Montag, 20. September 2021

[Rezension] Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden von Beth O'Leary

Hallo ihr Lieben,

Beth O'Leary hat sich mit "Love to Share" im August diesen Jahres in mein Herz geschrieben und ich habe mich sehr auf ihren neuen Roman gefreut. Ob "Drive me crazy" mich ebenfalls so begeistern konnte, erfahrt ihr nun - viel Spaß bei meiner Rezension!

Autorin: Beth O'Leary
Erscheinungsdatum: 13.09.2021
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: The Roadtrip
Genre: Roman
480 Seiten
Taschenbuch 10,99€ (D), Kindle Edition 9,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel




*Dieses Buch hat mir der Diana Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


Die Playlist steht, die Snacks sind gepackt: In ihrem Mini machen sich Addie und Deb auf den Weg nach Schottland zur Hochzeit ihrer besten Freundin. Kurz nach dem Start fährt ihnen ein Auto auf. Der Fahrer ist ausgerechnet Addies Ex Dylan, den sie seit ihrer traumatischen Trennung vor zwei Jahren tunlichst gemieden hat. Dylan und sein bester Freund Marcus fahren auch zur Hochzeit. Ihr Auto ist ein Totalschaden und Addie hat keine andere Wahl als ihnen eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. In einem bis unters Dach mit Gepäck und Geheimnissen vollgestopften Mini entpuppt sich der Roadtrip als Katastrophe: 500 Kilometer liegen vor ihnen, und Addie und Dylan können nicht mehr vor ihrer vertrackten Beziehungsgeschichte davonlaufen... Werden die vier es rechtzeitig zur Hochzeit schaffen? Und viel wichtiger: Ist dieser Roadtrip wirklich das Ende von Addies und Dylans gemeinsamen Weg? (Quelle: DianaVerlag/September2021)



Ich finde es sehr schön, dass die Beth O'Leary Bücher alle ähnlich gestaltet sind. Sie haben auf jeden Fall Wiedererkennungswert und spiegeln die humorvolle Atmosphäre der Geschichten sehr gut wider. Mit den kleinen Zeichnungen wird bereits ein Einblick in die Thematik gegeben und bestimmte Szenen angedeutet, ohne zu viel zu verraten. Ich mag es sehr!

 

Addie und ihre Schwester Deb sind auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Freundin Cherry. Der geplante Roadtrip zu zweit nimmt allerdings ein schnelles Ende, als sie einen Auffahrunfall haben, und ausgerechnet Addies Ex Dylan der Übeltäter ist. Auch er und sein Freund Marcus sind auf dem Weg zur Hochzeit. Kurzerhand lassen sie sich überreden, die beiden in ihrem kleinen Mini mitzunehmen und es beginnt nicht nur eine rasante Reise zur Hochzeit, sondern auch zurück in die Vergangenheit...


Ich bin ein riesiger Fan von Roadtrip Geschichten, sodass ich mich unfassbar drauf gefreut habe, ein Roadtrip Abenteuer aus der Feder von Beth O'Leary zu lesen. Die Ausgangssituation auf dem Klappentext klingt ebenso verzwickt wie lustig und birgt sehr viel Potenzial für eine unterhaltsame Liebesgeschichte. Doch dieses Buch ist in meinen Augen ganz anders als "Love to Share".

Diese Geschichte ist aufgeteilt in "Damals" und "Jetzt". Während wir in der Gegenwart Addie, Dylan und Co. auf ihrem Weg zur Hochzeit begleiten, auf dem allerlei Probleme zu Tage kommen, geht es in der "Damals" Version um das Kennenlernen von Addie und Dylan, ihre Beziehung und den Grund ihrer Trennung. Während ich das "Jetzt" sehr gemocht habe, weil es wieder einmal sehr lustig, überspitzt und rasant zuging, wie ich es von der Autorin gewohnt bin, war das "Damals" eher bedrückend und ernst. Es gibt zahlreiche Konflikte und Baustellen, von toxischen Beziehungen, über emotionale
Abhängigkeit bis hin zu Alkoholmissbrauch und Gewalt ist alles dabei. Das habe ich so nicht erwartet und muss sagen, dass ich die Erzählung aus der Vergangenheit nicht so sehr mochte. Am Ende braucht man die Informationen definitiv, um Addies und Dylans Geschichte komplett zu verstehen, doch der Weg dahin war etwas steinig und sehr bedrückend. Deshalb war auch das Roadtrip Thema gar nicht so präsent, wie ich es aufgrund des Klappentextes und dem englischen Originaltitel "The Roadtrip" vermutet habe.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen, aber wegen der ernsten Töne der meisten Kapitel kommt der Humor, wie ich ihn in "Love to Share" so geliebt habe, hier nicht so sehr zum Tragen. Besonders das erste Drittel ist getrieben von der Kennenlerngeschichte der beiden Protagonisten, humorvoll wird es in der Gegenwartserzählung und am Ende der Geschichte. Das sollte man wissen, denn hier erwartet einen diesmal keine leicht-luftige Liebesgeschichte mit viel Witz und Skurrilität. 


