Dienstag, 13. August 2013

[Rezension] Please don't hate me von A.S. King

Autorin: A.S. King
Originaltitel: Please ignore Vera Dietz
Gebundene Ausgabe
Verlag: Arena
Seitenzahl: 381
Teil einer Reihe? Nein.
Genre: Jugendbuch/ Realitätsroman
Themen: Alltag, Schicksal, Tod, Leben, Familie, Enttäuschungen, Hass, Liebe, Freundschaft

Empfohlenes Alter: 12- 16 Jahre
Preis/ neu: 16, 99€ (D)

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Kann man vergessen, was war? Muss man verzeihen, um den anderen zu retten? Wie viel Mut braucht die Wahrheit? Vera hasst Charlie. Aus tiefstem Herzen. Obwohl er einmal ihr bester Freund war. Obwohl sie seine dunkelsten Geheimnisse kannte. Obwohl sie ihn so geliebt hat. Und doch ist sie die Einzige, die weiß, was in jener Nacht wirklich geschah. Der Nacht, in der Charlie starb. (Quelle: Amazon.de)


Ich merke immer wieder, dass der Arena Verlag  Cover genau nach meinem Geschmack entwirft und ich aus diesem Verlag kein Buch gefunden habe, welches mir von der Gestaltung her nicht gefiel. So mag ich auch die schlichte, aber wunderschöen Aufmachung von "Please don't hate me". Die Idee mit der Glasscheibe und dem darauf geschriebenen Titel ist sehr originell und die Schlichtheit des Covers passt auch perfekt zum Inhalt des Buches. Die Tatsache, dass das Hardcover eines der wenigen Bücher ohne Schutzumschlag ist, macht es noch ein Stück besonderer und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, das Buch in meinem Regal stehen zu sehen.


Wenn man von einem typischen Hype- Buch oder einem besonderen Jugendbuch spricht, wird man niemals "Please don't hate me" zu hören bekommen, denn das ist es einfach nicht. Dieses Jugendbuch ist ganz normal. Der Schreibstil ist jugendliche und leicht zu lesen, oft kann man über zynische Bemerkungen schmunzeln und erlebt mit der Protagonistin einfach ein paar Monate ihres Lebens mit. Obwohl sich das jetzt ziemlich unspektakulär anhört, habe ich einen riesigen Spaß beim Lesen gehabt. Gerade weil das Buch nicht übermäßig spannend  ist und seinen eigenen Weg geht, ist es ganz speziell. Wie das Leben so spielt, plätschert die Geschichte vor sich hin und der Stil unterstreicht die Normalität des Buches ganz wunderbar. So komisch es klingen mag, aber der Schreibstil hätte nicht spannender oder schöner sein dürfen, denn das Leben ist nicht immer spannend und schön.


Thema/ Inhalt:
Vera ist ein ganz normales 18- jähriges Mädchen. Mit 12 Jahren wurden sie und ihr Vater von ihrer Mutter verlassen und schlagen sich seitdem zu weit durch. Neben der Highschool arbeitet Vera in einem Pizzaunternehmen und versucht sich abzulenken, von ihrem alten Leben, von Charlie. Dabei hilft ihr nicht zuletzt der Wodka unter dem Autositz. Ihr ehemals bester Freund ist gestorben und hat sie vor seinem Tod tief verletzt. Und nur Vera kann bezeugen, was in Charlies Todesnacht wirklich geschah und für Gerechtigkeit sorgen. Doch soll man einem verhassten Menschen wirklich helfen und darf man überhaupt Tote hassen? 

Idee/ Umsetzung:
Die Idee hinter Veras Geschichte klang unheimlich spannend und deshalb wollte ich das Buch gerne lesen. Wer allerdings einen Thriller mit viel Action erwartet, der wird enttäuscht werden, denn das Buch ist kein Thriller und ist auch nicht unbedingt spannend. Es ist eine Geschichte, über eine bewundernswerte Freundschaft, über Freuden und Enttäuschungen des Lebens und über den Tod. Es ist die Reise eines Teenagers, der zu sich selbst findet und der sein Leben beginnt zu verstehen und zu leben. Es ist eine Geschichte, die wie aus der Realität gegriffen scheint. 

