Sonntag, 22. März 2026

[Rezension] The House Witch 1: Der Koch des Königs von Delemhach Emilie Nikota

Autorin: Delemhach Emilie Nikota
Verlag: Klett-Cotta/ Hobbit Presse
624 Seiten
Originalsprache: Englisch
Kategorie: Fantasy/ Cozy Fantasy
1. Band einer Reihe 
Hardcover 26,00€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*




Magie zwischen den Zeilen: The House Witch verzaubert weltweit!

König Norman regiert das Reich von Daxaria. Eigentlich! Da ist nämlich der neue Koch, der bei Hofe mehr und mehr Einfluss gewinnt. Zwischen dampfenden Kesseln, höfischen Intrigen und wachsender Gefahr, die vom Nachbarreich ausgeht, entfaltet sich eine Geschichte voller Magie, Eigenwillen, Abenteuer und Leidenschaft.

Als Finlay Ashowan seine Stelle als königlicher Koch antritt, ahnt niemand, dass er mehr ist als ein begnadeter Küchenmeister: Er ist eine Haushexe – und geht mit alter, schützender Magie um. Mit feinem Gespür für Menschen und Mahlzeiten bringt Fin Ordnung in die chaotische Schlossküche, und er gewinnt das Vertrauen der königlichen Familie. Doch während sich die politischen Spannungen im Land zuspitzen und dunkle Mächte das Reich bedrohen, wird Fin auch am Hof in ein Netz aus Intrigen und alten Prophezeiungen gezogen. An seiner Seite stehen: sein vierbeiniger Begleiter, das schwarze Kätzchen Kraken, und die kluge Adelige Annika, mit der Fin bald mehr verbindet als eine Freundschaft … The House Witch ist der Auftakt einer spannenden und magisch durchdrungenen Fantasyreihe – voller Tiefe und überraschender Wendungen.

(Quelle: klett-cotta.de/ März 2026)





The House Witch ist optisch ein wahr gewordener Traum und gehört zu den schönsten Ausgaben in meinem Regal! Allein das Cover hat schon totale cozy Vibes und fängt die Stimmung des Buches hervorragend ein! (Vielleicht habt ihr Kater Kraken ja schon entdeckt^^). Der Farbschnitt ergänzt das Cover wunderschön, ebenso wie das niedliche Vor- und Nachsatzpapier. Ich bin sehr froh, das Buch in meiner Sammlung zu haben.



In diese Highfantasy Welt tauchen wir gemeinsam mit Finlay Ashowan ein, der am Königshof von Daxaria zum neuen Koch ernannt wird. Wir lernen erst allmählich mehr über das Reich Daxaria und die benachbarten Länder, auch das Worldbuilding ist eher leicht und gemütlich gehalten, wie ich es bei cozy Fantasy auch erwarte und gern mag.

Finlay ist eine Haushexe, denn es gibt in dieser Welt verschiedene Hexenarten und Haushexen sind recht selten. So ist Finlay in seinem Haus ein wahrer Schatz, denn er kann hervorragend kochen und hält die ganze Hausgemeinschaft zusammen. Nachteil ist, dass er außerhalb des Hauses magisch nicht so viel bewirken kann. 
Finlays häusliche Fähigkeiten sorgen dafür, dass ihr euch auf ganz viel heimelige Atmosphäre freuen könnt, sowie wahnsinnig leckere Beschreibungen von Speisen und Getränken. Mir ist beim Lesen nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammengelaufen, so lecker klingen Finlays Kochkünste.

Hier steht cozy Fantasy drauf und das ist auch drin. Ich glaube es ist sehr wichtig, dass man dies beachtet, wenn Fans von sehr schnellen, spannenden Fantasygeschichten werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Das Erzähltempo ist sehr gemächlich, wir lernen die Figuren über lange Dialoge kennen und bis zum letzten Drittel passiert auch drumherum nicht allzu viel. Wir lernen zwar ein bisschen was über die verschiedenen Reiche und dass eventuell ein Krieg bevorsteht, aber das steht nicht im Zentrum der Handlung. Vielmehr geht es darum, wie sich Finlay am Königshof etabliert und zu einem wichtigen Vertrauten der Königsfamilie wird, da seine Fähigkeiten über das bloße Kochen hinausgehen.
Mir persönlich gefallen solche gemütlichen Geschichten sehr und genau das habe ich hier bekommen. Allerdings hätte das Buch für mich ein gutes Stück kürzer sein dürfen. Besonders im Mittelteil hat es sich dann doch etwas gezogen und einige Passagen machen Abbiegungen, die es für mich nicht gebraucht hätte. Im letzten Drittel war wieder Spannung da und ich war voll drin, aber zwischendurch plätscherte die Handlung sogar für meinen Geschmack etwas zu sehr dahin. 

