Donnerstag, 29. Februar 2024

[Rezension] Every Day - Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan und Dion MBD

Hallo ihr Lieben,

Mitte Februar erreichte mich ein zauberhaftes Überraschungspaket aus dem Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag zu "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan.

Das Buch ist bereits vor über zehn Jahren erschienen und gehört seit damals zu meinen liebsten Jugendbüchern. Umso schöner, dass die Geschichte immer wieder in neuem Kleid erscheint: Es gibt einen Film, eine Neuauflage im Taschenbuch und nun auch eine Graphic Novel! Diese möchte ich euch heute vorstellen - viel Spaß!


Wer sich für den Roman interessiert, kann gerne meine Rezension aus 2014 dazu lesen (bitte erschreckt euch nicht über die Formatierung damals :P).






...und nun zur Graphic Novel

Autor: David Levithan
Verlag: KJB
Originalsprache: Englisch
Übersetzerin: Martina Tichy
Illustrator: Dion MBD
Kategorie: Jugendbuch/ Romance/ Graphic Novel
Ab 14 Jahren
208 Seiten
Gebundene Ausgabe 19,90€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel


*Dieses Buch hat mir der Fischer Verlag freundlicherweise zugesendet. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Jugendliteratur jetzt als Graphic Novel

Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist? (Quelle: fischerverlage.de/Februar2024)



Die Graphic Novel ist ein richtiger Hingucker geworden, Illustrator Dion MBD hat ganze Arbeit geleistet. Ich finde den Zeichenstil wunderschön und dass es farbige Illustrationen sind.

Gerade diese Geschichte eignet sich hervorragend für eine Graphic Novel, da wir es mit immer wieder neuen Personen zu tun haben, in die A für einen Tag hineinschlüpft. Wer den Roman, wie ich, vor längerer Zeit gelesen hat, der wird merken, wie nach und nach die Erinnerungen an die Geschichte zurückkehren und sie nochmal ihre ganze, zauberhafte Wirkung entfaltet und einem am Ende nochmal das Herz bricht.

Dem Text konnte ich immer sehr gut folgen, wobei auch schon die Mimik und Gestik der Figuren sehr viel transportieren. Es ist faszinierend zu sehen, wie wenig Worte man doch braucht, wenn es aussagekräftige, emotionsgeladene Zeichnungen gibt. 
Ich bin so froh, diese Graphic Novel bekommen zu haben. Ich wusste nicht, dass ich sie brauchte, aber ich brauchte sie. "Letztendlich sind wir dem Universum egal" ist so eine besondere Geschichte, die ich schon mit 15 geliebt habe und nun immer noch liebe. Sie in Form einer Graphic Novel wiederzuentdecken war großartig und ich kann es nur jedem ans Herz legen, ob für eine Neuentdeckung der Geschichte oder eine zweite Liebe für die, die den Roman schon kennen.


Alles Liebe







Vielen herzlichen Dank an den Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag für die Zusendung des Buches!

Mittwoch, 28. Februar 2024

[Rezension] Sparks - Die Magie der Funken von J. R. Dawson

Hallo ihr Lieben,
obwohl ich als Person gar nicht in den Zirkus gehe, spricht mich dieses Setting in Büchern und Filmen total an. Kennt das jemand von euch? Bücher wie "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern, "Die Arena" von Hayley Barker oder "The Greatest Showman" sprechen mich sehr an. Deshalb musste ich "Sparks" auch sofort auf meine Wunschliste packen, als ich es in der Fischer-Vorschau gesehen habe. Ob es meine hohen Erwartungen erfüllen konnte erfahrt ihr jetzt - viel Spaß bei meiner Rezension!


Autorin: J. R. Dawson
Verlag: Fischer Tor
Originalsprache: Englisch
Übersetzerin: Gesine Schröder
Originaltitel: The First Bright Thing
Kategorie: Historische Fantasy
Einzelband
480 Seiten
Gebundene Ausgabe 25,00€ (D), E-Book 4,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel


*Dieses Buch hat mir der Fischer Tor Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zieht eine Truppe von Zirkusartisten durch den Mittleren Westen der USA. Ihre Manege ist nicht groß, doch ihre Talente sind mehr als außergewöhnlich: Odette, eine Trapezkünstlerin, kann Krankheiten und Verletzungen heilen. Mauve sagt die Zukunft voraus. Und Rin vermag durch die Zeit zu reisen. Zu dritt versuchen sie mit dem Zirkus, anderen übernatürlich Begabten ein Zuhause zu bieten, Sicherheit und eine Familie.

