Mittwoch, 8. April 2026

[Rezension] Beth is dead von Katie Bernet


Autorin: Katie Bernet
Verlag: dtv
Originalsprache: Englisch
Übersetzung: Katarina Ganslandt  
Kategorie: Jugendbuch/ YA Thriller
Ab 14 Jahren
Einzelband
448 Seiten
Paperback 17,00€ (D), E-Book 4,99€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der dtv Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar über vorablesen.de zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*




Als Beth March tot aufgefunden wird, ist für die Polizei sofort klar: Es war Mord. Schnell geraten ihre Schwestern unter Verdacht: Jo ist eine aufstrebende Autorin mit vielen Followern. Hat sie ihre Schwester für eine reißerische Geschichte umgebracht? Amy möchte unbedingt in Europa Kunst studieren, aber sie braucht Geld von ihrer Tante – Geld, das für Beth bestimmt war. Und Meg würde nicht im Traum daran denken, ihre Schwester zu verletzen, aber ihr Freund könnte es getan haben, und ihn würde sie um jeden Preis schützen.
Und der Kreis der Verdächtigen ist noch größer, denn vor Monaten wurden die Schwestern unfreiwillig ins Rampenlicht gezerrt, als ihr Vater einen umstrittenen Bestseller über seine Töchter veröffentlichte.

Doch die Wahrheit wird ans Licht kommen – und mit ihr viele dunkle Geheimnisse.



Ich bin sowieso immer hellhörig, wenn es um Jugendthriller geht, aber hier war auch die Optik ein entscheidender Faktor, weshalb mir das Buch ins Auge gestochen ist. Wer je gesagt hat, Pink und Rot beißen sich, der hat diese geniale Farbkombination auf diesem Cover noch nicht gesehen. So ist der Thriller ein echter Blickfang und zeigt genau das im Außen, was es auch im Inneren verspricht.


Die Autorin sei hier von Little Women inspiriert worden, welches ich nicht gelesen habe. Falls ihr die Geschichten beide kennt und Parallelen entdeckt, schreibt es mir gerne mal.

Das Buch hat mich von Seite 1 an in den Bann gezogen und überzeugt gleichermaßen mit Spannung, aber auch tiefen Emotionen, was ich in der Form aufgrund des Covers gar nicht erwartet habe.
Wir haben zum einen einen relativ klassischen Thriller-Plot, denn direkt zu Beginn des Buches wird Beth tot aufgefunden und nach und nach wird ermittelt, was es mit ihrem Tod auf sich hat und ob es sich um Mord handelt. Dabei erleben wir die Geschichte auf zwei Zeitebenen; in der Vergangenheit durch Beth selbst und ihre drei Schwestern, sowie in der Jetzt-Zeit nach ihrem Tod durch die Augen ihrer Schwestern. Als interessanten Nebenfaktor haben wir den Vater der vier Mädchen, der vor kurzem seinen neusten Roman Little Women rausgebracht hat, in dem er über seine Töchter schreibt (mit Klarnamen!) und am Ende Beth ebenfalls stirbt. 
Was die Emotionalität des Buches ausmacht ist die beschriebene Schwesternbande. Alle vier Mädchen - Meg, Jo, Amy und Beth - sind sehr verschieden, aber haben alle ihr Päckchen zu tragen und ihre eigenen schmutzigen Geheimnisse. Dabei sehen wir Beth durch ihre Augen sehr unterschiedlich und bekommen dennoch ein vollumfängliches Bild von ihr, da auch sie in der Vergangenheit zu Wort kommt. Was mich häufig an solchen Perspektiv- und Zeitwechseln stört ist, dass man schnell durcheinandergerät. Die Autorin hat es hier aber hervorragend geschafft, allen eine einzigartige Stimme zu verleihen, sodass ich immer wusste, bei wem ich in welcher Zeit gerade bin, was für eine Kunst!

Das Ende des Buches habe ich nicht kommen sehen, genau so, wie ich es mir bei Thrillern wünsche. Die Geschichte wird recht klassisch zu Ende gebracht, aber wurde besonders auf den letzten Seiten nochmal so emotional, dass ich beim Lesen einen richtigen Kloß im Hals hatte. So eine einzigartige Mischung aus Thrill und Emotionen hat bisher nur Holly Jackson für mich geschaffen - großes Kino.

