Samstag, 18. April 2015

[Rezension] Allee der Kosmonauten von Anne Krüger

Autorin: Anne Krüger
Gebundene Ausgabe
Verlag: Script5
Seitenzahl: 400 Seiten
Teil einer Reihe? Nein.
Genre: Jugendbuch/ Junge Erwachsene
Themen: Selbstfindung, Träume, Zukunft, Berufswahl, Ängste, Quarterlife Crises, Entscheidungen

Preis: 17, 95€ (D)

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In ihrer Kindheit träumte Mathilda unter anderem von einer Karriere als Osterhase, aber am liebsten wollte sie Kosmonautin werden. Als sie ihrer besten Freundin während einer Riesenradfahrt auf die Bluse kotzte, zerbrach ihr Herzenswunsch jedoch an der schnöden Realität – sie war nicht schwindelfrei. Zurück blieb eine unbändige Begeisterung für Juri Gagarin und den Weltraum. Heute Ende zwanzig, ist Mathilda immer noch auf der Suche nach einem erfüllten Leben. Kosmonautin steht als Beruf nicht mehr zur Diskussion, aber was dann? Und was das erfüllte Privatleben angeht: Welcher Mann kann schon neben Juri Gagarin bestehen? „Allee der Kosmonauten“ ist ein Roman über die erste schwierige Phase im Leben junger Erwachsener (Quarterlife Crisis), in der neue Entscheidungen getroffen werden müssen und sich alte Bindungen verändern. Anne Krüger setzt sich mit dieser Thematik authentisch auseinander und verleiht ihren Figuren wie im Vorbeigehen Tiefe. Ein literarisches, unterhaltendes Debüt voller Situationskomik und feinem Humor. (Quelle: Amazon.de)


Das Cover besticht vor allem durch seine Schlichtheit. Zuerst erweckt es dein Anschein eines Kinderbuches, doch der Kontrast von Grau und Orange haben es mir wirklich sehr angetan. Die Raketen passen natürlich hervorragend zum Titel des Buches und ich finde das Cover insgesamt wegen seiner tollen, akzentuierten Gestaltung sehr gelungen.



Hier muss ich leider, leider schon etwas anfangen zu nörgeln. Denn der Schreibstil bereitete mir doch so einige Schwierigkeiten. Ich bin ein Fan von vielen Wendungen, Überraschungsmomenten und spannender, unterschwelliger Stimmung. Autorin Anne Krüger hat für mich leider einen zu ruhigen Schreibstil. Sie versteht es, toll zu formulieren und versucht durch Rückblenden und teilweise etwas unschlüssige, verworrene Gedankengänge das Wesen der Protagonistin zu verdeutlichen, doch leider blieb die Atmosphäre für mich sehr oberflächlich und durch die ruhige Erzählweise großteils eher langweilig. Das finde ich sehr schade, weil Charaktere und die Idee durchaus vielversprechend sind, aber mit dem Stil konnte ich als Spannungsliebhaberin eher wenig anfangen.


Idee/ Umsetzung:
Gerade im jungen Alter von Anfang dreißig ist man im Leben sehr unentschlossen und verwirrt. Umso toller fand ich es, dass Frau Krüger diese Zeit aufgreift und anhand von Protagonistin Mathilda beschreibt. Somit war die Idee für mich schon mal sehr gut gewählt und ich konnte mich gut mit ihr identifizieren. Bei der Umsetzung habe ich allerdings etwas anderes erwartet, weil die Stimmung so gar nicht zukunftsorientiert und positiv war, sondern größtenteils bedrückend und ernüchternd. Deshalb habe ich an der Umsetzung eher zwischen den Zeilen meine Freude gefunden und konnte die Botschaft des Buches doch ganz gut verstehen, auch, wenn ich etwas gänzlich anderes erwartete...

Charaktere:
Mathilda hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen. Hier zeigt die Autorin, wie komplexe Charaktere ganz realistisch und bildhaft darzustellen sind. Sie definiert sich allerdings eher durch Taten, als durch viele Worte und auch das hat mir sehr gefallen, weil es so gut zu ihrem Charakter passt. Ebenso wie die schon erwähnten Vergangenheitspassagen und Gedankenströme, Mathilda ist eine Denkerin. Auch die anderen Charaktere sind ziemlich gut konstruiert, wobei ich meine Freude eher bei der Protagonistin fand. Insgesamt konnten diese aber leider nicht gänzlich für mehr Spannung in der stillen, wispernden Geschichte sorgen und hätten bei einem höheren Spannungsbogen meiner Meinung nach mehr Raum gehabt, sich zu entfalten. Schade!

Ende:
Wenn eine Geschichte vor sich hinplätschert, ist auch das Ende meist nicht hochtrabend spannend. Deshalb war ich weder sehr begeistert, noch überrascht. Allerdings brachte es die Geschichte zu einem runden Abschluss und ich konnte dennoch zufrieden das Buch zuklappen.


Eine tolle Idee leider sehr ruhig umgesetzt. Die Zwischen-den-Zeilen Leser werden hier bestimmt ihre Freude haben, ebenso Liebhaber von Melancholie und trüber, bedrückender Atmosphäre. Mir hat leider ganz arg die Spannung gefehlt. Mathilda ist ein tolles Mädchen, die eine gute Geschichte zu erzählen hat, aber sie erzählt sie eben eher, es gibt in diesem Buch wenig Erleben. Eine schöne Botschaft erwartet einen am Ende, sofern man sie denn für sich annehmen möchte. Das Buch war eine interessante Erfahrung, wenn auch nicht das spannendste Leseerlebnis. Geschmackssache- Diese Art von Geschichten muss man einfach mögen...





Vielen Dank für dieses Buch an:



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