Denn das Leben ist für diese “Sparks” alles andere als einfach. Die Regierung versucht, sie zu instrumentalisieren oder wegzusperren. Und dann gibt es da noch den grausamen Mitternachtszirkus des mächtigen Circus King, der mit Rin noch eine Rechnung offen hat. Doch die größte Gefahr lauert in der Zukunft: Als Mauve, Odette und Rin auf einer ihrer Zeitreisen erfahren, dass ein weiterer Krieg die Welt in den Abgrund reißen wird, wollen sie alles dafür tun, ihn aufzuhalten … (Quelle: fischerverlage.de/Februar2024)




Das Cover der Geschichte gefällt mir unheimlich gut, da es die typischen Zirkus Farben Rot, Gold und Schwarz auf stilvolle Art und Weise aufgreift. Das Zirkuszelt als Symbol darf natürlich auch nicht fehlen, und dennoch wirkt das Buch nicht zu verspielt, denn die Geschichte hat neben dem Zirkuswunder auch sehr ernste und traurige Zwischentöne. Demnach bin ich wirklich angetan von der treffsicheren Designs des Covers zu der Geschichte von Autorin Dawson. Es wurde fast vollständig aus dem englischen Original übernommen.



Ich finde die Geschichte gar nicht so leicht zusammenzufassen ohne zu viel vorwegzunehmen, ich versuche es einfach mal: Nach dem ersten Weltkrieg haben einige Menschen besondere Fähigkeiten entwickelt und werden in der Folge als Sparks bezeichnet. Eine von ihnen ist Ringmaster, genannt Rin, die aus besonderen Sparks einen Zirkus zusammengesetzt hat und mit ihnen mit einem magischen Zug von Stadt zu Stadt reist. Doch der nächste Krieg droht bereits und Rin muss sich die Frage stellen, ob sie gegen die Dämonen der Zukunft oder der Vergangenheit ankämpfen möchte...



Dieses Buch hat so viele Facetten und Töne, eine Zusammenfassung wird ihm gar nicht gerecht. Deshalb kann ich euch auch empfehlen, ganz unvoreingenommen und ohne die Inhaltsangabe in die Geschichte reinzuspringen, denn die Atmosphäre des Buches ist unbeschreiblich. Die Definition als Historische Fantasy passt hervorragend zu dieser Geschichte, da sie fantastische Elemente nutzt, aber eher subtil und teilweise als Metapher. Wer hier einen klassischen Fantasy-Epos erwartet, der wird enttäuscht. Es handelt sich vielmehr um ein Antikriegsdrama mit fantastischen Anteilen.


Zeitlich befinden wir uns zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, was sich in der Erschöpfung und Kriegsmüdigkeit der Figuren niederschlägt. Alle sind erst mal froh darüber, den Krieg geschafft zu haben und guten Mutes, dass es nun vorbei ist. Doch Rins Spark besteht darin, in den Zeiten hin- und herzuspringen, sodass sie bereits weiß, dass es abermals Krieg geben wird. Allein diese Prämisse bringt Fragen auf wie "Warum schaffen es die Menschen nicht aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen?". Rin und ihre Freundinnen versuchen nicht nur einmal, auf die Zukunft Einfluss zu nehmen, in dem sie Geschehnisse verändern, aber das ist nicht so einfach wie gedacht, was zu Frustration, Wut und Trauer führen kann.
Ein zweiter Erzählstrang setzt etwas früher, während des Ersten Weltkriegs ein. Zu diesem möchte ich nicht zu viel verraten. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die mich ein bisschen an "The Greatest Showman" erinnert hat und eindrücklich die Folgen des Krieges für die Soldaten darstellt. Die Erzählstränge fließen nach und nach ineinander, was ich nicht überraschend, aber gut gemacht fand.
Insgesamt ist die Geschichte sehr ruhig erzählt, aber in den Zwischentönen umso gewaltiger. Obwohl ich straff erzählte Geschichten häufig bevorzuge, war das Erzähltempo hier für meinen Geschmack der Geschichte genau angemessen und konnte nur so ihre volle Wirkung entfalten.