 

Wer "A Good Girl's Guide to Murder" liebt, der sollte sich "Beth is Dead" unbedingt mal anschauen. Für mich ist dieser Jugendthriller genau richtig so und hat alles, was ich mir von einem spannenden, kurzweiligen und nicht allzu blutigen Thriller erhoffe. Die Emotionalität des Buches war dann noch das Tüpfelchen auf dem i, das die Geschichte für mich abgerundet hat. Ich hoffe sehr, die Autorin schreibt noch mehr in dieser Richtung, ich kann nicht genug bekommen. Highlight-Alarm!






Alles Liebe

[Rezension] Married into Magic: Duet with the Siren Duke von Elise Kova

Autorin: Elise Kova
Verlag: Carlsen
688 Seiten
Originalsprache: Englisch
Übersetzung: Bettina Münch & Ingo Herzke
Kategorie: High Fantasy/ Romantasy
Married-into-Magic Reihe
Paperback 18,00€ (D), E-Book 12,99€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Carlsen Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Um ihrer Ehe zu entfliehen, wagt sich Victoria nachts aufs Meer – und wird von dem Sirenenmann Ilryth gerettet. Als Preis fordert er ihre Seele, in genau sechs Jahren. Victoria nutzt die geschenkte Zeit, wird zur gefragten Kapitänin und erkämpft sich die Scheidung. Doch als ihr Schiff in einem Sturm kentert, ist Ilryth erneut zur Stelle und zieht sie in seine magische Welt – vor Ablauf der Frist. Victoria akzeptiert ihren Tod, ein Opfer an die Götter. Aber erst muss sie ihre Familie vor der Rache ihres Exmanns schützen. Also beginnt sie mit Ilryth zu verhandeln. Und kommt ihm dabei immer näher (Quelle: Carlsen.de/ April 2026).




Ich finde die Cover der Married into Magic-Reihe von Elise Kova insgesamt sehr ansprechend, weil mal keine Figuren darauf abgebildet sind, sondern symbolhaft die Throne der jeweiligen magischen Wesen, um die es geht. Passend dazu hat dieser Band auch Grüntöne und auf dem Farbschnitt Korallen, was natürlich hervorragend zu der Unterwasser-Kulisse passt. Hier hat sich der Verlag wirklich Gedanken gemacht, die Reihe in ein perfektes Kleid zu hüllen. Mir gefallen die Cover im Deutschen sogar besser als die Originale. 



Die Married into Magic Reihe ist zwar eine Reihe, aber hierbei sind die Bände völlig unabhängig voneinander zu lesen. Einzige Gemeinsamkeit: alle spielen in derselben magischen Highfantasy Welt. Deshalb bin ich hier mal ganz unvoreingenommen reingegangen, ich kenne bisher keinen anderen Teil der Reihe.

In dieser Geschichte geht es, wie in der gesamten Reihe, um eine Heirat mit einem magischen Wesen, hierbei eine Menschenfrau und ein Sirenenmann, einen Duke. Wir lernen gemeinsam mit Protagonistin Victoria die Welt der Sirenen kennen, zudem geht es um alte Götter, wobei ich hier vermute, dass diese vielleicht auch in den anderen Bänden eine Rolle spielen?

Die Idee einer lose zusammenhängenden Reihe mit unabhängigen Protagonisten und magischen Wesen finde ich hervorragend, wobei sich Elise Kova hier ganz unterschiedlicher Wesen bedient: Was hier die Sirenen sind, sind in den anderen Bänden Elfen, Fae und Vampire, was ich ein super interessantes Konzept finde. 

Wenn ich nur für diesen Band spreche, habe ich ihn beim Lesen als sehr klassisch empfunden, womit ich die Schilderung der Welt und der Sirenen meine. Ich fand den Weltenaufbau solide, aber so richtig innovativ oder neu fand ich es nicht. Elise Kova bedient sich der klassischen mythologischen Eigenschaften, die im Volksmund über Sirenen verbreitet sind, und gibt diesen durch Ilryth und seinen Sirenen-Anhängern eine Stimme. Mir hat hier etwas erfischendes, überraschendes gefehlt, dann hätte mich vielleicht auch der Plot mehr überraschen können.

Der Schreibstil ist wie von Elise Kova gewohnt (ich kenne sie von der "Arcana Academy" bereits) sehr flüssig zu lesen und bildlich. Mein größter Kritikpunkt bezieht sich hier leider auf die Länge des Buches; über weite Teile im Mittelteil empfand ich die Geschichte als sehr schleppend und träge, ohne große Wendungen und Spitzen. Wäre das Buch 200 Seiten dünner gewesen hätte es mir wahrscheinlich deutlich besser 
gefallen, da der Anfang und der Schluss den Plot gut einrahmen. Das finde ich sehr schade, aber das hat mir den Lesespaß hier etwas geschmählert.

