Montag, 1. Oktober 2012

[Autoreninterview] mit Isabel Abedi

Hallo Ihr Lieben,

Das heutige Autoreninterview liegt mir ganz besonders am Herzen.
Schon mit 9 Jahren las ich ihre ersten Bücher und war von jedem ihrer Werke mehr als begeistert.
Ihre Bücher wie die "Lola- Reihe", "Whisper", "Imago", Lucian" und viele weitere kennt Ihr bestimmt auch.  und nun durften wir der Autorin selbst ein paar Fragen stellen!


© Hergen Schimpf


Hier erstmal ein paar allgemeine Infos zur Autorin:

Isabel Abedi wurde 1967 in München geboren und ist in Düsseldorf aufgewachsen. Nach ihrem Abitur verbrachte sie ein Jahr in Los Angeles als Aupairmädchen und Praktikantin in einer Filmproduktion und ließ sich anschließend in Hamburg zur Werbetexterin ausbilden. In diesem Beruf hat sie dreizehn Jahre lang gearbeitet. Abends am eigenen Schreibtisch schrieb sie Geschichten für Kinder und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Dieser Traum hat sich erfüllt. Inzwischen ist Isabel Abedi Kinderbuchautorin aus Leidenschaft. Isabel Abedi lebt heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Hamburg.
(Quelle: Isabel Abedi auf Amazon.de)


Unser Interview mit Autorin Isabel Abedi:


Liebe Frau Abedi,
Ich danke Ihnen, dass Sie sich Zeit für meine Fragen nehmen. Es gibt vieles, was ich und bestimmt auch meine Leserinnen und Leser gerne über Sie erfahren würden.

Ich bedanke mich zurück. Euer Blog gefällt mir richtig gut, die Rezensionen zu meinen Büchern fand ich superschön und euer Interesse freut mich natürlich auch.

Haben Sie neben Ihrem Beruf noch Zeit für Reisen und welches Land bereisen Sie am liebsten?

Als Schriftstellerin habe ich das Glück, dass Reisen auch ein Teil meines Berufes sind. Meine Lesungen haben mich an viele Orte in Deutschland geführt, die ich sonst wahrscheinlich nicht entdeckt hätte. Ravensburg und Tübingen gehören zu den Städten, in die ich immer wieder gern zurückkehre.

Die Recherchen für meinen Jugendroman Isola und den 6. Band der Lola-Serie haben mir neue Seiten der brasilianischen Heimat meines Mannes gezeigt. Am besten hat es mir auf der kleinen Insel Morro de São Paulo gefallen, wo Lola im Buch ihre brasilianische Familie kennenlernt. Die Pousada Colibri war das Vorbild für den Schauplatz, erste Ideen habe ich dort auch schon aufgeschrieben und mittlerweile bekomme ich sogar Mails von Lola-Lesern, die dort ihre Ferien verbracht haben. Ich möchte auf alle Fälle wieder dort hin und auf meiner Website bekommt man einen kleinen Eindruck

Eine zweite Heimat, zu er mich die Sehnsucht immer wieder zurückruft, ist für mich Los Angeles, wo ich als junges Mädchen eine Weile gelebt habe. In einem kleinen Haus am Strand von Venice Beach habe ich im Frühling 2009 den letzten Teil von Lucian geschrieben und mich in diesem Sommer auch für meinen neuen Roman noch einmal dort auf Spurensuche begeben. Die Stadt fasziniert mich, weil sie so viele Gesichter hat. Sie verbindet mich aber auch mit einem wichtigen Teil meiner Jugend und ich habe noch heute enge Freunde dort.

Mein Lieblingsort in Europa ist die Toskana, wo wir in der Nähe von Siena viele Sommer auf einem alten toskanischen Landhof verbracht haben, dessen Besitzer ebenfalls gute Freude von uns geworden sind.

Ich bereise am liebsten die Länder, in denen mir ein Haus, ein Ort und vor allem die Menschen das Gefühl geben, dass ich mich auch in der Fremde ein Stück zu Hause fühle.

„Lola“ ist nun schon unterwegs in ihrem 8. Abenteuer. Für viele ist sie regelrecht eine Freundin, die mit ihnen aufwächst, so bin auch ich mit ihr groß geworden. Wissen Sie schon, wie alt sie werden soll und wann Schluss mit ihren Träumen ist?

Mich macht das immer richtig glücklich, wenn mir Mädchen in eurem Alter erzählen, dass sie mit Lola groß geworden sind. Für mich ist das ehrlich gesagt dann auch immer ein bisschen wie ein Traum – so etwas hätte ich mir in schlaflosen Nächten bestimmt nicht vorstellen können, obwohl ich das Gefühl ja selbst von Buchfiguren kenne, die mich durch meine Kindheit begleitet haben. Und mit Lola bin – im literarischen Sinne – ja auch ich groß geworden, denn als ich vor zehn Jahren ihren ersten Band schrieb, stand ich als Schriftstellerin noch ganz am Anfang.

