Freitag, 24. Juni 2022

[Rezension] Yadriel und Julian - Cemetery Boys von Aiden Thomas

Hallo ihr Lieben,

ich durfte freundlicherweise Dank vorablesen "Yadriel & Julian" bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen, was mich sehr gefreut hat. Das Buch stand nach dem großen Hype im englischsprachigen Raum schon längst auf meiner Wunschliste, umso mehr habe ich mich über die deutsche Übersetzung gefreut. Viel Spaß bei meiner Rezension!


Autor: 
Aiden Thomas
Erscheinungsdatum: 28.06.2022
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Cemetery Boys
Übersetzerin: Stefanie Frida Lemke
Kategorie: Roman/ Young Adult/ Fantasy
400 Seiten
Gebundene Ausgabe 18,00€ (D), Kindle Edition 14,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder deinem regionalen Buchhandel



*Dieses Buch hat mir der Dragonfly Verlag freundlicherweise in Kooperation mit vorablesen.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Kurz vor dem Tag der Toten will Yadriel seiner traditionellen lateinamerikanischen Familie beweisen, dass er ein brujo ist. Alle in seiner Familie können Geister beschwören oder haben Heilkräfte, aber weil Yadriel trans ist, lassen sie ihn nicht das Ritual durchlaufen. Mit der Hilfe seiner Cousine Maritza schafft er es allein. Doch bei seiner ersten Geisterbeschwörung geht etwas schief und Julian steht vor ihm, der Geist des Bad Boys seiner Highschool. Und der ist weit davon entfernt, bereitwillig ins Reich der Toten überzutreten. Mit Yadriels Hilfe will er herausfinden, wie er gestorben ist. Und je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto weniger will auch Yadriel, dass Julian geht (Quelle: Harpercollins.de/Juni2022).



Bei diesem Buch finde ich einen Coververgleich des Originals und der deutschen Übersetzung sehr lohnend. Während das englische Original durch das dunkle Rot, Santa Muerte im Hintergrund und die beiden ernst dreinblickenden Jungen eher etwas düsteres, erwachseneres ausstrahlt, wirkt unsere deutsche Version dagegen eher verspielt. Hier wurden Elemente des Dia de muertos aufgegriffen, die man schon mal gesehen hat: Bunt verzierte Totenschädel und Blumen. Aber auch einige Symbole, die direkt mit der Geschichte zu tun haben, tauchen hier knallbunt auf dem schwarzen Grund auf. Ich finde beide Interpretationen sehr interessant, bevorzuge aber das Originalcover.



Yadriels größter Wunsch ist es, von seinem Vater und dem Rest der brujx Gemeinde des Friedhofes endlich als brujo anerkannt zu werden. Da Yadriel trans ist und die anderen glauben, ihm fehlen die Eigenschaften, ist ihm das bisher verwehrt geblieben. Doch als er seine Zeremonie auf eigene Faust vollzieht, holt er aus Versehen einen jungen Mann zurück. Julian weiß nicht, wie er gestorben ist oder was er in der alten Kirche des Friedhofes zu suchen hatte. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach seiner Leiche und kommen dabei nicht nur der Wahrheit näher...



Dieses Buch bringt eine ganz besondere Mischung an Themen mit, sodass es mir schwerfällt, das Buch überhaupt in eine Genre-Kategorie zu stopfen.

Durch die Idee der brujx und Geister auf dem Friedhof hat es eine übernatürliche Komponente, die ich aber nach wenigen Seiten als gegeben hingenommen habe, ohne dass ich weiter darüber nachgedacht habe. Ich konnte mich sehr gut in den Glauben der südamerikanischen Kulturen einfühlen und habe mich auf den Dia de muertos und das Wiedersehen mit den Toten gefreut. Die Annäherung zwischen Yadriel und Julian spielt ebenfalls eine große Rolle, wobei auch diese eher zart eingewoben wird und nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Zudem ist Yadriels trans Identität und Julians Homosexualität ein wichtiges Element der Geschichte und wirft Fragen nach Zugehörigkeit, familiärem Rückhalt und Geschlechteridentitäten auf. Ihr seht schon, es ist eine bunte Mischung aus verschiedensten Themenbereichen, die für mich wunderbar harmoniert haben und das Buch zu etwas ganz besonderem machen.