Figuren:
Die Figuren sind im Grunde sympathisch und gut gezeichnet gewesen. Besonders Protagonistin Victoria hat mir aufgrund ihrer gut ausgearbeiteten Hintergründe sehr gefallen. Ilryth bin ich nicht ganz so nahe gekommen, aber auch über ihn habe ich grundsätzlich gerne gelesen. Die anderen Figuren bleiben in der Tiefe hinter den Protagonisten zurück, sie haben sich eher nach Beiwerk angefühlt. Obwohl die Protagonisten so gut ausgearbeitet waren bin ich nicht so recht ins Fühlen gekommen, was die Emotionen anging. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und ist nett zu lesen, aber so richtig tiefe Emotionen kamen bei mir leider nicht an.



Ihr merkt es schon, so richtig gut gefallen hat mir Duet with the Siren Duke leider nicht. Dafür verantwortlich ist vor allem die Dicke des Buches, die das Lesen träge und zäh machte. Die Figuren hatten Potenzial und haben mir im Grunde gefallen, ins Fühlen bin ich bei der Liebesgeschichte leider nicht. Deshalb gibt es von mir immer noch solide ⭐️2,5. Ich habe mehrfach gehört, dass andere Bände der Reihe besser sein sollen, vielleicht gebe ich einem anderen dennoch noch eine Chance.





Alles Liebe



Sonntag, 22. März 2026

[Rezension] The House Witch 1: Der Koch des Königs von Delemhach Emilie Nikota

Autorin: Delemhach Emilie Nikota
Verlag: Klett-Cotta/ Hobbit Presse
624 Seiten
Originalsprache: Englisch
Kategorie: Fantasy/ Cozy Fantasy
1. Band einer Reihe 
Hardcover 26,00€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*




Magie zwischen den Zeilen: The House Witch verzaubert weltweit!

König Norman regiert das Reich von Daxaria. Eigentlich! Da ist nämlich der neue Koch, der bei Hofe mehr und mehr Einfluss gewinnt. Zwischen dampfenden Kesseln, höfischen Intrigen und wachsender Gefahr, die vom Nachbarreich ausgeht, entfaltet sich eine Geschichte voller Magie, Eigenwillen, Abenteuer und Leidenschaft.

Als Finlay Ashowan seine Stelle als königlicher Koch antritt, ahnt niemand, dass er mehr ist als ein begnadeter Küchenmeister: Er ist eine Haushexe – und geht mit alter, schützender Magie um. Mit feinem Gespür für Menschen und Mahlzeiten bringt Fin Ordnung in die chaotische Schlossküche, und er gewinnt das Vertrauen der königlichen Familie. Doch während sich die politischen Spannungen im Land zuspitzen und dunkle Mächte das Reich bedrohen, wird Fin auch am Hof in ein Netz aus Intrigen und alten Prophezeiungen gezogen. An seiner Seite stehen: sein vierbeiniger Begleiter, das schwarze Kätzchen Kraken, und die kluge Adelige Annika, mit der Fin bald mehr verbindet als eine Freundschaft … The House Witch ist der Auftakt einer spannenden und magisch durchdrungenen Fantasyreihe – voller Tiefe und überraschender Wendungen.

(Quelle: klett-cotta.de/ März 2026)





The House Witch ist optisch ein wahr gewordener Traum und gehört zu den schönsten Ausgaben in meinem Regal! Allein das Cover hat schon totale cozy Vibes und fängt die Stimmung des Buches hervorragend ein! (Vielleicht habt ihr Kater Kraken ja schon entdeckt^^). Der Farbschnitt ergänzt das Cover wunderschön, ebenso wie das niedliche Vor- und Nachsatzpapier. Ich bin sehr froh, das Buch in meiner Sammlung zu haben.



In diese Highfantasy Welt tauchen wir gemeinsam mit Finlay Ashowan ein, der am Königshof von Daxaria zum neuen Koch ernannt wird. Wir lernen erst allmählich mehr über das Reich Daxaria und die benachbarten Länder, auch das Worldbuilding ist eher leicht und gemütlich gehalten, wie ich es bei cozy Fantasy auch erwarte und gern mag.