Neben dem ganzen Kriegsdrama und Leid kann man sich fragen, bekommen wir denn auch Zirkus? Das kann ich defintiv bejaen. Es gibt nicht allzu viele, aber zauberhafte Passagen, in denen die Vorstellungen beschrieben werden, die faszinierten Gesichter des Publikums und die einzelnen Shownummern. Wir lernen generell sehr viele Personen des Zirkus kennen und habe absolute Found Family Stimmung. Alle Zirkusartisten vereint, dass sie Sparks sind und in ihrem Zirkus einen Ort des Zusammenhalts und Zuhauses gefunden haben. Im Zentrum dessen stehen Zirkusdirektorin Rin mit ihrer Ehefrau Odette (LGBTQIA+ Leser*innen kommen somit auch auf ihre Kosten) und Seherin Mauve, die den harten Kern darstellen. Ich habe den harten Kontrast des Krieges und des bunten, geistreichen Zirkus' sehr genossen.


Die Figuren haben viel Tiefe und sind etwas ganz besonderes. Allein, wie sehr Direktorin Rin mit den Geistern der Vergangenheit kämpft, sich das ein oder andere mal im Alkohol verliert oder an sich zweifelt war sehr authentisch und fast schmerzhaft zu beobachten. Odette, Mauve, die anderen Sparks, alle haben sehr viel Persönlichkeit und Güte in sich, was ich besonders fand. Dem Gegenüber haben wir aber auch das Böse des Mitternachtszirkus - Gut gegen Böse, aber nie Schwarz-Weiß gedacht, die Autorin gibt für alles Erklärungen, denn niemand ist ohne Grund so, wie er ist. 

Das Ende war bittersüß, hat mich berührt und bangen lassen. Für mich war es das perfekte Ende der Geschichte und ich bin froh, dass es ein Einzelband ist. Sicherlich ist die Geschichte nicht für jeden etwas, aber wer sich drauf einlassen mag bekommt einiges geboten.

 

"Sparks" ist eine ganz besondere Geschichte voller Magie, Grausamkeit und allem dazwischen. Ich habe den Mix aus Kriegsdrama und zauberhafter Zirkusatmosphäre mit beispielloser Found Family Atmosphäre absolut genossen. Vielleicht lest ihr mal in die Leseprobe rein, ob die Geschichte euch verzaubern kann. Ich habe einiges erwartet, aber noch mehr bekommen. Ein Highlight!


Alles Liebe



Vielen herzlichen Dank an den Fischer Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] Honesty - Was die Wahrheit verbirgt von Franzi Kopka

Hallo ihr Lieben,
wir haben einen neuen Autorinnenstar am Dystopien-Himmel, Franzi Kopka hat mit "Gameshow" letztes Jahr schon sehr viele begeistert. Nun startet mit "Honesty - Was die Wahrheit verbirgt" ihre neue dystopische Trilogie. Ich habe den Auftaktband bereits lesen können und möchte euch heute meine Meinung mitteilen - viel Spaß dabei!


Autorin: Franzi Kopka

Verlag: Fischer Sauerländer
Originalsprache: Deutsch
Kategorie: Jugendbuch/ Dystopie
Ab 14 Jahren
Erster Band der Honesty-Trilogie
480 Seiten
Gebundene Ausgabe 19,90€ (D), E-Book 16,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel


*Dieses Buch hat mir der Fischer Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Nach der großen Pandemie und einem erbitterten Krieg herrscht in Sestiby vollkommener Frieden. Eine allgegenwärtige KI sorgt für die Bevölkerung. Lügen gehören der Vergangenheit an, genau wie jene Emotionen, die Menschen unbedacht handeln lassen: Misstrauen, Eifersucht oder Wut. Nur Mae spürt diese verbotenen Gefühle – Gefühle, die sie ihr sicheres Leben kosten könnten. Als sie in das Partnerschaftsprogramm der Regierung gesteckt wird, steht sie unter strengster Beobachtung. Sie tut alles, um nicht aufzufliegen, wäre da nur nicht dieser gefährlich attraktive Typ mit den frostblauen Augen, der sie immer wieder provoziert – bis er ihr ganzes Weltbild mit nur einem Satz zum Einsturz bringt. (Quelle: fischerverlage.de/Februar2024)



Auf den ersten Blick wirkt die Gestaltung schlicht, aber diese Schlichtheit hat es in sich. Ich würde den dunklen Look mit den Kupferelementen am ehesten als edel bezeichnen, was sehr gut zu der Grundstimmung der Geschichte in Sestiby passt. Frei dem Motto "Es ist nicht alles Gold, was glänzt" hat auch diese vermeintlich makellose Welt ihre Risse. Insgesamt ist das Design sehr hochwertig und mit den Farbschnitt der Erstauflage ein besonderer Hingucker.