Beginnen wir mit dem Schreibstil. Ich hatte wirklich Sorge, dass mich die spanischen Begriffe, die hier in kursiver Schrift immer wieder auftauchen, vielleicht aus dem Lesefluss bringen könnten. Ich kenne mich nicht besonders gut mit den hier angesprochenen kulturellen Einflüssen aus und spreche kein spanisch, sodass mir all diese Erzählungen neu waren. Glücklicherweise konnte ich diese Einblicke in eine andere Welt total genießen, ohne dass mich meine Unwissenheit darüber ins Stolpern gebracht hätte. Einige Begriffe und Sätze auf Spanisch habe ich nachgesehen, andere haben sich aus dem Zusammenhang ergeben. Ich habe das als atmosphärisches Stilmittel wahrgenommen, das der Autor perfekt dosiert eingesetzt hat. Ansonsten ist die Sprache sehr leicht und locker, sodass ich das Buch zügig durchgelesen habe.


Die Geschichte hat zwar einen dynamischen, interessanten Handlungsverlauf, da es auch um die Aufklärung von Julians Tod und das Hinfiebern auf den Dia de muertos geht, war für mich aber eher charakterbasiert. Ich fand es sehr spannend, Yadriel im Prozess seiner trans Identität zu begleiten und erstmals mit Dingen wie Bindern und der Problematik des Pronomen Wechselns konfrontiert zu sein. Es wurde deutlich, wie schmerzhaft es sein muss, wenn die eigene Familie dies nur halbherzig akzeptieren kann und immer mal wieder Kommentare dazu gemacht werden, dass Yadriel "immer ihr kleines Mädchen sein wird". Doch auch Julian ist ein ganz interessanter Protagonist, der erstaunlich schnell mit seinem Tod umgehen kann, einen tollen Humor mitbringt und in Kombination mit Yadriel für viele lustige, aber auch gefühlvolle Szenen gesorgt hat. Ihm bin ich nicht ganz so nah gekommen wie Yadriel, da die Geschichte hauptsächlich aus Yadriels Sicht erzählt wird, doch die Annäherung der beiden war hier sehr gut gelungen und nicht zu überstürzt. Maritza muss hier auch noch erwähnt werden, die für die zwei der Fels in der Brandung war und mich mit ihrer kecken, selbstbewussten Art sehr begeistert hat. Obwohl recht viele Figuren eingeführt werden, sind die wichtigsten wunderbar ausgearbeitet und nur einige Randfiguren bleiben etwas blasser. Hier ist dem Autor eine gute Fokussierung auf die wesentlichen Figuren und ihr Innenleben gelungen.

Zur Handlung sage ich nicht allzu viel, es lohnt sich, sich hier fallen zu lassen und alle Wendungen mitzuerleben. Das Ende ist mein einziger größerer Kritikpunkt, da mir dort auf so wenigen Seiten alles etwas überstürzt vorkam und durch die überschlagenen Ereignisse nicht nur Erklärungen, sondern auch Emotionen auf der Strecke blieben. Ansonsten habe ich jede Seite des Buches sehr genossen und Yadriel und Julian werden mir gedanklich noch nachhängen.

 

Ich bin so froh, dass die "Cemetery Boys" nun auch in deutscher Übersetzung bei uns erhältlich sind, denn bei diesem Buch kann ich den Hype mal wieder absolut nachvollziehen. Wir haben es mit einer außergewöhnlichen Themenvielfalt zu tun, das Buch ist ein Vorreiter in Sachen LGBTQIA+ und eine zarte, berührende Liebesgeschichte. Ich kann diesen Schmöker jungen wie älteren Leser*innen absolut ans Herz legen und wünsche euch einen fantastischen Dia de muertos mit Yadriel und Julian!