Die Figuren allerdings waren hier sehr tiefgründig und toll gezeichnet. Ich mochte Addie sehr, sehr gerne und habe herzlich mit Deb, Kevin und Rodney gelacht. Marcus ist ein wirklich spezieller Charakter, der eindrücklich ausgestaltet wurde und mir manches mal eine Gänsehaut beschert hat. Auch Dylan war mir sehr nah, obwohl ich nicht all seine Entscheidungen verstanden habe und gutheißen konnte. Die Figuren sind definitiv die Stärke dieses Romans, in dem nicht nur das Liebespaar im Fokus steht, sondern auch Dylans und Marcus' Freundschaft sehr tiefgehend beleuchtet wird.

Nachdem die große "Bombe" geplatzt war, weshalb Addie und Dylan in der Gegenwart kein Paar mehr sind, nimmt die Geschichte einen Verlauf, in dem ich Beth O'Leary wieder mehr erkannt habe. Es wird etwas leichter, spritziger und spätestens auf Cherrys Hochzeit war wieder alles so, wie ich es von der Autorin kenne und liebe - süße Liebesszenen, witzige Dialoge und abstruse Kurzschlussreaktionen - herrlich!
 

Mit "Drive me crazy" schlägt Beth O'Leary diesmal etwas ernstere Töne an und schickt ihre Figuren nicht nur auf einen rasanten Roadtrip zu einer Hochzeit, sondern auch zurück in die Vergangenheit, in der Gewalt, ungesunde Beziehungen und Krankheit eine tragende Rolle spielen. Wer wieder eine spritzig witzige Liebesgeschichte erwartet, muss bis zum Ende durchhalten, zwischendrin geht es eher tiefgründig und bedrückend zu.

Alles Liebe
 
 



Vielen herzlichen Dank an den Diana Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Samstag, 18. September 2021

[Rezension] Finding Perfect von Colleen Hoover

Hallo ihr Lieben,

wenn ihr meinen Blog schon länger begleitet, wisst ihr, dass ich ein großer Colleen Hoover Fan bin. Ich habe fast all ihre Bücher gelesen. Nun ist ein neuer Kurzroman erschienen, der als Ergänzung zu "Hope Forever" und "Finding Cinderella" anzusehen ist. Ob Colleen Hoover auch auf nur rund 100 Seiten überzeugen kann, erfahrt ihr nun, viel Spaß!

Autorin: Colleen Hoover
Erscheinungsdatum: 17.09.2021
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Finding Perfect
Genre: Jugendbuch/ Romance
Ab 14 Jahren
112 Seiten
Broschierte Ausgabe 9,95€ (D), Kindle Edition 8,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel



*Dieses Buch hat mir der dtv Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*


!!!Enthält eventuell SPOILER zu anderen Colleen Hoover Romanen!!!

Daniel und Six verbindet eine große Liebe – und eine perfekte Beziehung…fast: Denn das Wissen, dass sie ihr Baby zur Adoption freigegeben hat, frisst Six beinahe auf. Ihr Leid ist so groß, dass Daniel alles auf eine Karte setzt und versucht, zu den Adoptiveltern des Kindes Kontakt aufzunehmen… (Quelle: dtv.de/September2021)



Mich hat die Aufmachung des Buches etwas irritiert, da sie nicht im gleichen Stil gehalten ist wie die Reihe um Sky und Holder ("Hope Forever", "Looking for Hope", "Finding Cinderella"). Mir gefällt die Gestaltung dieses kleinen Zusatzbandes aber tatsächlich besser! Das Papier des Umschlags ist rau und haptisch richtig schön. Die Sterne glitzern und die goldene Schrift ist veredelt. Obwohl es so wenige Seiten hat, ist es ein richtiges Schmuckstück. Vielleicht können die anderen Bücher ja auch noch mal in diesem Stil neu aufgelegt werden? Mich würde es freuen...


