Donnerstag, 9. Mai 2013

[Rezension] Der Mann, der den Regen träumt von Ali Shaw

Titel: Der Mann, der den Regen träumt
Autor: Ali Shaw
Originaltitel: The Man Who Rained
Gebundene Ausgabe
Verlag: Script5
Seitenzahl: 332
Teil einer Reihe? Nein.
Genre/ Themen: Fantasy/ Wetter/ Liebe
Preis/ neu: 18, 95€ (D)

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Wie Kreide, vom Regen zu einem weißen Schleier verwaschen, begannen seine Umrisse zu verschwimmen und seine Konturen schwanden, beinahe unmerklich. Im einen Moment sah Elsa einen Mann vor sich und im nächsten nur noch eine graue Silhouette. Seine Haut wurde zu Nebel. Die Sonne hinter ihm ließ ihn erstrahlen und umrahmte ihn mit ihrem goldenen Schein, bis er nichts mehr von einem Mann an sich hatte, sondern immer mehr einer Wolke glich, die durch Zufall die Form eines Menschen angenommen hatte." Finn ist kein gewöhnlicher Mann, ihn umgibt ein Geheimnis. Es ist der Grund für sein Einsiedlerleben und der Grund, warum die Einwohner von Thunderstown ihm nicht wohlgesinnt sind. Doch trotz aller Gerüchte und Anfeindungen hält Elsa zu Finn. Gemeinsam versuchen sie, ihre Liebe gegen all die Widerstände zu behaupten. (Quelle: Amazon.de)


Auch das zweite Buchcover Ali Shaws ist eine echte Augenweide! Diesmal zwar ohne silberne Schnittkante, dennoch wieder in einem ähnlichen Stil gehalten wie "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen", begeistert mich auch diese Aufmachung sehr! Dieses tiefgründige Lila im Zusammenspiel mit dem weißen Rand und den Regentropfen- gibt es ein melancholischer aussehendes Buch? Für mich ein absoluter Blickfang und treffend zum Inhalt des Werkes.


Ali Shaws Schreibstil muss man einmal ausprobiert haben. Es erwartet jeden Leser etwas ganz Neues! Ich beschreibe den Stil gerne als tiefsinnig, poetisch und bildhaft. An der einen oder anderen Stelle begeistert mich dieser facettenreiche Blick in die Geschichte, beim ersten Buch des Autors haben viele Beschreibungen aber in erster Linie gelangweilt. Davon kann ich hier zum Glück nicht sprechen. Auch hier ist der Schreibstil wunderschön zu lesen mit vielen Metaphern, Vergleichen und weiteren Stilmitteln, mit denen der Autor nur so um sich wirft. Dabei geht hier die Handlung aber trotzdem weiter und die Langweile blieb bei mir aus.
Somit kann ich vom Stil her eher das zweite Buch, also dieses Schmuckstück hier, empfehlen.


Thema/ Inhalt:
Elsa entflieht ihrem eintönigen, alten Leben in der Großstadt und zieht in ein kleines, uriges Städtchen namens Thunderstown. Dort lernt sie alle Bewohner kennen und lebt sich bei einem älteren Herrn, mit dem sie schon länger Kontakt pflegt, ein. Eines Tages entdeckt sie bei einer Wanderung in den Bergen einen Mann, der sich nach und nach aufzulösen scheint und letztendlich als Wolke in den Himmel austeigt. Ihre erste Begegnung mit Finn. Gleichzeitig verängstigt und voller Neugier trifft sich Elsa öfters mit ihm und beginnt sich in ihn zu verlieben. Doch die Beziehung ist stets gefährdet, da die Legende des bösen Wettermannes im Dorf umgeht und dieser zur Strecke gebracht werden soll, würde er jemals erblickt werden.
Wird die Liebe zwischen Elsa und Finn Zukunft haben?