Alles Liebe
 



Vielen herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an vorablesen.de und den Verlag.


Freitag, 3. Juni 2022

[Rezension] I kissed Shara Wheeler von Casey McQuiston

Hallo ihr Lieben,

in meinem Lesemonat Mai habe ich euch ja schon erzählt, dass ich Ende Mai noch so einige Bücher begonnen habe, die nun Anfang Juni beendet werden. Eines davon war "I kissed Shara Wheeler", das ich nun in wenigen Tagen weggezischt habe. Viel Spaß bei meiner Rezension zu meinem ersten Casey McQuiston Roman!


Autor*in: 
Casey McQuiston
Erscheinungsdatum: 01.06.2022
Originalsprache: Englisch
Übersetzerinnen: Hannah Brosch & Kristina Koblischke
Kategorie: Roman/ Young Adult
400 Seiten
Taschenbuch 14,99€ (D), Kindle Edition 9,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder deinem regionalen Buchhandel



*Dieses Buch hat mir der Knaur Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Chloe Green ist fast am Ziel: Bald hat die queere Schülerin die Highschool in der engstirnigen Kleinstadt in Alabama endlich hinter sich. Und zwar als Jahrgangsbeste! Wenn ihr nicht Ballkönigin Shara Wheeler, die rundum perfekte Tochter des Schuldirektors, noch einen Strich durch die Rechnung macht…

Doch mit einem einzigen Kuss bringt Shara Chloes Welt ins Wanken – nur, um anschließend wie vom Erdboden verschluckt zu verschwinden. Statt Antworten findet Chloe lediglich kryptische Nachrichten von Shara, die sie auf eine atemlose Suche schicken. Als Chloe Sharas Geheimnissen auf die Spur kommt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter dieser kleinen Stadt mehr stecken könnte, als sie dachte. Und vielleicht auch hinter Shara? (Quelle: droemer-knaur.de/Juni2022)



Ich habe mich vom ersten Moment an in dieses Design verliebt. Das Cover, ebenso wie der Titel, wurden aus dem Original übernommen, was mich sehr gefreut hat. Der Zeichenstil des Covers ist wunderschön und fängt Sharas Auftreten sehr gut ein, der rosa Brief spielt ebenfalls eine ganz wichtige Rolle in der Geschichte. Liebevolle Details wie die Spotlack Lippenstift-Abdrücke und der Brief auf der Rückseite des Covers machen das ganze rund - ein echter Hingucker und ebenso quietschig-bunt wie der Inhalt.


Shara Wheeler hat Chloe Green geküsst und ist danach verschwunden. Doch nicht spurlos, wie sich herausstellt, denn Shara hat für Chloe rätselhafte Briefe versteckt, die Chloe auf eine turbulente Schnitzeljagd schicken. Auf ihrer Suche bemerkt Chloe, dass sie nicht die einzige ist, die Shara zuvor geküsst und denen sie Briefe hinterlassen hat. Doch was steckt hinter Sharas Verschwinden und was hat die christliche Highschool in ihrer verschlafenen Kleinstadt damit zu tun?


Ich war sehr gespannt darauf, endlich ein Buch von Casey McQuiston zu lesen und wusste erst gar nicht, mit welchem ich starten soll. "Royal Blue" steht ebenfalls weit oben auf meiner Wunschliste, aber nun ist meine erste Shara Wheelers Geschichte geworden und ich bin froh darüber. Bekannt sind die Geschichten von Casey McQuiston für queere Liebe mit einer Prise Humor. Dies kann ich nach dem Lesen von Shara Wheeler definitiv so unterschreiben und freue mich auf weitere Romane.