Ein Tag ähnelt dem nächsten, wessen Leben ist schon jeden Tag aufs Neue ein Abenteuer? Es gibt Routine, Alltag und viel Zeit zum Nachdenken. Die Wirklichkeit kann brutal sein und uns Rückschläge erteilen. Diese Normalität greift dieses Buch auf, wie es nicht viele tun und ist deshalb so realitätsnah und authentisch. Ich habe es geliebt, über Vera zu lesen, ihre Gedanken und Gefühle zu entdecken und sie zu begleiten.

Am Ende wird es auch nochmal richtig spannend und es geht heiß her, aber die meiste Zeit ist dieses Buch einfach nur ein Stück aus einem Leben, das durchaus existieren könnte. Das Gespür der Autorin für diese Auffassung des Lebens bewundere ich sehr und auch ihre Gabe, den perfekten Grad zwischen unauthentischer Spannung und zu viel Action und langer Weile zu finden, ist perfekt zur Geltung gekommen. Ein Jugendbuch, welches eine besondere Spezies darstellt und von denen es deutlich mehr auf dem Markt geben sollte!

Charaktere:
Im Nachhinein betrachtet ist das Buch 100% Vera Dietz. Und das ist auch gut so, weil ich dieses zynische, innerlich verletzte Mädchen ganz tief in mein Herz geschlossen habe. Sie hatten es ganz und gar nicht leicht in ihrem jungen Leben und musste viele Rückschläge ertragen und sich täglich wieder ihren Verlusten stellen. Auch ihr Vater ist ein toller Charakter, der sehr liebenswert ist, wenn man ihn einmal besser kennenlernt und in ihn hineinblicken kann, was uns ebenfalls ermöglicht wird. Kaum jemand bleibt in dieser Geschichte platt, alle Figuren sind lebensecht und lösen Gefühle in einem aus, begeistern einem oder verleiten uns zu Hass. Jeder hat einen spannenden, teilweise undurchdringlichen Charakter, aber am Ende haben wir doch alle durchschaut und haben selbst mit den fiesesten Schurken irgendwo Mitleid. Charlie nimmt neben Vera, auch wenn er Tod ist, einen wichtigen Platz in dem Buch ein und seine Geschichte ist mir auch sehr nah gegangen. 

Sehr geschickt lässt die Autorin uns über alle Figuren viel erfahren. Natürlich steht Vera an erster Stelle und man kann ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Passagen, in denen sich ihr Vater oder Charlie zu Wort melden und ein Erlebnis aus ihrer Sicht erzählen. Das gibt dem Buch die Nötige Abwechslung und ermöglicht uns überall einen tiefen Einblick.

Ende:
Das Buch nimmt zum Ende hin viel Fahrt auf und gibt an Spannung nochmal alles. Aber auch die weniger spannenden Erlebnisse mit Vera haben mir sehr gut gefallen und es war mir eine Freude, für ein paar Stunden einen Einblick in ihr Leben zu bekommen- sowohl in der Gegenwart, als auch aus ihrer Vergangenheit mit Charlie. Ich musste beinahe weinen, als die Geschichte zu Ende ging und beschäftige mich bestimmt noch länger mit der Familie Dietz und Pagoda. 