Die Figuren haben mir gefallen, allen voran Finlay mit seinen hexischen Fähigkeiten, aber auch viele der Nebenfiguren sind ganz herzerwärmend. Sei es unser Kater Kraken, in dessen Kopf wir auch manchmal lauschen dürfen, der Königssohn oder das Königspaar. Auch eine leichte Liebesgeschichte kommt hier vor, die ich wunderschön fand. Es wird genug Tiefe aufgebaut und Emotion geweckt, ohne dass die Gemütlichkeit der Geschichte eingebüßt wird. Das hat mir sehr gefallen und war ein großer Pluspunkt der Geschichte.

Ich habe diesen literarischen Ausflug nach Daxaria sehr genossen und bin froh, Finlay und seine Haushexen-Fähigkeiten kennengelernt zu haben. Mein einziger Kritikpunkt sind die Längen in der Mitte des Buches gewesen; hätte das Buch um die 400 bis 450 Seiten gehabt, wäre es für mich genau richtig gewesen. Das Ende der Geschichte hat mich aber wieder versöhnlich gestimmt.



Delemhach Emilie Nikota entführt uns in The House Witch in eine magische und gemütliche Welt voller kleiner Zauber und Wunder, die es sich lohnt, zu genießen. Dies ist keine Geschichte für die Fans epischer, spannender Fantasy, sondern für die Genießer der cozy Fantasy, wo ganz viel Atmosphäre zwischen den Zeilen steckt und man sich einfach einkuscheln und träumen möchte. Ich mochte das Buch sehr und fand es bis auf einige Längen im Mittelteil sehr lesenswert.




Alles Liebe




[Rezension] The Robin on the Oak Throne – Der Fluch des Rotkehlchens

Autorin: 
K. A. Linde
Verlag: Heyne 
720 Seiten
Originalsprache: Englisch
Kategorie: Fantasy/ Urbanfantasy/ Romantasy
2. Band einer Reihe (
The Oak & Holly Cycle)
Hardcover 24,00€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



!!!Kann SPOILER zum 1. Band beinhalten!!!

Liebe ist ein gefährliches Spiel ...


Seit sie New York City verlassen hat, wird Kierse von Albträumen aus einer Vergangenheit geplagt, an die sie sich nicht erinnern kann. Ihre einzige Hoffnung besteht darin, die Wahrheit über ihre leiblichen Eltern herauszufinden. Eine Wahrheit, die tief in den Verlockungen des Kobold-Marktes verborgen liegt. Dafür muss Kierse nur das magische Armband vom Handgelenk der Nymphenkönigin stehlen. In deren eigenem Palast. Ein Kinderspiel für die talentierteste Diebin New Yorks, sollte man meinen. Doch dann geht alles schief und Kierse braucht ausgerechnet die Hilfe des Mannes, den sie nie wieder sehen wollte: Graves ...

(Quelle: penguin.de/ März 2026)




Die Bücher der Reihe sind richtig schön gestaltet, ich mag die Farbgebung und die verschnörkelten Elemente auf dem Schutzumschlag sehr. Im Englischen ist der 2. Band Rot, was auch sehr schön aussieht, aber ich bin happy mit unserer lila Version. Bei der Dicke der Bücher bin ich auch sehr froh, dass es Hardcover sind. Vorne im Buch gibt es eine Karte von New York City nach dem Monsterkrieg, die ich sehr hilfreich während des Lesens fand.



Ich bleibe in der Rezension weitestgehend spoilerfrei, aber einige Aspekte des ersten Bandes werden aufgegriffen, die auch bereits die Kurzbeschreibung verrät.

Was ich sehr erfrischend an dem Einstieg des Buches fand, waren die verschiedenen Ortswechsel, obwohl wir die meiste Zeit über wieder in New York City sind, und dieses Setting macht das Buch absolut aus. Hier sind die Auswirkungen des Monsterkrieges deutlich spürbar und die verschiedenen Territorien der Monster bringen Schwung in die Handlung.