Six und Daniel lieben sich sehr, und dennoch kriselt es in letzter Zeit. Daniel hat das Gefühl, dass sich Six mehr und mehr vor ihm zurückzieht und sucht das Gespräch. Six' Vergangenheit aus ihrem Austauschjahr in Italien holt die beiden wieder ein und sie müssen eine folgenschwere Entscheidung treffen...


Ich bin diesmal bei meiner kurzen Zusammenfassung absichtlich recht kryptisch geblieben, da ich empfehlen würde, erst die anderen Bücher zu lesen, die mit diesem Kurzroman zusammenhängen, um nicht böse gespoilert zu werden. Ich bin erstaunlich gut in diese Geschichte hineingekommen, obwohl es schon einige Jahre her ist, dass ich die Geschichte von Six und Daniel in "Finding Cinderella" gelesen habe.
Colleen Hoover schafft es mit ihrem emotionalen Worten einen sofort wieder in die Geschichte zu katapultieren und schon nach den ersten Seiten war ich wieder voll drin. 

Das Thema dieses Buch ist kein einfaches, wenn ihr es wissen wollt, verrät euch der Klappentext mehr. Ich finde es aber auch sinnvoll, sich in die Geschichte hineinfallen zu lassen, sofern man davon nicht durch eigene Erfahrungen getriggert wird. Die Autorin fasst emotional aufgeladene Themen mit einer ganz besonderen Sensibilität an, sodass ich schon nach den ersten zwanzig Seiten tief berührt war und die Emotionen von Six sehr gut nachvollziehen konnte. Das schafft in meinen Augen niemand so gut wie Colleen Hoover.

Die Charaktere waren alle bereits bekannt aus den vorherigen Büchern der Autorin und es gibt auch ein ganz besonderes Crossover, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe! Ich werde euch nicht verraten, welche Geschichte hier erneut aufgegriffen wird, aber eingefleischte Fans werden es merken.
Ich fand Six und Daniel hier sehr nahbar und absolut authentisch dargestellt. Besonders in Six konnte ich mich hineinversetzen und habe ihren Schmerz förmlich spüren können. Aber auch Daniel, aus dessen Sicht die Geschichte hier erzählt wird, hat mir sehr gefallen, noch viel besser als in "Finding Cinderella", weil die männliche Gedankenwelt auf das betreffende Thema hier besonders interessant dargestellt war. Ich weiß nicht, wie realistisch Daniels Sichtweise und seine Rücksichtnahme auf Six sind, aber wenn mehrere Männer so sind, bin ich begeistert.


Einzig der versprochenen Weihnachtsstimmung aus der Beschreibung muss ich etwas widersprechen. Zwar spielt die Geschichte in der Weihnachtszeit, aber davon habe ich nicht viel mitbekommen, da das zentrale Thema des Buches damit nichts zu tun hat. Wer ein Weihnachts-Spin-Off erwartet, könnte eventuell enttäuscht werden.  

Das Ende der Geschichte fand ich sehr gelungen und passend für die Geschichte. Obwohl ich nicht geweint habe, war ich emotional die ganze Zeit ergriffen und habe mit allen Figuren mitgelitten und mich mitgefreut. Ein sehr würdiges Spin-Off mit tollem Ende!
 

"Finding Perfect" ist ein kleiner, feiner Zusatzband, den CoHo Fans sicherlich nicht auslassen sollten. Ich habe es genossen, Six und Daniel wieder zu begegnen und wurde durch ein überraschendes Crossover total begeistert. Eine tief emotionale, schöne Ergänzung zu der Reihe rund um Sky, Holder, Six und Daniel.

Alles Liebe
   

Vielen herzlichen Dank an den dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] Wie ein Schatten im Sommer von Adriana Popescu

Hallo ihr Lieben,

ich habe das neue Jugendbuch von Adriana Popescu druckfrisch gelesen und möchte euch heute gerne meine Meinung dazu berichten. Bisher habe ich ein Buch der Autorin gelesen, "Morgen irgendwo am Meer", und fand es super!
Viel Spaß bei meiner Rezension!