Wir befinden uns in einer Zukunftsvision um 2300, diverse Krisen haben die Erde gezwungen, sich neue Systeme und menschliche Spielregeln zu überlegen. Sestiby ist geprägt von der Wahrheit, und nichts als der Wahrheit. Die Menschen nehmen ein Wahrheitsserum in Tablettenform ein, damit Lügen keinen Raum mehr haben und somit auch destruktive Gefühle wie Angst, Wut oder Hass abgeschwächt werden - alles soll in bester Ordnung sein. So auch Partnerschaften, die bis zum 21 Lebensjahr geschlossen werden sollen, was durch das neue Partnerschaftsprogramm PEP nun noch simpler sein soll. Mae wird dazu in ein Camp geschickt, um mittels verschiedener Tests dem perfekten Partner zugewiesen zu werden. Doch sie ahnte nicht, dass ihre Zeit in Camp Eins ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellen und sie an dem gesamten System Zweifel hegen würde...


Franzi Kopka zeichnet in dieser Dystopie ein sehr spannendes Zukunftsszenario mit einigen bekannten, aber auch vielen neuen Elementen. Das kastenartige System der Ringe mutet wieder ein bisschen an die Distrikte in "Die Tribute von Panem" an, aber danach verlaufen sich die Ähnlichkeiten auch schon. Das finde ich sehr gut, da mir die Parallelen in "Gameshow" zu stark waren. Mae befindet sich in Ring 5 im mittleren Bereich der Gesellschaft, genießt aber durch ihre Arbeit in Ring 2 einige Privilegien. Als sie im Rahmen des Partnerschaftsprogramms PEP auf Gleichaltrige aus Ring 1 und 2 trifft wird aber schnell deutlich, dass diese ein ganz anderes Leben führen. Beispielsweise greift die Autorin die Papierknappheit auf, sodass hier nur die oberen Ringe Zugang zu gedruckten Dokumenten und Papier zum Zeichnen haben, was ich sehr interessant fand.

Wir haben hier verschiedene spannende Aspekte, die sicherlich über die Folgebände hinweg noch mehr ausgeführt werden können, wie das Wahrheitsserum, das die Menschen einnehmen, die Zusammensetzung der Regierung und die Verteilung von Ressourcen auf Basis von Herkunft und Eheschließungen. Worüber wir noch relativ wenig erfahren, sind die Absichten, die hinter dem PEP stehen, da die jungen Erwachsenen sehr viele Tests über sich ergehen lassen müssen - wozu das alles? Die Autorin hat viele relevante Informationen geliefert, ohne bereits das Pulver für die Folgebände zu verschießen. Die Reihe hat so viel Potenzial, ich würde am liebsten direkt weiterlesen.


Schreibstil & Handlung: Das Erzähltempo ist wie auch schon in "Gameshow" sehr dynamisch, fesselnd und actiongeladen. Ich war direkt ab der ersten Seite drin im Thema und habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Franzi Kopka hat einen sehr einnehmen Schreibstil, der locker und gleichzeitig packend ist. Da es sich bei der Trilogie um Jugendbücher handelt (aber nicht nur, für mich klassische All-Ager), werden Leser*innen verschiedener Zielgruppen sicherlich gut von der zeit- und alterslosen Geschichte unterhalten.
Die Handlung war dadurch durchweg spannend und es gab gut dosierte Wendungen und Plottwists, ohne dass es zu viel oder zu abgedreht wurde. Die Autorin legt manchmal einige Brotkrumen aus, die sich später als Hinweis auf eine sich anbahnende Überraschung entpuppen - so macht das Miträtseln nochmal mehr Spaß. Alles in allem tadellose Unterhaltung zum Mitfiebern und alles um sich herum vergessen.