Am Ende des ersten Bandes wurden einige mythologische Aspekte mit in die Geschichte eingewoben, die weiterhin eine große Rolle spielen. Dabei kommen einige weitere Wesen hinzu mit ihren einzigartigen Fähigkeiten und Begabungen. Diese Vielfalt an Spezies und "Monstern" finde ich in dieser Reihe besonders spannend.

Zudem möchte ich die Charakterentwicklung einiger Figuren positiv hervorheben, insbesondere bekommen Graves, Lorcan und Gen und Ethan nochmal mehr Tiefe. Kierse entwickelt sich zwar auch weiter, ich empfand sie allerdings manchmal etwas anstrengend und sie hat teilweise irreführend gehandelt, wie ich fand. Dennoch habe ich sie als Protagonistin wieder gerne begleitet.

Als Kritikpunkte an diesem 2. Band muss ich leider die Länge des Buches benennen. Wir orientieren und in Abschnitten immer an einer bestimmten Zielsetzung, z.B. besteht ein großer Teil der Handlung diesmal aus der Planung und Umsetzung eines gemeinschaftlichen Diebstahls. Das war spannend, aber die Autorin spinnt so viele Nebenstränge und beschreibt ellenlange Dialoge, dass sich die Geschichte leider häufig ganz schön zog. Wie üblich war das letzte Drittel dann wieder sehr spannend und die ein oder andere Wendung konnte überzeugen, aber insgesamt habe ich zwischendrin die Lust verloren, weiterzulesen, und vergleichsweise lange für das Buch gebraucht. So entstand bei mir das typische "Zwischenband" Gefühl beim Lesen, wie es bei Trilogien häufig der Fall ist.

Wegen des spannenden Endes habe ich mich darauf gefreut, auch den 3. Band zu lesen. Nun habe ich aber erfahren, dass es noch einen 4. und 5. Band geben soll, was mich persönlich eher enttäuscht. Ich weiß nicht, ob die Handlung wirklich das Potenzial hat, noch über drei weitere Bände gestreckt zu werden und ich befürchte eher ein künstliches In-die-Länge-Ziehen vom Plot. Daher bin ich gerade etwas unentschlossen, ob ich weiterlesen soll und lasse es mir bis zum deutschen ET von Band 3 durch den Kopf gehen...



"The Robin on the Oak Throne – Der Fluch des Rotkehlchens" ist ein gelungener 2. Band mit einigen Längen, die mich etwas gestört haben. Die Handlung ist weiterhin spannend, mich begeistert das New York Setting und die sich allmählich formende Found Family Dynamik der Figuren. Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung der Reihe, obwohl mich die noch folgende drei Bände nun etwas abschrecken. Wer Band 1 mochte, dem würde ich Band 2 aber defintiv auch empfehlen und alle Urban Fantasy Fans sollten mal reinschnuppern, ob die Reihe sie begeistern könnte.





Alles Liebe



Montag, 9. März 2026

[Rezension] The Tainted Cup von Robert Jackson Bennett

Autor: Robert Jackson Bennett
Verlag: Adrian & Wimmelbuchverlag
464 Seiten
Originalsprache:Englisch
Übersetzung: Karla Schmidt & Jakob Schmidt
Kategorie: Fantasy/ Highfantasy/ Krimi
1. Band einer Reihe
Paperback 16,95€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Verlag über Netgalley freundlicherweise als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Eine exzentrische Detektivin und ihr leidgeprüfter Assistent entwirren ein Netz aus Magie, Betrug und Mord in dieser funkelnden Fantasy-Neuinterpretation des klassischen Kriminalromans.

Ein eigenartiges Verbrechen. Eine brillante Ermittlerin. Ein Mysterium von epischen Ausmaßen.

In einer opulenten Villa an der Grenze des Imperiums wird ein hoher Offizier tot aufgefunden – getötet durch einen Baum, der spontan seinem Körper entwuchs. Selbst hier, wo es viele Ansteckungen gibt und das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen bewirkt, ist es ein Tod, der gleichzeitig schrecklich und eigentlich unmöglich ist.

Zur Aufklärung des Verbrechens wird Ana Dolabra hinzugezogen, eine Ermittlerin, deren brillanter Ruf nur durch ihre Exzentrik übertroffen wird. An ihrer Seite steht ihr neuer Assistent Dinios Kol, ein Graveur, der auf magische Weise so verändert wurde, dass er ein perfektes Gedächtnis besitzt.