Finlay ist eine Haushexe, denn es gibt in dieser Welt verschiedene Hexenarten und Haushexen sind recht selten. So ist Finlay in seinem Haus ein wahrer Schatz, denn er kann hervorragend kochen und hält die ganze Hausgemeinschaft zusammen. Nachteil ist, dass er außerhalb des Hauses magisch nicht so viel bewirken kann. 
Finlays häusliche Fähigkeiten sorgen dafür, dass ihr euch auf ganz viel heimelige Atmosphäre freuen könnt, sowie wahnsinnig leckere Beschreibungen von Speisen und Getränken. Mir ist beim Lesen nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammengelaufen, so lecker klingen Finlays Kochkünste.

Hier steht cozy Fantasy drauf und das ist auch drin. Ich glaube es ist sehr wichtig, dass man dies beachtet, wenn Fans von sehr schnellen, spannenden Fantasygeschichten werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Das Erzähltempo ist sehr gemächlich, wir lernen die Figuren über lange Dialoge kennen und bis zum letzten Drittel passiert auch drumherum nicht allzu viel. Wir lernen zwar ein bisschen was über die verschiedenen Reiche und dass eventuell ein Krieg bevorsteht, aber das steht nicht im Zentrum der Handlung. Vielmehr geht es darum, wie sich Finlay am Königshof etabliert und zu einem wichtigen Vertrauten der Königsfamilie wird, da seine Fähigkeiten über das bloße Kochen hinausgehen.
Mir persönlich gefallen solche gemütlichen Geschichten sehr und genau das habe ich hier bekommen. Allerdings hätte das Buch für mich ein gutes Stück kürzer sein dürfen. Besonders im Mittelteil hat es sich dann doch etwas gezogen und einige Passagen machen Abbiegungen, die es für mich nicht gebraucht hätte. Im letzten Drittel war wieder Spannung da und ich war voll drin, aber zwischendurch plätscherte die Handlung sogar für meinen Geschmack etwas zu sehr dahin. 

Die Figuren haben mir gefallen, allen voran Finlay mit seinen hexischen Fähigkeiten, aber auch viele der Nebenfiguren sind ganz herzerwärmend. Sei es unser Kater Kraken, in dessen Kopf wir auch manchmal lauschen dürfen, der Königssohn oder das Königspaar. Auch eine leichte Liebesgeschichte kommt hier vor, die ich wunderschön fand. Es wird genug Tiefe aufgebaut und Emotion geweckt, ohne dass die Gemütlichkeit der Geschichte eingebüßt wird. Das hat mir sehr gefallen und war ein großer Pluspunkt der Geschichte.

Ich habe diesen literarischen Ausflug nach Daxaria sehr genossen und bin froh, Finlay und seine Haushexen-Fähigkeiten kennengelernt zu haben. Mein einziger Kritikpunkt sind die Längen in der Mitte des Buches gewesen; hätte das Buch um die 400 bis 450 Seiten gehabt, wäre es für mich genau richtig gewesen. Das Ende der Geschichte hat mich aber wieder versöhnlich gestimmt.



Delemhach Emilie Nikota entführt uns in The House Witch in eine magische und gemütliche Welt voller kleiner Zauber und Wunder, die es sich lohnt, zu genießen. Dies ist keine Geschichte für die Fans epischer, spannender Fantasy, sondern für die Genießer der cozy Fantasy, wo ganz viel Atmosphäre zwischen den Zeilen steckt und man sich einfach einkuscheln und träumen möchte. Ich mochte das Buch sehr und fand es bis auf einige Längen im Mittelteil sehr lesenswert.




Alles Liebe




[Rezension] The Robin on the Oak Throne – Der Fluch des Rotkehlchens

Autorin: 
K. A. Linde
Verlag: Heyne 
720 Seiten
Originalsprache: Englisch
Kategorie: Fantasy/ Urbanfantasy/ Romantasy
2. Band einer Reihe (
The Oak & Holly Cycle)
Hardcover 24,00€ (D)
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*Dieses Buch hat mir der Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



!!!Kann SPOILER zum 1. Band beinhalten!!!

Liebe ist ein gefährliches Spiel ...