Das Setting des Buches ist ganz typisch die amerikanische Highschool in der heutigen Zeit im Jahr 2022, allerdings in einer kleinen christlichen Gemeinde im Staat Alabama. Die streng konservativen Werte der Schule spielen eine große Rolle in der Geschichte, da queere Schüler*innen dadurch stark diskriminiert werden und ihre Liebe nicht offen kommunizieren dürfen. Das wollen sich einige Schüler*innen des Abschlussjahrgangs nicht mehr gefallen lassen, und setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht ganz so leicht. Ich brauchte meine Zeit, um mit den Figuren warm zu werden und in der Geschichte anzukommen. Das lag einerseits daran, dass die Protagonistinnen Shara Wheeler und Chloe Green etwas distanziert eingeführt wurden und wir Shara erst mal nur durch ihre Briefe und die Erzählungen und Gedanken Dritter kennenlernen. Sie ist die klassische Queen der Highschool: Wunderschön, klug, von allen geliebt und bewundert, als Tochter des Direktors allerdings auch gefürchtet. Chloe begleiten wir bei ihrer Schnitzeljagd nach Shara, die Zeitweise in eine gewisse Obsession umschlägt. Die Beziehung zwischen den beiden, die vor dem Kuss geprägt war von dem Konkurrenzkampf um den besten Abschluss, konnte ich lange Zeit nicht deuten, im letzten Drittel wurde das ganze aber schön gelöst. Dort konnte ich beiden dann auch wirklich nahe kommen und ihre Gedanken und Handlungen gut nachvollziehen.

Die hohe Anzahl an Figuren machte es mir manchmal schwierig, alle Nebencharaktere zuzuordnen und Nähe zu ihnen aufzubauen. Am besten gelang mir das bei Smith und Rory, die mit Chloe gemeinsam nach Shara und ihren Briefen suchen. Viele andere Highschool Schüler*innen blieben etwas blass oder nahmen stereotypische Rollen innerhalb der Geschichte ein, wodurch sie eher im Hintergrund blieben.

Wofür die Geschichte definitiv steht ist die extrem hohe Dichte an queeren Schüler*innen, die vermutlich realistisch gesehen nicht repräsentativ ist, aber solchen Figuren eine große Plattform bietet und sich hoffentlich jede*r darin wiederfinden kann. Das muss man einfach wissen, wenn man das Buch liest, wie Casey McQuiston es selber sehr eindrücklich im Nachwort beschreibt: "Und dass auch du alberne, übertriebene romantische Highschool-Komödien über Teenager wie dich verdient hast [...]".

Der Plot erinnerte mich zu Anfang ein bisschen an John Greens "Margos Spuren"- wer das mochte, dürfte auch die Jagd nach Shara interessant finden. Mir gefiel die Geschichte tatsächlich in der zweiten Hälfte etwas besser, als die Schnitzeljagd in den Hintergrund trat und wir verstehen, was eigentlich in dieser Highschool los ist. Nachdem sich die erste Hälfte auch spannungstechnisch ein bisschen nach "angezogener Handbremse" anfühlte, bin ich durch die zweite Hälfte in einem Rutsch durchgeflogen und habe die Geschichte mit jeder Seite mehr geliebt. Es hat mir besonders gefallen, dass es sich zwar um eine bunte, süße Young Adult Geschichte handelt, aber trotzdem durch das konservative Setting Gesellschaftskritik mit eingeflochten wurde und beides schön ineinandergreift.

Das Ende war zuckersüß, rührend und ich habe mich sehr in die Zeit meines eigenen Schulabschlusses zurückversetzt gefühlt. Ich wollte die Figuren gar nicht gehen lassen und habe besonders Chloe, Shara, Smith und Rory sehr ins Herz geschlossen. Über ein Wiedersehen in einem Spin-off würde ich mich extrem freuen. Aber auch so hat das Buch mir gezeigt, dass ich gerne weitere Bücher von Casey McQuiston lesen möchte, allen voran "Royal Blue". 