Einige Geschichten begeistern uns mit rasanter Spannung, andere mit sehr viel Romantik und Herzschmerz. "Please don't hate me" bietet weder das eine, noch das andere, es ist einfach eine Geschichte eines Lebens, wie sie bei unseren Nachbarn stattfinden könnte. Das pure Leben mit seinen Höhen und Tiefen verpackt in ein besonderes Jugendbuch. Das Buch ist so herrlich normal, jeder kann sich mit dem ein oder anderen identifizieren und vielleicht ja auch noch etwas fürs Leben lernen. Obwohl es merkwürdig zu klingen scheint, lebt diese Geschichte von ihrer "Echtheit", von ihrer Nähe zur Realität und ist so wie du und ich, einfach ganz normal. Ich liebe dieses Buch für seine spezielle Art und kann einfach nur die volle Punktzahl geben und zähle es nun zu meinen Lieblingsbüchern!




Die amerikanische Schriftstellerin A.S. King ist vor kurzem aus Irland in die USA zurückgekehrt, wo sie zehn Jahre lang eine landwirtschaftliche Farm verwaltete, unterrichtete und schrieb. Hinzu kommen ihre Erfahrungen als Geflügelzüchterin, Fotografin, Jonglielehrerin und Pizzabotin. Heute lebt sie mir ihrem Mann und ihren Kindern in Pennsylvania. Sie ist ein großer Fan von Kurt Vonnegut, Maiskolben, schönem Wetter und flauschigen Socken.

"Please don't hate me" ist ihr Debüt auf dem deutschen Jugendbuchmarkt.

Kommentare:

  1. Wert macht eigentlich immer diese Autorenfotos ..
    Das Buch klingt wirklich unglaublich toll. . Man ey wieder ein Buch mehr auf meiner Liste oo' oh man. .

    Vielen Dank für die schöne Rezension.

    Liebst, Lotta

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  2. Ich hatte das Buch letztens als ich im Buchladen war zwei Mal in der Hand! ZWEI MAL!!! Und habe mir stattdessen diesen komischen "Thriller" "Wie der Vater so der Tod geholt"...:| Da das Buch echt ein Fehlgriff war, ärgere ich mich total, dass ich mich nicht für das Buch entschieden habe.:(
    Auf jeden Fall wieder eine schöne Rezi!:D

    Manchmal braucht man das wirklich, ein Buch das total "normal" ist. Ich finde auf der einen Seite gut, dass es Bücher gibt die nicht aus dem normalen Leben erzählen, da man dort in die Geschichten eintauchen kann und "unserer Welt" - sage ich jetzt mal - entfliehen kann, aber auf der anderen Seite ist es natürlich toll, wenn es auch mal ein Buch gibt, das keine ausgedachten Welten hat oder anderes.

    Liebe Grüße,
    Lynn

    PS: Das Autorenfoto sieht wirklich sehr...interessant aus.o.O

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  3. Klingt wirklich sehr gut ;) Wie immer eine sehr schöne Rezi :)

    Ich wollte eigentlich "Dark Kiss" haben und habe mich zwischen Überraschungstitel 2 und 3 entscheiden müssen und dann natürlich daneben gegriffen ;) Aber die Soul Screamers Reihe gefällt mir dann doch sehr gut, während ich schon viele durchwachsende Rezis zu "Dark Kiss" gesehen habe ;)

    Ich hab mir vor meiner Mündlichen fast in die Hose gemacht, weil ich Bio gehasst habe. Ich habe nie etwas verstanden! Aber in der Prüfung ging es und im Endeffekt habe ich 10 Punkte bekommen. Richtig gut! In der mündlichen sind die Lehrer eigentlich ganz freundlich, also müsste das laufen ;)
    Ach das packst du locker ;) Wenn du dich richtig reinhängst, hast du das halbe Abi schon in der tasche ;)

    Liebe Grüße
    Chianti

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  4. Oh man was für eine wunderschöne Rezension *-* Und mit Can't hold us nebenbei sogar noch geiler xD Ich glaub ih hab dir erzählt, dass ich das Buch vielleicht fürs lesen in der Klasse vorschlagen wollte? Jetzt werde ich es jedenfall lesen ^^