Charaktere: Die Figuren haben mir nochmal deutlich besser gefallen als in "Gameshow", da sie für mich ausgereifter und nahbarer waren. Mae war eine sehr spannende Protagonistin. Beispielsweise durch ihr besonderes Aussehen (ihre natürlich roten Haare und Sommersprossen, die sie im Gegensatz zu den Gleichaltrigen aus den höheren Ringen nicht ästhetisch hat angleichen lassen) ist sie schon aus der Masse herausgestochen. Zudem betrachtete sie sich als "kaputt", da sie anders als die meisten anderen weiterhin negative Emotionen sehr stark wahrnahm und Panikattacken durch Beruhigungsmittel zu unterdrücken versuchte. Ansonsten fand ich es gut, dass sie zu Anfang das System nicht hinterfragt hat. Sie war keine perfekte Protagonistin, die superclever und mutig auf eigene Faust das System verändern wollte, sondern ist relativ unbedarft und im richtigen Maße naiv an die Sache herangegangen.
Einige der Nebenfiguren habe ich auch ins Herz geschlossen, allen voran Maes Freundin Therese, die sie im Camp kennenlernt, Jamar oder auch Maes kleine Schwester Cara. Love Interest Grayson kann ich nach Band Eins noch nicht vollkommen einordnen, aber er hat defintiv Potenzial für einen richtig guten Bookboyfriend. Ich freue mich darauf, die Entwicklung der Figuren und ihre Facetten über zwei weitere Bände verfolgen zu können.


Ende: Was für ein Showdown! Es ist einfach nur fies von der Autorin, uns mit so einem grandiosen, aber offenen Ende zurückzulassen ohne jede Info, wann Band 2 erscheinen wird. Ich war vollkommen gefesselt und mit ein paar Tagen Abstand kann ich sagen, dass mich die Geschichte überhaupt nicht loslässt und ich am liebsten direkt wieder nach Sestiby zurückkehren würde.


Der Auftakt der "Honesty"-Trilogie ist eine superspannende Dystopie, die mich wirklich von den Socken gehauen hat. Ich finde das gesellschaftliche System, das die Autorin hier gebaut hat, ebenso wie das Partnerschaftsprogramm extrem interessante Erzählelemente, die noch viel Potenzial für die Folgebände bereithalten. Ich freue mich jetzt schon sehr, in der Reihe weiterzulesen, und kann eine uneingeschränkte Empfehlung an alle Dystopie-Fans aussprechen!


Alles Liebe




Vielen herzlichen Dank an den Fischer Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Dienstag, 13. Februar 2024

[Rezension] A Midsummer's Nightmare von Noah Stoffers

Hallo ihr Lieben,

der Dark-Academia-Hype will einfach nicht abreißen und ich bin immernoch großer Fan. Altehrwürdige Elite-Colleges haben einfach einen besonderen Charme und sind das perfekte Setting für alle möglichen Romance- und Fantasy-Geschichten. Heute habe ich eine weitere Empfehlung für euch - viel Spaß bei meiner Rezension zu "A Midsummer's Nightmare"!


Autor*in: Noah Stoffers
Verlag: Knaur
Originalsprache: Deutsch
Kategorie: Fantasy/Dark Academia/Mystery
Einzelband
449 Seiten
Broschierte Ausgabe 16,99€ (D), E-Book 12,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel


*Dieses Buch hat mir der Droemer Knaur Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Der schottischen Insel Hilma steht ein Sommer wie kein anderer bevor:

Die Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität proben wie jedes Jahr die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch währenddessen entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten – und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, gefangen im Gemäuer der Universität.

Rivalitäten, romantische Gefühle und Leistungsdruck verblassen endgültig, als die vier herausfinden, dass nichts ist wie es scheint. Nur wenn es ihnen gelingt, sich ihren inneren Dämonen zu stellen, werden sie sich retten können… (Quelle: droemer-knaur.de/Februar2024)



Das Buch ist optisch ein richtiger Hingucker! Das dunkle Cover mit den folierten Goldelementen ist wunderschön und passt hervorragend zur Stimmung der Geschichte. Die Symbole, wie der Totenkopf und das Herz, werden in der Story aufgegriffen. Besonders gut gefällt mir der Buchrücken, der an ein in Leder gebundenes altes Buch erinnert. Hier passt die Gestaltung des Buches wirklich perfekt zur Handlung und der Atmosphäre, die das Buch transportiert.