"I kissed Shara Wheeler" ist eine süße Young Adult Geschichte, die gleichzeitig vor Klischees trieft, und doch so originell und anders ist. Die Schnitzeljagd, die Figuren, das Setting - hier ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und erzählt eine Kaugummi-rosa Geschichte über zwei Mädchen, die sich verlieben. Zwischentöne erzählen aber noch eine andere Geschichte über Toleranz, Identität und Zusammenhalt. Ich wurde sehr gut unterhalten und freue mich auf weitere Romane von Casey McQuiston. 





Dienstag, 31. Mai 2022

Mein Lesemonat April & Mai

Hallo ihr Lieben,

bei mir war in den letzten Wochen einiges los, sodass ich doch glatt vergessen habe, den Lesemonat April abzutippen. Deshalb kommen nun der Lesemonat April und Mai im Doppelpack - viel Spaß dabei!



Der April war mit insgesamt 8 gelesenen Büchern quantitativ gesehen bisher der schwächste Monat des Jahres, nachdem ich im Januar 13 Bücher und im Februar und März jeweils 11 Bücher gelesen habe. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn dafür waren richtig tolle Bücher dabei!

Den Anfang hat "A Song of Wraiths & Ruin" von Roseanne A. Brown gemacht. Um dieses international recht erfolgreiche Buch wollte ich zuerst einen Bogen machen, war dann aber von dem afrikanisch inspirierten Fantasy-Setting doch sehr angetan. Das Buch war eine ziemliche Überraschung für mich, weil meine Erwartungen nicht allzu hoch waren. Ich habe ja öfter Probleme mit High Fantasy Welten, doch hier habe ich mich schnell zu Hause gefühlt und es war so spannend! Mehr könnt ihr dazu in meiner Rezension lesen *klick*.


Ebenfalls begeistern konnte mich "Gemina", der zweite Band der "Illuminae Akten" vom Autorenduo Amy Kaufman und Jay Kristoff. Ich habe extra etwas länger mit dem Lesen gewartet, da jetzt im Mai der 3. Band der Trilogie auf Deutsch herauskam und ich so beide Bände zügig hintereinander weglesen konnte. Ich bin etwas schlechter in das Buch hineingekommen als in Band 1, der Mittelteil zog sich etwas. Dennoch konnte ein grandioser Plottwist und ein sehr spannendes letztes Drittel noch einiges herausreißen, sodass das Buch mich besonders durch seine Aufmachung und den Handlungsverlauf sehr begeistert hat.


Direkt weitergemacht habe ich mit dem "The Secret Book Club" Band 3 von Lyssa Kay Adams. Die ersten beiden Bände habe ich im März gelesen und gehört. Nach meiner großen Begeisterung bei Band 1 und der kleinen Ernüchterung bei Band 2 (mir gefiel das Trope und der Plot nicht so richtig), konnte Band 3 mich mit der "Friends to Lovers" Thematik wieder abholen. Ich finde diese Reihe im Romance Bereich sehr besonders und freue mich schon auf Band 4, der sich heute auf den Weg zu mir gemacht hat. Band 5 erscheint als Weihnachtsband im Herbst.


Endlich vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) befreit habe ich "The Inheritance Games" von Jennifer Lynn Barnes. Dieser Jugendthriller handelt von einer mysteriösen Erbschaft und einer Teenagerin, die in das Herrenhaus des verstorbenen Multimillionärs ziehen muss, um ihr Erbe anzutreten. Allerdings wohnen dort auch die enterbten Familienmitglieder und es gibt jede Menge Rätsel zu knacken. Die Ausgangssituation ist und bleibt sehr spannend, zwischendrin ging mir der Fokus etwas zu sehr in die naive Teenie-Love Richtung, aber die Reihe hat Potenzial, sodass ich Band 2 und 3 auch lesen werde. Hoffentlich kann sich die Trilogie noch etwas steigern.