    Uff ich bin auch etwas im Stress in paar Fächern nachholen weil wir kompletten Lehrerwechsel haben außer Physik und Mathe, aber in Mathe bleibt unserer Lehrerin nur noch 2 Monate weil sie schwanger ist, sozusagen verschiebt sich der Lehrerwechsel der Anfang stattfinden sollte um 2 Monate. In Bio war unsere Lehrerin total blöd nur Insekten und so gehabt und dann jetzt neuer Bio Lehrer der konfrontiert uns mit Sachen von denen wir noch nie zuvor was gehört haben. Wie etwa Blätterschichten oder so O.o

    Du bist in der Oberstufe? Muss ja total stressig sein, in die Oberstufe gekommen oder schon letztes Jahr? Und wie ist es denn bei dir, seit ihr ab der 10 oder 11 Klasse Oberstufe? Wir sind ab der 10, aber bei Filo zum Beispiel sind die erst ab 11 Jahrgang Oberstufe.

    Bei mir sind "Frozen Time","Enders","Beautiful Desaster" (ich fand das Buch total gut auch wenn voller Klischees :D),"Unearthly-Himmelsbrand"(toller Abschluss wenn auch schwächer als Band 2), "Kuss des Tigers" (total klasse, ich denke wäre auch was für dich ist nämlich etwas anderes als die anderen Büchern aber das Ende ist dämlich .__. und vor paar Tagen ist "Herzblut 2" auch noch unerwartet angekommen, warum ausgerechnet jetzt?!?! Und dabei sind wir noch nicht mal in Klassenarbeitenstress und jetzt stresse ich mich schon ab ://
    Es ist ja so, dass ich Latein noch als 3 Fremdsprache dazu bekommen hab und dann die Sache mit Vokabeln und Gefühl für die Sprache entwickeln zeitaufwenidg, dabei find ich das eigentlich recht einfach, bis jetzt (haha gerade mal nur 3 Stunden gehabt xD) Aber ich glaub die Grammatik wird schon nicht so schwer den solche Sachen wie Generus etc. ist ja fast wie im deutschen.

    Wir haben 3(!!!!)neue Fächer dazu bekommen und nur 1 Fach (Musik) ist gegangen und von den Kernfächern haben wir jeweils nur noch 3 Stunden in der ganzen Woche! Intenvisierungsstunden nicht mitberechnet, weil man da ja eh nicht im Unterricht weiter macht sondern das nur ein bisschen mehr vertieft.
    Und wir sollen 5(!!!) Arbeiten in Englisch, Deutsch und Französisch schreiben, vor paar Jahren hätten wir noch mehr schreiben müssen, aber zum Glück ist die Anzahl der zu schreibenden Arbeiten gesunken, auch wenn es noch immer total viel ist dafür, dass wir nur so wenige Stunden haben.
    Und das krasse ist die Wahlpflichkurse (bei mir Latein) haben 4 Stunden in der Woche, dabei sind das noch nicht mal Hauptfächer.

    Höhö jetzt hab ich dich über Schule vollgelabert dabei bin ich gerade erst Mittelstufe und mecker schon rum :DD

    Mal sehen ob ich überhaupt Zeit für "Amy on the Summer road" finde, sieht gerade etwas schlecht aus :(
    Dabei wollte ich mich doch mehr um meinen Blog kümmern *schnief* aber ich werde es schon hinkriegen, letztes Jahr ging es ja auch, okay aber da stand nicht so viel an haha, dieses Jahr Klassenfahrt, Praktikum, ich mach bei der Freizeitbücherei mit und dann werd ich mich auch noch dafür eintragen eine Schulsanitäter Ausbildung zu machen, weil wir kriegen für all diese Sachen auch noch Zertifikate und beim Abi kriegen wir so ein großes und ich find das klingt auch alles interessant :)

    Also ich hab ja echt keine Hobbys wenn ich dich so vollspamme xDD

    May <333

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