heute gibt es zum Erscheinungstag von "Ein wirklich erstaunliches Ding" meine Rezension zu dem Debüt Roman von Hank Green. Nach den bisherigen Rezensionen zu urteilen scheiden sich bei diesem Buch die Geister. Wie es mir gefallen hat erfahrt ihr jetzt. Viel Spaß! :-)

Autor: Hank Green
Verlag: Bold von dtv
Einzelband
Originaltitel: An absolutely remarkable thing
448 Seiten
Gebundene Ausgabe 22,00€ (D)
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*Dieses Buch wurden mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt natürlich meine eigene*

#shitstorm
Ein paar Klicks, ein kurzer Film, eine spontane nächtliche Aktion – und Aprils Leben steht auf dem Kopf. Eigentlich hatte sie nur eine mysteriöse, aber beeindruckende Roboter-Skulptur gefilmt und ins Netz gestellt und ihr aus Spaß den Namen CARL gegeben – nichts Besonderes eigentlich, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht, niemand weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wofür sie gut sind. April wird zur Carl-Expertin, die Medien stürzen sich auf sie, ihre Videos verbreiten sich millionenfach. Doch im Zentrum der weltweiten Hysterie erntet sie nicht nur Likes... (Quelle: Amazon.de/Februar2019).

Optisch finde ich dieses Buch sehr cool gemacht. Generell finde ich das neu gegründete Label vom dtv Verlag "Bold" eine spannende Sache, da die ersten Titel des Programms mich thematisch sowie von den Autorinnen und Autoren her sehr ansprechen. Bekannte Namen wie Colleen Hoover werden hier verlegt und die Themen treffen den Zeitgeist der Internet und Social Media Welt, kontroversen Gesellschaftsdiskussionen und jungen, neuartigen Trendthemen.
Das Buch kommt als Hardcover mit Lesebändchen in kräftigem Blau mit gelben Akzenten. Das Robotermuster ist sehr passend zur Geschichte und verleiht dem Buch ein ebenso schlichtes wie treffendes Aussehen, indem Technik und Sci-Fi einen großen Fokus einnehmen und Liebhaber von romantischen oder "typischen" Jugendgeschichten hier vielleicht erst einmal eine Leseprobe zur Hand nehmen, um zu sehen, ob die Geschichte etwas für sie sein könnte...

Wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es definitiv "anders". Ich kann diesen Roman weder einem Genre zuordnen, noch einer Altersklasse, noch einer richtigen Thematik. Ich habe mich mit Anfang zwanzig sowohl mit der zum Teil sehr jugendlichen Sprache als auch mit der Protagonistin wegen der Altersgleichheit identifizieren können, weshalb ich das Buch eher jungen Erwachsenen empfehlen würde.
Für mich beinhaltet das Buch zwei große Themenstränge. Zum einen lernen wir April vor und nach dem "großen Ereignis" kennen, weshalb man an ihr großartig beobachten kann, was die sozialen Netzwerke in Verbindung mit viel Aufmerksamkeit, Views und Klicks mit einer Person anstellen können. Es ist ein Warnschuss an alle User, doch trotz aller Followerzahlen auf dem Boden zu bleiben und sich als Mensch treu zu bleiben, statt zu einer "Marke" zu werden, wie es hier drin beschrieben wird. Obwohl diese Gefahren des Internets natürlich kein Geheimnis mehr sind, fand ich es sehr anschaulich, April bei ihrer Reise zur Berühmtheit zu begleiten und zu beobachten, wie sie sich dadurch verändert. Dabei wird die Beziehung zu ihren Millionen Fans der Beziehung zu ihren Freunden und ihrer Liebesbeziehung gegenübergestellt, was ich als sehr bezeichnend, wenn auch etwas überspitzt, empfand.

Zuerst dachte ich, entweder man liebt oder man hasst dieses Buch, doch das muss ich zurücknehmen, denn ich bin genau in der Mitte. Zum Schreibstil kann ich nur Gutes sagen, auch wenn die Sprache jugendlich ist, passt das sehr gut zu den Figuren und dem Inhalt der Geschichte. Es liest sich sehr schnell und ich konnte von Anfang an in die Geschichte eintauchen und auch wenn nicht viel passiert hing ich an den Worten des Autors, weil die ganze Zeit eine Grundspannung herrscht, was die Auflösung sein wird und wie es weitergeht, was ich für einen Debüt Roman sehr bemerkenswert fand. Die Kommentare von April aus der Zukunft haben noch ein wenig mehr Pepp und Fahrt in die Story gebracht.

Zu Maya, Andy und Co. kann ich sagen, dass mir die Figuren an sich gut gefallen haben, aber mir niemand besonders sympathisch war. Das ist mit mein größter Kritikpunkt, dass alle Charaktere außer April doch etwas blass waren und ich gerade Andy, obwohl er eine so tragende Rolle spielt, nicht greifen konnte und auch nicht wirklich emotional mit den Figuren verbunden war.
Trotz all der Fantasie des Autors muss ich aber sagen, dass hier wirklich vieles sehr abgedreht und unplausibel ist. Damit meine ich natürlich nicht das Mysterium um die Roboter, sondern einige Passagen, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte. Meine Schlagworte dazu sind Präsidentencall, Traubengelee und Traumrätsel. Mit Spoilerwarnungen können wird uns auch darüber gerne austauschen.
Das Ende hat mir gut gefallen, weil es ziemlich abgeschlossen war und nur wenige Fragen unbeantwortet blieben. Gerade zum Ende hin ging die Spannungskurve nochmal ordentlich nach oben und so freaky der Inhalt dieses Buches auch ist, er ist auch verdammt spannend.

Alles Liebe

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!
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