Mein Flop des Monats war leider "One True Queen" von Jennifer Benkau. Das Buch fing sehr vielversprechend an, wurde dann zäh und hat mich am Ende gänzlich verloren, sodass ich nur noch quergelesen habe. Ein geheimnisvolles Fantasie Reich in einer parallelen Realität, die verloren geglaubte Schwester und eine starke Heldin - das Buch hatte viele Zutaten für eine gelungene Fantasy-Geschichte, war aber leider nichts für mich. In meinen Augen hätte das Buch gerne 200 Seiten weniger haben können. Ich werde kein Fan mehr von ausschweifenden Beschreibungen, die es hier sehr viel gab. Wahrscheinlich sollte ich die Finger von Geschichten lassen, die als "episch" beschrieben werden, meistens sind sie für mich dann leider nur langatmig.


Direkt danach kam allerdings ein Monats- und auch Jahreshighlight. "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid war einfach ein rundum perfektes Buch für mich. Der internationale Hype ist in meinen Augen sowas von verdient, da das Buch spannend, aufwühlend und fesselnd ist. Ich habe Evelyn geliebt, gehasst und bewundert, alles zur gleichen Zeit. Wer Lust auf einen Ausflug nach Hollywood hat, aber auch die Schattenseiten kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig. Ich werde mir zukünftig auch die anderen Romane der Autorin ansehen, im Herbst kommt auch ein neues Buch auf Deutsch raus.


Mein vorletztes Buch des Monats April war "Dunbridge Academy - Anywhere" von Sarah Sprinz, das ich als Hörbuch gehört habe. Ich habe die Geschichte rund um Emma und Henry sehr genossen und besonders das Academy Setting geliebt. Im letzten Drittel wurde mir alles etwas zu dramatisch, als hätte die Autorin unbedingt noch einen großen Knall einbauen wollen. Den hätte es für mich nicht gebraucht. Da mir das Setting und auch die bereits vorgestellten Figuren, die in den nächsten Bänden zu den Protagonisten werden, gut gefallen, werde ich bestimmt weiterlesen.


In den letzten April Tagen habe ich mit "Game of Souls" von Shelby Mahurin die Trilogie rund um Lou und Reid beendet. "Game of Gold" war ein absolutes Highlight für mich, mit "Game of Blood" folgte danach ziemliche Ernüchterung, da das Buch für mich ein typischer Zwischenband war, langatmig und etwas wirr. "Game of Souls" konnte mich mehr begeistern als der zweite Band, kam aber um Längen nicht an "Game of Gold" heran. Auch hier gab es ein paar sonderbare Handlungsstränge und so manche Szenen, die in meinen Augen das ganze nur unnötig gestreckt haben. Mit meinem heutigen Wissen würde ich nach Band 1 aufhören zu lesen und diesen in vollen Zügen genießen. Die Folgebände sind schwächer und versprühen nicht denselben Humor und Magie.



Auch im Mai habe ich 8 Bücher gelesen und mehrere angefangen, die dann zum Juni zählen werden. Qualitativ war der Monat eher durchwachsen, aber es waren auch 3-4 sehr empfehlenswerte Bücher dabei. 

Der Mai startete ebenfalls mit dem Abschluss einer Reihe, und zwar dem zweiten Band der "Cards of love" Dilogie von Nena Tramountani. Dieser hat mir leider weniger gut gefallen als Band 1, es kam nicht so richtig Spannung auf und die Handlung war etwas abgehackt und teils unverständlich für mich. Ich glaube, man hätte die Geschichte gut in einem Einzelband erzählen können und hätte so weniger Längen und einen klareren Handlungsverlauf gehabt. Das Potenzial wurde die tolle Idee der zum Leben erwachten Tarotkarten wurde hier nicht vollends ausgeschöpft.


"Elf Schritte bis zum Happy End" von Elise Bryant war eine süße Young Adult Geschichte für zwischendurch über die erste Liebe, das Schreiben und Familienprobleme. Nichts, was maßgeblich im Kopf bleibt, aber für die Zeit des Lesens ein humorvoller, leichter Lesegenuss. *Hier* gibt es meine Rezension dazu.