Auf der Insel Hilma in Schottland liegt ein Elite-College, das für harte Arbeit, schlaue Köpfe und reiche Studierende bekannt ist. Als Ari für das neue Trimester auf die Insel zurückkehrt, tragen sich einige seltsame Ereignisse zu. Ein Student verschwindet und wird einige Tage später halbnackt auf der Insel aufgefunden. Ein weiterer Student bleibt vermisst. Aus Versehen geraten Ari und seine Freunde in die Geschichte hinein und als wenn das nicht schon aufreibend genug wäre, wird Ari von einem Geist längst vergangener Zeiten verfolgt. Hängen die Ereignisse möglicherweise zusammen?



Für College-Geschichten bin ich immer zu haben und hier hat mich besonders die Kombination mit übernatürlichen Fähigkeiten und Geistern angesprochen. Was soll ich sagen? - das Buch hält, was es verspricht. Ein großer Pluspunkt der Geschichte ist defintiv die College-Atmosphäre. Noah Stoffers schafft es, die alten Gemäuer und die mystische Atmosphäre der Vergangenheit durch die Seiten zu uns zu transportieren. Dabei haben die Beschreibungen der Umgebung, der Gerüche und Geräusche genau das richtige Maß, sodass ich manchmal wirklich eine Gänsehaut hatte. Sie sind aber nie so ausschweifend gewesen, sodass es langweilig wurde.

Die Handlung ist dabei eine Mischung aus College-Alltag, Aris Selbstfindung aufgrund deren non-Binarität sowie Murder-Mystery rund um die verschwundenen Studierenden. Insgesamt ist der Fantasyanteil etwas niedriger gewesen als ich es laut Klappentext erwartet hätte, was der Geschichte aber keinen Abbruch tat. Wir haben es nicht mit "klassischen" übernatürlichen Fähigkeiten wie Superkräften zu tun. Diese waren deutlich subtiler und besonderer, das solltet ihr selbst im Buch entdecken. Aris Geister-Sehen ist ebenso Teil davon und bringt besonders viel Grusel-Stimmung in die Geschichte hinein. Hinter all den Rätseln stecken Geheimnisse, die Stück für Stück entschlüsselt werden wollen. Das Thema des Theaters und Shakespeares hatte für mich genau den richtigen Anteil an der Geschichte und konnte auch als Metapher dienen. Ich hatte etwas Sorge, weil ich viele Zitate und Theaterszenen in Romanen oft nicht so spannend finde, aber hier hat Noah Stoffers für mich genau das richtige Maß gefunden.


Der Spannungsbogen war für mich nicht immer konstant oben. Ich fand den Einstieg etwas zäh, als die Studierenden verschwanden und Ari mit deren Nachforschungen begann wurde es richtig gut. Zwischendrin gab es dann wieder ein paar kleinere Hänger bis zum großen Showdown, der gerne etwas früher hätte eingeleitet werden können. Das wurde zum Teil durch die atmosphärischen Beschreibungen wett gemacht, aber für mich hätte einiges etwas straffer erzählt werden können.

Die Figuren waren insgesamt sehr gelungen. Ich mochte Ari gerne und fand die Einblicke in die mir fremde Welt der non-Binarität interessant. Das Buch enthält einige diverse Repräsentationen, seien es Geschlechtsidentitäten, Ethnien oder sexuelle Orientierungen. Ich hätte einige Figuren gerne noch näher kennengelernt, zum Beispiel Rayna oder Ren, die Ari beide sehr nahestehen, aber auch ihre Geheimnisse haben. Die Figuren waren alle sehr einzigartig und hätten gerne noch mehr Raum einnehmen können.

Das Ende ging etwas schnell, war aber gut gelöst und sehr spannend zu lesen. Einige Aspekte habe ich vorher erahnen können, von anderen wurde ich überrascht. Ein gelungener Abschluss für diese besondere Geschichte.


"A Midsummer's Nightmare" ist eine düstere, atmosphärische College-Geschichte mit einigen Fantasy- und Mysteryanteilen. Ich mochte besonders gerne die Murder-Mystery-Sequenzen und die besondere Stimmung des Buches. Fans von Dark-Academia und queeren Repräsentationen kann ich die Geschichte nur ans Herz legen. 


Alles Liebe




Vielen herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!