Bis jetzt ist Lola zum Glück immer wieder zu mir zurückgekommen und so lange sie mir ihre Geschichten und Träume noch ins Ohr flüstert, werde ich versuchen, sie aufzuschreiben. Wie alt Lola darüber wird, entscheidet sie selbst. Aber wer Lola als nächstes in ihrer Phantasie sein möchte, hat sie mir bereits verraten – und ich weiß auch schon, was im nächsten Band in Lolas wirklichem Leben passieren soll.

Jetzt bin natürlich erstmal gespannt wie den Leserinnen der 8. Band gefällt, der im Oktober erscheint. Da hat Lola zu Anfang der Geschichte tatsächlich Angst, dass Schluss mit ihrer Träumerei ist. Sie leidet – wie ihre dreijährige Tante Lisbeth ihr erklärt: an einer Identitätskrise J und wer Lust hat, kann ja mal in die Leseprobe reinschnuppern:
http://www.lola-club.de/

Auch Ihre Jugendromane wie „Isola“ und „Whisper“ begeistern hunderte Mädchen und Jungen. Sind in dieser Altersklasse weitere Werke geplant? Vielleicht sogar Fortsetzungen eines Ihrer Bücher?

Imago, Whisper, Isola und Lucian sind für mich abgeschlossene Geschichten – auch wenn sie ein offenes Ende haben. Da überlasse ich es lieber der Phantasie der Leser, wie es mit den Figuren weitergeht.


An einem neuen Jugendroman arbeite ich schon seit einer Weile. Er spielt in Los Angeles und Oregon. Die Protagonistin ist neunzehn Jahre alt, wird aber durch eine erschreckende Begegnung gezwungen sich mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren. Mehr möchte ich über den Inhalt noch nicht verraten, hoffe aber natürlich, dass die Leser/innen meiner bisherigen Jugendromane auch dieses Buch mögen werden.

Vermutlich haben Sie größtenteils Leserinnen, sicher nicht zuletzt durch Ihre häufig weiblichen Hauptpersonen. Bekommen Sie auch häufig Resonanz von männlichen Lesern?

Leserinnen schreiben mir zahlreicher als Leser – aber ich habe auch wunderschöne Emails und Briefe von männlichen Lesern bekommen. Einen meiner Lieblingsbriefe schrieb mir der Vater eines Mädchens zu meinem ersten Roman Imago. Er schrieb, es sei ein Buch, das alle Väter lesen sollten – und das hat mich sehr berührt, denn damit hat er in das Herz meiner Geschichte geschaut.

Wie haben Sie einen Verlag für Ihre Bücher gefunden und was empfehlen Sie freien Schriftstellern mit einer Idee in der Tasche?

Ich habe mir damals eine Literaturagentin gesucht, der meine Texte und Ideen gefallen haben und mit ihrer Hilfe fand ich meine ersten Verlage. Ich würde freien Schriftstellern ebenfalls den Weg über eine Literaturagentur empfehlen – allerdings muss eine Idee da schon zu einem Manuskript heran gereift sein. Wer wissen möchte wie aus einer Idee eine Geschichte wird, findet guten Rat in den Büchern von Sylvia Englert, die ich auch auf meiner Website unter „Tipps für alle, die gern schreiben“ erwähne: http://www.isabel-abedi.de/eure_fragen.php

Könnten Sie sich vorstellen, einmal vom Genre der Kinder- und Jugendbücher in eine völlig andere Richtung zu gehen? Vielleicht einen Thriller für Erwachsene oder ähnliches…

Ich bin im Rahmen der Kinder- und Jugendliteratur ja bereits in verschiedene Richtungen und Genres gewandert. Deshalb ist für mich eigentlich jedes Buch eine neue Richtung. Allerdings denke ich nie darüber nach für wen ich ein Buch schreibe. Es interessiert mich vielmehr von wem meine Geschichte handelt. Und wenn das Buch fertig ist, freue ich mich über jeden Leser, dem es gefällt.

Ich wünsche mir manchmal, dass die Schubladen, in die Bücher von Verlagen, Buchhändlern oder der Presse gesteckt werden, sich öffnen könnten. Sicher ist die Geschichte eines Serienkillers keine empfehlenswerte Lektüre für Grundschüler – aber ich kenne umgekehrt zahlreiche Mütter oder Väter, die ihren Kindern die Lolabücher oder die Jugendromane „geklaut“ haben. Und ich lese selbst leidenschaftlich gerne Kinder- und Jugendbücher obwohl ich längst erwachsen bin.

Wovon lassen Sie sich bei Werken wie „Lucian“ oder „Imago“ inspirieren? Haben Sie einen Draht zu Fantastischem oder Spirituellem?

Ich bin fasziniert von der Vorstellung, dass es in unserer Wirklichkeit oder dem, was wir „Realität“ nennen, Dinge gibt, die sich unser Verstand nicht erklären kann. Das allein reicht als Handlungsquelle für einen Roman aber natürlich nicht aus. Bei mir sind es immer die Figuren, die mich inspirieren. Das Mädchen, das ihren Vater nicht kennt, der Junge ohne Erinnerungen, der vielleicht kein Mensch ist oder der Geist eines Mädchens, das auf dem Dachboden eines alten Hauses ermordet wurde. Irgendwann sind diese Figuren plötzlich in meinem Kopf und flüstern mir zu: Hier bin ich, höre mir zu, lerne mich kennen, erzähle meine Geschichte... und weil in der Phantasie alles möglich ist, öffnen sich dabei auch manchmal Türen in andere Welten oder ins Jenseits.