Seit sie New York City verlassen hat, wird Kierse von Albträumen aus einer Vergangenheit geplagt, an die sie sich nicht erinnern kann. Ihre einzige Hoffnung besteht darin, die Wahrheit über ihre leiblichen Eltern herauszufinden. Eine Wahrheit, die tief in den Verlockungen des Kobold-Marktes verborgen liegt. Dafür muss Kierse nur das magische Armband vom Handgelenk der Nymphenkönigin stehlen. In deren eigenem Palast. Ein Kinderspiel für die talentierteste Diebin New Yorks, sollte man meinen. Doch dann geht alles schief und Kierse braucht ausgerechnet die Hilfe des Mannes, den sie nie wieder sehen wollte: Graves ...

(Quelle: penguin.de/ März 2026)




Die Bücher der Reihe sind richtig schön gestaltet, ich mag die Farbgebung und die verschnörkelten Elemente auf dem Schutzumschlag sehr. Im Englischen ist der 2. Band Rot, was auch sehr schön aussieht, aber ich bin happy mit unserer lila Version. Bei der Dicke der Bücher bin ich auch sehr froh, dass es Hardcover sind. Vorne im Buch gibt es eine Karte von New York City nach dem Monsterkrieg, die ich sehr hilfreich während des Lesens fand.



Ich bleibe in der Rezension weitestgehend spoilerfrei, aber einige Aspekte des ersten Bandes werden aufgegriffen, die auch bereits die Kurzbeschreibung verrät.

Was ich sehr erfrischend an dem Einstieg des Buches fand, waren die verschiedenen Ortswechsel, obwohl wir die meiste Zeit über wieder in New York City sind, und dieses Setting macht das Buch absolut aus. Hier sind die Auswirkungen des Monsterkrieges deutlich spürbar und die verschiedenen Territorien der Monster bringen Schwung in die Handlung.

Am Ende des ersten Bandes wurden einige mythologische Aspekte mit in die Geschichte eingewoben, die weiterhin eine große Rolle spielen. Dabei kommen einige weitere Wesen hinzu mit ihren einzigartigen Fähigkeiten und Begabungen. Diese Vielfalt an Spezies und "Monstern" finde ich in dieser Reihe besonders spannend.

Zudem möchte ich die Charakterentwicklung einiger Figuren positiv hervorheben, insbesondere bekommen Graves, Lorcan und Gen und Ethan nochmal mehr Tiefe. Kierse entwickelt sich zwar auch weiter, ich empfand sie allerdings manchmal etwas anstrengend und sie hat teilweise irreführend gehandelt, wie ich fand. Dennoch habe ich sie als Protagonistin wieder gerne begleitet.

Als Kritikpunkte an diesem 2. Band muss ich leider die Länge des Buches benennen. Wir orientieren und in Abschnitten immer an einer bestimmten Zielsetzung, z.B. besteht ein großer Teil der Handlung diesmal aus der Planung und Umsetzung eines gemeinschaftlichen Diebstahls. Das war spannend, aber die Autorin spinnt so viele Nebenstränge und beschreibt ellenlange Dialoge, dass sich die Geschichte leider häufig ganz schön zog. Wie üblich war das letzte Drittel dann wieder sehr spannend und die ein oder andere Wendung konnte überzeugen, aber insgesamt habe ich zwischendrin die Lust verloren, weiterzulesen, und vergleichsweise lange für das Buch gebraucht. So entstand bei mir das typische "Zwischenband" Gefühl beim Lesen, wie es bei Trilogien häufig der Fall ist.

Wegen des spannenden Endes habe ich mich darauf gefreut, auch den 3. Band zu lesen. Nun habe ich aber erfahren, dass es noch einen 4. und 5. Band geben soll, was mich persönlich eher enttäuscht. Ich weiß nicht, ob die Handlung wirklich das Potenzial hat, noch über drei weitere Bände gestreckt zu werden und ich befürchte eher ein künstliches In-die-Länge-Ziehen vom Plot. Daher bin ich gerade etwas unentschlossen, ob ich weiterlesen soll und lasse es mir bis zum deutschen ET von Band 3 durch den Kopf gehen...



"The Robin on the Oak Throne – Der Fluch des Rotkehlchens" ist ein gelungener 2. Band mit einigen Längen, die mich etwas gestört haben. Die Handlung ist weiterhin spannend, mich begeistert das New York Setting und die sich allmählich formende Found Family Dynamik der Figuren. Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung der Reihe, obwohl mich die noch folgende drei Bände nun etwas abschrecken. Wer Band 1 mochte, dem würde ich Band 2 aber defintiv auch empfehlen und alle Urban Fantasy Fans sollten mal reinschnuppern, ob die Reihe sie begeistern könnte.





Alles Liebe