Weiter ging es mit "A place to love", dem Auftakt der neuen Romance Reihe von "Green Valley" Autorin Lilly Lucas. Ich habe hier besonders das Setting der Obstfarm Cherry Hill sehr genossen, das wieder zu einem absoluten Wohlfühlort werden kann. Die Liebesgeschichte war nett, aber besonders die Dynamik der drei Schwestern hat mir gut gefallen. Ich freue mich schon auf die weiteren drei Bände der Reihe. Meine Rezension findet ihr *hier*. 


Ganz untypisch für mich in der aktuellen Lesestimmung habe ich zu einem Thriller gegriffen. Bei Autorin Sarah Koch habe ich eine Buchbox zu ihrem neuen Psycho-Mysterythriller "Dark Touch" gewonnen und diesen jetzt zeitnah gelesen. Das Buch war superspannend und hat sich mit dem Thema Exorzismus beschäftigt. Es gab ein Wiedersehen mit Kommissar Mertens aus "In den Fängen des Waldes" und ich hatte so manches mal eine Gänsehaut. Wenn ihr Thriller mögt, solltet ihr bei Sarah unbedingt mal vorbeischauen, ich liebe ihre Bücher sehr.
 

Danach kam endlich der langersehnte dritte Band der "Illuminae Akten" von Amie Kaufman und Jay Kristoff heraus, den ich direkt verschlungen habe. "Obsidio" war ein sehr guter Abschluss der Trilogie und hat mich durchweg sehr gut unterhalten können. Ich bin wirklich sehr traurig, dass diese wunderbar aufgemachte Reihe nun endet, sie ist ein richtiges Highlight für mich. In meiner Rezension könnt ihr *hier* meine ausführliche Meinung nachlesen. 


Angeschlossen hat sich der neue Roman "Up to Date" von Beth O'Leary, der ganz frisch im Mai auf Deutsch erschienen ist. Hier geht es um einen Mann, der drei ganz unterschiedliche Frauen datet. Ich fand die Plotidee hier wirklich großartig, aber sie hat auch dafür gesorgt, dass alles etwas unübersichtlich wurde und ich den Protagonistinnen nicht so nah kommen konnte. Mehr dazu in meiner Rezension *klick*, an "Time to Love" und "Love to Share" kommt es für mich nicht heran.


Um auch mal eine lang gehütete SuB Leiche zu befreien, habe ich "Das Spiel von Liebe und Tod" von Martha Brockenbrough gelesen, das auf meiner "12 Books in 12 Month" Liste stand. Ich hatte vorher bereits vermutet, dass das Buch heute nicht mehr ganz meinen Lesegeschmack treffen würde, und das hat sich bestätigt. Die Liebesgeschichte war ganz süß, aber ich lese einfach nicht mehr so oft und gerne romantische Jugendbücher. Meine Bewertung ist im Mittelfeld gelandet, aber es wird wahrscheinlich ausziehen.


Den Mai beendet habe ich mit "Das unglaubliche Leben des Wallace Price" von T. J. Klune. Nach dem großen Erfolg von "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" habe ich mich sehr auf den neuen Roman des Autors gefreut, hatte aber auch Respekt vor der Thematik des Sterbens und des Todes. Der Autor hat das Thema hier sehr feinfühlig und humorvoll behandelt, sodass ich es wirklich ermunternd und schön fand. Es ist ein eher ruhiges Buch und plätschert ab und an dahin, aber ich fand es sehr heilsam. Wer sich mit der Thematik wohlfühlt, dem kann ich das Buch sehr empfehlen.

Das waren meine beiden letzten Lesemonate im Überblick. Es waren wirklich viele schöne, spannende und besondere Bücher dabei. Ich freue mich schon darauf, in diesem Jahr noch weitere tolle Bücher zu entdecken.

Hattet ihr auch schon ein Jahreshighlight?