Haben Sie Mitspracherecht bei der äußeren Gestaltung Ihrer Bücher oder entwerfen Sie die Cover sogar mit?

Die Titelvorschläge zu den Romanen und Kinderbüchern kommen meistens von mir. Manchmal habe ich auch eine Idee für eine graphische Gestaltung, aber das Entwerfen überlasse ich den Grafikern oder Illustratoren, mit denen dann auch der Verlag zusammenarbeitet. Die Cover meiner Bücher sind immer in enger Absprache mit meinen Verlagen entstanden, die mich in alle Entscheidungsprozesse mit einbeziehen.


Ich danke Ihnen herzlich für dieses Interview!

Sehr gerne – mir haben die Fragen gut gefallen!

Herzliche Grüße auch an die Leserinnen und Leser Eures Blogs
von Isabel Abedi

Mehr Infos unter:


Kommentare:

  1. Tolles Interview!Oh Gott ich liebe die Lola Bücher noch immer!Ich habe noch immer nicht Whisper oder Isola gelesen.Erst mal kommt Daughter of Smoke and Bone dran,danach Arkadien fällt und dann kommt entweder Whisper oder Isola dran.Ihr könnt auf meiner Seite abstimmen,wenn ihr wollt.

    LG May <3

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  2. Mit Lola bin ich auch groß geworden ;) Ich habe die Bücher zwar nie in meinem Regal stehen gehabt, aber eine Freundin von mir, war so nett und hat mir ihre Bücher geliegen, sobald sie mit dem neu erschienen durch war :D Und Lucian und Isola habe ich auch sehr gerne gelesen. Irgendwann möchte ich auch mal in die Welt von Whisper und Imago eintauchen ;)
    Jedenfalls super Interview!


    Ohne neue Bücher geht es definitiv nicht. Das Problem ist nur, dass ich bis jetzt noch kein passendes fliegendes Regal entdeckt habe :D Du vielleicht?
    Das "City of Bones" verfilmt wird, habe ich auch schon mitbekommen. Bis dahin möchte ich das Buch auf jeden Fall gelesen haben :)

    lg Filo

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  3. Bis zur Erscheinung vom Film müsste ich es definitiv schaffen :D Ist ja nicht so, als würde ich bloß ein Wort pro Tag lesen :P

    Die Marktlücke sollten wir schleunigst schließen ;) Am Besten wir machen uns gleich mal auf die Suche nach einer Produktionsstätte und dann geht es mit den Marketingstrategien los :D

    lg Filo <3

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  4. Oh ja, das machen wir :D
    Ich sehe die Schlagzeilen in der Zeitung schon vor mir ;)

    Die Uhr und die kostenlose Neuerscheinungen war noch eine geniale Erweiterung von dir für unser Paket :D Jetzt kann ja praktisch nichts mehr schiefgehen -.-

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  5. G-e-n-i-a-l-e-s Interview! Wirklich toll geworden! Interessante Fragen und ebensolche Antworten.
    Ich freue mich auch, zu hören, dass die Autoren eben doch manchmal bei den Covern mitmischen können. Sonst hört man da meistens das Gegenteilige.
    Und die Cover zu Abedis Büchern sind auch wirklich schön. Besonders.

    Wann kommt das nächste? Ich bin wirklich schon tierisch gespannt darauf! >.<

    LG!

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    1. Danke! :)

      Auf das neue Buch bin ich auch schon super gespannt!
      Mal sehen wann es rauskommt...

      Liebe Grüße

      Fina

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  6. Wow, ich komme erst jetzt dazu, dieses Interview zu lesen, und es ist klasse!
    Eure/Deine(?) Fragen gefallen mir super und ihre Antworten sind so toll <3
    Wie seid ihr denn zu dem Interview gekommen? Habt ihr Isabel Abedi einfach angeschrieben?

    Wenn ihr öfter solche Interviews machen würdet, fände ich das klasse!

    Liebe Grüße ;)
    Charlie

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    1. Jap, den habe ich zuerst gesehen ^^ Der ist klasse und für eine Buchverfilmung erstaunlich gut!

      Das mit den Autoreninterviews ist eine echt tolle Idee!

      Naja, ich will Olivia ja nicht beleidigen, falls sie dann doch mal etwas schreibt und ich immer noch denke, dass du es bist :D

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    2. Waaas, du hast den als Leseexemplar bekommen? Ich will auch!!! Hast du einfach den Verlag angeschrieben?

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    3. Achso ^^
      Schade :( Aber vielleicht versuche ich es trotzdem mal, oder bei einem anderen Buch von meiner WuLi ;)
      Schreibt man dann die Verlage einfach so an? Ich hab damit noch keinerlei Erfahrungen :D

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Ich freue mich sehr über Deine Meinung :)