Bald führt der Mord zu einem Plan, der die Sicherheit des Imperiums selbst bedroht. Für Ana ergibt all dies ein wunderbar stacheliges Puzzle - endlich etwas, das ihre Aufmerksamkeit wirklich fesselt. Und Din? Er muss einfach durchhalten.

(Quelle: Thalia.de/ März 2026)




Das Buch sieht interessant aus und hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Es ist gleichermaßen schlicht, aber dennoch besonders und greift Symbole, die in der Handlung eine wesentliche Rolle spielen, auf. Es handelt sich um einen Genremix aus Krimi und Fantasy, wobei das Cover eine fantastische Geschichte vermuten lässt. Letztendlich verbirgt sich dahinter aber ein spannender Mix aus einem Kriminalfall vor einem fantastischen Setting.



In dieser Geschichte geht es um Din, der ein Graveur ist und bei seiner Meisterin Ana als Lehrling angestellt ist. Sie werden hinzugezogen zu einem mysteriösen Mordfall, bei dem ein Mann von einem wachsenden Baum durchbohrt wurde. Als die Unruhen im Land zunehmen, da ein Leviathan die Stadt bedroht, scheint sich ein Netz aus Intrigen zusammen zu spinnen, in das auch der bisherige Mordfall verwickelt ist.

Das Buch kann man schlecht beschreiben, das Buch muss man erleben. Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt. Das fantastische Setting, das der Autor hier beschreibt, ist recht komplex und wird auch nicht bis ins Kleinste erklärt. Vielmehr geht es darum, die Geschichte zu erleben, einige Dinge auch einfach hinzunehmen und sich mit Din auf Spurensuche zu begeben.
Man kann jederzeit miträtseln, auch, wenn man die Strukturen der Gesellschaft nicht komplett versteht. Es macht Spaß in die komplexen Stränge verwickelt zu sein und am Ende überrascht zu werden.

Die Figuren sind teilweise sehr seltsam ein bisschen schrullig und exzentrisch, allen voran Dins Meisterin Ana. Das macht das ganze aber so spannend, weil sie perfekt in die hier beschriebene fantastische Welt passen und wir im Endeffekt niemandem trauen können. Das Magiesystem ist so neu und besonders, dass ich noch etwas vergleichbares gelesen habe. 
Rein von der Atmosphäre her hat es mich manchmal ein bisschen an Blood over bright haven erinnert, da merkt man, dass beide aus demselben Verlagshaus stammen. Ich wurde wunderbar unterhalten.



Wer gerne Fantasy liest und mal etwas ganz anderes erleben möchte, der ist bei The Tainted Cup genau richtig. Hier gibt es die einzigartige Mischung aus Krimi und fantastischem Setting mit viel Fokus auf gesellschaftliche Strukturen und Magie. Ich fand diese Mischung sehr besonders. Die Geschichte versprüht eine einzigartige Atmosphäre und ich möchte unbedingt in Band 2 in diese Welt zurückkehren..



Alles Liebe



[Rezension] Montcrest University von Laurie Harmening

Autorin: Laurie Harmening
Verlag: Cove
496 Seiten
Originalsprache: Deutsch
Kategorie: Urban Fantasy/ Dark Academia
1. Band einer Dilogie
Paperback 17,00€ (D), E-Book 12,99€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Cove Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Willkommen an der Montcrest University – einer geheimen Eliteakademie, tief verborgen in den schneebedeckten Schweizer Alpen. Abseits der sterblichen Welt studieren hier die Erben der versiegelten Unterwelt: Dämonen und Schattenengel, die darauf vorbereitet werden, die Menschheit mit Sünde und Tod zu überziehen.  