Idee/ Umsetzung:
Erst einmal muss ich etwas zur Idee loswerden. Wie genial ist Ali Shaw bitteschön? Eine so kreative und unverbrauchte Idee muss man sich erst mal kommen lassen. Und neben der Hauptthamtik auch noch andere fantastische Ideen mit einbauen. (Ich sag nur Wasserpferde). Das Wetter ist trotz vieler Forschungen und Vorhersagen ja immernoch ein Thema für sich, welches als unberechenbar gilt und diese Thematik in Zusammenhang mit einem Menschen. Einfach nur bewundernswert! Dazu kommt noch die tolle Umsetzung. Immer hat mich interessiert, wie es weitergeht und viele verschiedene kleine Teilgeschichten verknüpfen sich nach und nach. Für alles gibt es Gründe, jeder hat eine Vergangenheit, die ihn geprägt hat. Herrlich lyrisch, aber auch spannend erzählt der Autor hier eine Geschichte der besonderen Art.
Einfach rundum zum Schwärmen!

Charaktere:
Elsa ist eine starke junge Frau, die aber wie jeder Probleme hat. Ihre alte Beziehung ging in die Brüche, die fühlte sich von der Großstadt eingeengt. Sie ist ein Familiemensch, versucht aber trotzdem ihr eigenes Leben ganz selbstständig zu handhaben. Ihre Neugier ist einer der prägnantesten Charakterzüge an ihr, die sie zum Glück auch zu Finn führte! Dieser ist allerdings eher gegensätzlich zu ihr.

In dieser märchenhaften Geschichte ist es nämlich nicht etwas so, dass wir hier wieder zwei perfekte junge Menschen haben, die sich vom Charakter ähneln. Finn begegnet uns eher ruhig, nachdenklich, traurig und bescheiden. Er hat viel mitgemacht, ist sehr einsam und trotz seines Alters von Anfang 20 wirkt er manchmal noch wie ein kleiner Junge. Für alle seine Züge gibt es natürlich Erklärungen, die der Leser in seiner Vergangenheit suchen muss.

Sehr erfrischend mal ein Liebespaar zu haben, welches eben nicht super zusammenpasst, sondern nicht nur im Wesen, sondern auch noch in seiner Natur völlig unterschiedlich ist. Wetter und Mensch vereint!
Viele andere Figuren machen die Geschichte noch viel atmosphärischer und runder, aber die sollt ihr am besten selbst kennenlernen!

Ende:
Und da wandelte sich das ruhige, melancholische Buch zu einem spannenden Page- Turner. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen ,musste wissen, wie die Geschichte zwischen Finn und Elsa ausging.
Einfach ein klasse Abschluss der Geschichte!


Ein wunderschönes Buch- innen so wie außen. Wenn das erste Buch mir gut gefallen hat, hat dieses hier mich überwältigt. Eine so kreative Idee auch noch so atmosphärisch umgesetzt verdient die volle Punktzahl!
Eine Empfehlung für alle Fans des Autors und Leser, die dem Wetter ganz nahe kommen wollen, denn hier sind Mensch und Wetter vereint!



Weitere Bücher des Autors:

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi.*-* Die hatte ich in null Komma nichts durchgelesen.;)

    Du scheinst ja wirklich sehr von diesem Buch angetan.
    Ich muss zugeben, dass mich der Inhalt ein wenig mehr bei "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" anspricht als bei diesem hier von Ali Shaw. Die Idee für die Stories finde ich zwar bei beiden wirklich sehr überwältigend, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich glaube ich mehr zu "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" greifen. Trotzdem werde ich die Augen nach dem Buch offen halten.:D

    Dort kommen auch Wasserpferde vor? Wie lustig. Ich habe nämlich vor nicht einmal einer viertel Stunde "Rot wie das Meer" ausgelesen und da ging es ja auch die ganze Zeit um diese schönen Pferde.
    Übrigends ein Hammermäßiges Buch! Ich bin wieder einmal hin und weg von einem Buch von Maggie Steifvater. Kann ich nur weiterempfehlen!:D (Rezi folgt noch;))

    LG
    Lynn

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  2. Eine ganz süße Rezension!
    Ich muss ehrlich sagen, mich hätte das Cover nicht angesprochen, aber dank deiner Rezi bin ich ziemlich neugierig geworden ;)

    Liebst, Lotta.

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  3. Guten Abend,

    Das Cover ist absolut Traumhaft. Von diesem sowie von dem anderen Buch. Von der Aufmachung her würde man ja gleich auf eine Reihe tippen. Sie sind ja ziemlich ähnlich gestaltet.
    Die Story klingt wirklich sehr interessant. Schöne Rezension!

    Liebe Grüße.

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