Autorin: Adriana Popescu
Erscheinungsdatum: 13.09.2021
Originalsprache: Deutsch
Genre: Kinder- & Jugendbuch
Ab 14 Jahren
480 Seiten
Broschierte Ausgabe 14,00€ (D), Kindle Edition 9,99€ (D)
Kaufen? Beim Verlag oder in deinem regionalen Buchhandel




*Dieses Buch hat mir der cbt Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich vollkommen ehrlich.*



Ein Sommer auf dem Land, die erste große Liebe und ein schrecklicher Verdacht

Einen Neubeginn wagen – anderer Ort, andere Leute, alles auf Anfang! Das hofft Vio, als sie mit ihrer Familie in ein kleines Dorf in Süddeutschland zieht. Und als Vio am ersten Tag nicht nur Anschluss an eine nette Clique bekommt, sondern die Pizza auch noch von dem wirklich netten Konstantin gebracht wird, bekommt das Landleben schon mal 5 Sternchen. Bald kann Vio sich gar nicht mehr vorstellen, je etwas anderes gemacht zu haben, als durch leuchtende Maisfelder zu radeln und am sonnenwarmen See zu liegen – den Jungen ihrer Träume neben sich. Wäre da nur nicht die Clique seines großen Bruders Robin mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen, die dann doch einen Schatten ins Sommerlicht werfen. Aber zum Glück hat Konstantin mit denen nichts zu schaffen – oder etwa doch?



Die Aufmachung der hochwertigen Klappenbroschur ist wieder mal äußerst gelungen. Die Gestaltung passt sich den Vorgängern von Adriana Popescu, die ebenfalls im cbt Verlag erschienen sind, an und ist in Schrift und Aufbau ähnlich gehalten. Ich mag an diesem Buch besonders den knallgelben Buchschnitt und das Coverbild, da es die Stimmung des Buches sehr schön einfängt. Einerseits die unbeschwerten Sommerferien auf dem Land, andererseits die grauen Wolken, die sich wie ein Schatten über den Jugendlichen zusammenbrauen - großartig!


Vio zieht von München in das verschlafene Örtchen Walddorf und hat Sorge, keinen Anschluss zu finden. Doch recht schnell freundet sie sich mit einer gleichaltrigen Clique im Ort an und wird vor allem durch Konstantin zum Teil dieser Gruppe. Doch Vios rumänische Herkunft scheint eine größere Rolle zu spielen, als das Mädchen vermutet hat. Immer wieder werden Straftaten in Zusammenhang mit rassistischen Motiven verübt. Die eigentlich so unbeschwerten Sommerferien werden von diesen Aktionen überschattet und Vio muss herausfinden, wem sie trauen kann...

 

Ich finde es beeindruckend und mutig, mit welchem Feingefühl sich Adriana Popescu diesem Thema des Buches angenommen hat. Es würde zu weit führen, das Buch als politisch zu bezeichnen, aber neben der unbeschwerten Sommeridylle ist Rassismus auf jeden Fall ein Leitthema des Buches.
Ich habe sehr mit Vio mitfühlen können, als sie in Walddorf angekommen ist, das so ganz anders ist als München. Ich selbst bin im Dorf aufgewachsen und kennen die Sonnen- und Schattenseiten dieser ländlichen Umgebung.
Adriana Popescu greift Klischees des Dorflebens auf - freiwillige Feuerwehr, jeder kennt jeden und alle sind per Du, es gibt Dorffeste und einen Badesee. All diese Aspekte kenne ich absolut aus meiner Kindheit und Jugend. Dass Rassismus
 auf dem Land eine größere Rolle spielt, schwingt hier so ein bisschen mit, da derartige Motive in größeren Städten womöglich eher untergehen, ob das tatsächlich der Fall ist kann ich nicht beurteilen. Dennoch entsprechen viele Aussagen in diesem Buch der Realität und auch die Autorin selbst erwähnt im Nachwort, von einigen der genannten rassistischen Äußerungen betroffen gewesen zu sein.
Ich habe diese interessante Mischung aus leichter Sommerlektüre und ernstem Einschlag sehr gemocht. Es sind Sommerferien, Vio kommt ins Abschlussjahr und freundet sich mit Konstantin und der Clique an. Schauplätze wie der Badesee, durch die Felder zu radeln oder im Tennisclub was zu essen, haben mir absolute Sommergefühle beschert. Schwerere Themen, wie die Angriffe auf z. B. das Flüchtlingsheim, oder Vios Geheimnis aus der Vergangenheit, haben für Spannung gesorgt und einen Schatten auf Walddorf geworfen, aber nicht zu sehr, als dass die schönen Seiten des Lebens nicht noch genug Platz haben.