Grace Blackmore, Einzelgängerin, Schattenengel und Tochter ehrgeiziger Eltern, will nur eines: an der Spitze stehen. Doch an der Montcrest University entscheidet nicht Talent, sondern die Blutlinie über deinen Platz in der Rangordnung. Und ganz oben befindet sich Isak Volstrom, Montcrests mächtigster Dämon. Der Gebieter über Gedanken und Gefühle ist es gewohnt, alle zu beherrschen, nur ausgerechnet Grace entzieht sich seiner Kontrolle. Als die Universität ihren fünf besten Studierenden die einmalige Chance bietet, in die Hölle hinabzusteigen, entbrennt ein erbitterter Wettstreit um die begehrten Plätze. Die Rivalität zwischen Isak und Grace wird nahezu tödlich. Aber die Anziehung ist es auch … 

(Quelle: Carlsen.de/ März 2026)



Das Buch ist einfach nur eine Augenweide, ich liebe das Dunkelgrün mit den goldenen Akzenten, das in Kombination ein sehr edles Aussehen macht und auch die Dark Academia Stimmung gut einfängt. Wer Glück hatte und noch den goldenen Farbschnitt in der ersten Auflage ergattert hat, hat wirklich ein Gesamtkunstwerk.



Die Idee einer elitären Bösewichtakademie finde ich wunderbar. Laurie Harmening hat hier definitiv Kreativität bewiesen und eine unfassbar spannende Ausgangssituation geschaffen. Auch das Setting in den Schweizer Alpen ist clever gewählt und kommt sehr gut rüber, besonders in den Abschnitten, wo es um Skifahren geht, wurde uns die Landschaft näher gebracht. Insbesondere am Anfang mochte ich auch die Beschreibungen der Akademie sehr gerne, die eine schöne Atmosphäre schaffen.
Hinsichtlich des Unterrichts und der gesamten Akademie des Bösen hätte ich mir jedoch mehr Tiefgang erhofft, ich hätte gerne häufiger am Unterricht teilgenommen und verstanden, wie die spannend klingenden Schulfächer denn genau ausgestaltet werden, dadurch kam mir das Akademiefeeling hier etwas zu kurz.

Der Schreibstil der Autorin ist locker und passt hervorragend zur Geschichte, besonders für einen Debüt finde ich ihren Schreibstil wirklich gelungen.

Der Plot war an sich spannend, hatte für mich aber einige Längen. Leider fand ich auch die gesamte Storyline recht vorhersehbar und es gab nicht wirklich einen Plottwist. Der gesamte Handlungsstrang um die Höllenflamme und was damit passiert hat mich leider nicht ganz so catchen können wie andere Aspekte der Akademie, die ich gerne ausdifferenzierter erfahren hätte.
Auch die Wesen der Dämonen und Schattenengel, die hier im Fokus stehen, hätten gerne noch mehr Raum einnehmen können. Hier fehlt es für meinen Geschmack ein bisschen an Worldbuilding. Dafür fand ich einige spicy Szenen dann etwas deplatziert, die hätten gerne weggelassen oder kürzer gefasst sein können.

Mit Isak und Grace haben wir zwei sehr eigenwillige Protagonisten, die man wahrscheinlich gar nicht mögen soll, das hat bei mir auf jeden Fall funktioniert. Auch wenn Grace nach und nach eine etwas weichere Seite zeigt, konnte ich bis zum Ende mit beiden nicht so richtig eine Verbindung aufbauen. Die Autorin hat beiden eine spannende Hintergrundstory gegeben und auch die Motive, warum sie so handeln, wie sie handeln, konnte ich nachvollziehen, aber dennoch fand ich die beiden nicht so richtig greifbar, beziehungsweise kam die Charakterentwicklung erst am Ende ins 
Rollen.
Ähnlich erging es mir mit den Nebenfiguren, außer Tereza konnte ich niemanden so richtig greifen und auch die Clique der Sinner ist leider etwas blass geblieben, obwohl in den Figuren Potenzial steckte.

Leider war mir der letzte Abschnitt viel zu schnell abgehandelt, da die gesamte Handlung auf die Reise in die Hölle hinausläuft, die dann aber sehr schnell und kurz beschrieben wird. Deswegen hat mich die Geschichte am Ende leider verloren und nach aktuellem Stand möchte ich Band 2 nicht lesen. Dennoch finde ich, es handelt sich um ein gelungenes Debüt und ich würde noch mal etwas aus Laurie Harmenings Feder lesen, da mir ihr Schreibstil sehr gut gefallen hat.



Montcrest University ist ein gelungenes Debüt mit einer sehr starken Ausgangsidee. In der Umsetzung haben sich für mich ein paar Schwächen gezeigt, darunter einige Längen im Erzähltempo und die etwas oberflächlichen Figuren. Dennoch erkennt man definitiv Potenzial und ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.





Alles Liebe