten zu werden. Wer tiefgreifende Fantasy sucht, könnte eher enttäuscht werden, aber wer gerne Murder Mystery mit einer Prise Magie sucht, der ist hier genau richtig.


Natürlich gibt es auch einen kleinen Romance Plot, der hier durch ein Love Triangle geprägt ist. Lasst euch davon aber nicht abschrecken, falls ihr das nicht so gerne lest, ich fand das hier sehr unaufdringlich und einen schönen Nebenschauplatz. Für mich hat das die Geschichte rund gemacht und es gibt Potenzial für die Folgebände. Soweit ich weiß ist die Reihe als Trilogie geplant.



"Death's Daughter" liest sich wie ein spannender, kurzweiliger Murder Mystery Thriller mit einer Prise Magie und Romance. Ich fand das Buch als Snack und Einstimmung in die Halloween-Season genau richtig und kann es euch als solchen sehr empfehlen.




Alles Liebe