Die Figuren sind wieder einmal herausragend gezeichnet. Vio mochte ich sehr, sehr gerne und konnte ihre Gefühls- und Gedankenwelt total gut nachvollziehen. Sie war für ihr Alter schon sehr reif und insbesondere in Bezug auf Konstantin war ihre innere Zerrissenheit greifbar. Mit Konstantin hatte ich ein bisschen meine Probleme. Einerseits kenne ich es auch, die eigene Meinung zurückzuhalten oder in der Masse unsichtbar zu werden, andererseits hat er in Bezug auf Vio manchmal in meinen Augen zu schüchtern oder rückgratlos gehandelt. In seinem Alter wahrscheinlich ganz normal, aber ich hätte es mir für Vio anders gewünscht. Die Freundesclique steht im Mittelpunkt der Geschichte und sowohl Holger, als auch die anderen haben mir gut gefallen. Mein geheimer Liebling war definitiv Mone, aber auch Robin mochte ich gerne. Die Figuren sind das Herzstück der Geschichte und sind während des Lesens förmlich lebendig geworden. "Leider" auch die nicht so sympathischen Charaktere, aber dafür hatten sie eine erschreckende Tiefe und Authentizität. 

Der Verlauf der Handlung war locker, und dennoch spannend. Es passiert ziemlich viel und einige interessante Wendungen bringen ganz schön Wirbel in den kleinen Ort. Besonders die letzten 100 Seiten haben mir richtig gut gefallen und die Geschichte atemlos zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht. Das Nachwort der Autorin finde ich auch richtig platziert, um die Inhalte des Buches und den Realitätsgehalt einordnen zu können. Als Schullektüre würde sich die Geschichte in meinen Augen auch wunderbar eignen.

 

Adriana Popescu schlägt mit diesem neuen Jugendroman wieder ein mal etwas ernstere Töne an und beschert uns nicht nur unbeschwerte Sommerstunden auf dem Land, sondern regt definitiv zum Nachdenken über ernstere Themen wie Ausländerfeindlichkeit und Toleranz an. Ich habe diese Mischung sehr gerne gemocht und auch nach dem Lesen noch länger über die Geschichte nachgedacht. Fans der Autorin müssen dieses Buch auf jeden Fall lesen, aber auch allen anderen, vor allem jüngeren Leser*innen innerhalb der Zielgruppe, kann ich diese Geschichte absolut ans Herz legen!

Alles Liebe
 

Vielen herzlichen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Freitag, 3. September 2021

Mein Lesemonat August '21


Hallo ihr Lieben,
der August ist zu Ende und mit ihm auch die Sommerzeit. Lesetechnisch war dieser Monat sehr erfolgreich, ich habe 14 Bücher gelesen. Von Thriller, über New Adult, bis hin zu Young Adult war alles dabei. Viel Spaß bei meinem Monatsrückblick!

Der Monat begann mit einem sehr aufrüttelnden Buch, nämlich "Sanctuary". In dieser Dystopie geht es um das Thema der Einwanderung in die USA, was in dieser Zukunftsversion mit Hilfe von besonderer Technik noch stärker kontrolliert werden kann. Ich habe mir noch etwas mehr dystopisches Feeling erhofft, aber das Buch gerne gelesen. Hier ist meine Rezension dazu.


Außerdem habe ich eine Trilogie beendet. "Truly" von Ava Reed habe ich letztes Jahr gelesen und es hat mich nicht vollständig überzeugen können. Seitdem habe ich zwar die Folgebände gesammelt, aber noch nicht gelesen. "Madly" hat mir ganz gut gefallen, weil ich das Pärchen mochte, aber die Handlung war eher langweilig. Dafür hat bei "Deeply" alles gestimmt und ich fand den Abschluss der Trilogie sehr gelungen! Insgesamt nicht mein Highlight im New Adult Bereich, aber ganz in Ordnung. 


Um mal wieder mehr in Richtung Fantasy zu lesen, habe ich "Knochendiebin" von Margret Owen gelesen, das schon ewig auf dem SuB lag. Ich war leider nicht ganz so begeistert. Die Idee der hier erschaffenen Welt mit dem Kastensystem war klasse, aber leider etwas zu verwirrend für meinen Geschmack. Auch die Handlung an sich hatte einige Längen, sodass ich den Band 2 der Dilogie vermutlich erst mal nicht lesen werde.


Mit "Girl at heart" von Kelly Oram ging es in den Young Adult Bereich. Diese Geschichte ist sehr süß, ganz im typischen Oram Stil und triefend vor USA Klischees und Highschool Setting. Ich fand das Buch ganz gut, es war in meinen Augen nicht so stark wie "Cinder & Ella", aber durchaus unterhaltsam. Das Baseball Thema ist hier sehr präsent, wen das stören sollte, vielleicht erst mal etwas anderes von der Autorin lesen.


Anschließend habe ich eine Highlight Reihe für mich entdeckt und direkt komplett durchgesuchtet. " Winterhaus" von Ben Guterson hat mich total begeistern können. Dieses winterliche Hotelsetting gepaart mit Rätseln, Geheimnissen und etwas Magie ist nicht nur etwas für junge Leser*innen. In meiner Reihenrezension berichte ich ausführlich über diese wunderbare Geschichte.


"Unsichtbar im hellen Licht" von Sally Gardner habe ich als Vorabexemplar vom Verlag Freies Geistesleben bekommen und auch direkt gelesen. Die Thematik des Theaters war nicht ganz so meins und lange Zeit wusste ich nicht, wo das Buch mit mir hinwollte. Das hat sich ab der Hälfte immer mehr aufgeklärt, und dann war es auch ziemlich originell. In meiner Rezension habe ich all meine Gedanken nach dem Lesen festgehalten.



Da ich wusste, dass in diesem Monat der neue John Marrs Zukunftsroman erscheint, habe ich noch schnell "The One" von ihm gelesen. Ich muss sagen, dass mir "The Passengeres" noch etwas besser gefallen hat, aber auch "The One" bis auf einen etwas schleppenden Anfang ein sehr, sehr gutes Buch für mich war. Ich liebe den rasanten Schreibstil des Autors und die vielen überraschenden Wendungen. Eine absolute Neuentdeckung dieses Jahr!


Ebenfalls endlich vom SuB befreit habe ich "Get even" von Gretchen McNeil, das immer wieder mit "Pretty little liars" verglichen wurde. Vom Aufbau her ist es auch recht ähnlich, allerdings haben mich die vielen verschiedenen Figuren zur Verzweiflung gebracht, weil ich nie ganz durchgestiegen bin, wer nun mit wem befreundet ist usw. Insgesamt war es ziemlich spannend, es gibt aber ohne Band 2 keine wirkliche Auflösung der Morde, was ich enttäuschend fand. Mal schauen, ob Band 2 irgendwann einziehen wird.


Im Urlaub habe ich dann "Love to share" von Beth O' Leary als leichte Strandlektüre gelesen. Dieses Buch hat mir sehr gefallen. Tiffy und Leon waren sehr erfrischende Figuren und ihre Kennenlerngeschichte ist durchzogen von viel Humor und Alltagskomik. Es werden aber auch ernste Themen angesprochen, also ich hier eigentlich für alle Fans von romantischen Büchern etwas dabei.

"Die beste Zeit ist am Ende der Welt" von Sara Barnard entführte mich ins ferne Kanada, und hat atmosphärisch einen sehr gelungenen Roadtrip transportiert. Von der Handlung her fand ich es eher fad, es geht sehr viel um die Innenwelt der Protagonistin. Nichtsdestotrotz ein empfehlenswertes Jugendbuch für ruhige Lesestunden. In meiner Rezension gibt es näheres dazu.  


Am 31.08. habe ich noch pünktlich zum Ende des Monats "The Watchers" von John Marrs beendet. Sein neuer Near-Future Thriller hat mich wieder sehr begeistern können. Ich würde sagen, er ist nicht ganz so stark wie die anderen beiden, konnte aber auch wieder mit viel Spannung, einer genialen Zukunftsvision und vielen Wendungen punkten. Wenn ihr mehr wissen wollte, gibt es hier meine Rezension dazu.


Wenn ich diese Auflistung der Bücher so anschaue, war der Monat tatsächlich recht durchwachsen. Meine Highlights waren die "Winterhaus" Reihe und die beiden John Marrs Romane.
Ich bin sehr gespannt, was der September für uns bereithält.

Wie war euer Lesemonat August?

Alles Liebe