Dienstag, 16. Oktober 2012

[Rezension] Der letzte Engel von Zoran Drvenkar

Titel: Der letzte Engel
Autor: Zoran Drvenkar
Gebundene Ausgabe
Verlag: cbj
Seitenzahl: 432
Teil einer Reihe: Ja, 1. Band einer Reihe
Genre: Kinder-/ Jugendbuch
Empfohlenes Alter: 14-17
Preis/ neu: 16,99 Euro (D)

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Motte ist sechzehn Jahre alt, als der Tod an seinem Fenster kratzt. An einem harmlosen Wochenende kurz nach Mitternacht bekommt er eine anonyme E-Mail:

sorry für die schlechte nachricht
aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
wir wollten nur, dass du das weißt

Mieser Scherz, denkt Motte, wird aber dennoch ein wenig nervös und beschließt, die Nacht durchzumachen. Natürlich schläft er ein und natürlich wacht er auf - und fühlt sich wie immer.

Bis darauf, dass sein Herz nicht mehr schlägt. Und dann sind da noch diese zwei Flügel auf seinem Rücken ...


Das Cover gefällt mir bei diesem Buch sehr gut! Durch die schwarz- weiße Abbildung kommt die düstere, geheimnisvolle Spannung des Buches bestens rüber. Die Hand mit den Federn passt natürlich äußerst gut zum Inhalt und das Rot des Autorennamens wird deutlich hervorgehoben. Ein durchaus ansprechende Gestaltung, die die Handlung passend unterstreicht.


Diesen finde ich bei diesem Werk auf der einen Seite sehr gelungen, auf der anderen hatte ich aber auch so einige Probleme damit. Zoran Drvenkar hat einen unglaublich abwechslungsreichen Stil, bei dem von einer Minute auf die andere Ort, Erzähler und Perspektive gewechselt haben können. Dadurch wird man natürlich überrascht, aber es stiftete, zumindest bei mir, häufig Verwirrung. Die vielen bekannte "Du"- Perspektive des Autors trifft man auch hier an einigen Stellen an und ich werde dadurch eher aus der Geschichte geworfen als mich angesprochen zu fühlen. An sich sehr interessant und individuell, trotzdem ein wenig zu rasant und wechselhaft.


Inhalt/ Thema:

Der Klappentext klingt vielversprechend. Was hat es mit dieser geheimnisvollen Nachricht auf sich?
Und wieso wird Motte zum Engel?
Diese Antworten bekommen wir nach und nach aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Einmal gibt es die Brüderschaft. Eine tödliche Organisation mit einem Ziel: Die Engel töten!
Die Gegenpartei ist die sogenannte Familie. Sie wollen die Engel bewahren und schützen.
Ein bitterer Kampf beginnt, der nicht zuletzt für Motte schwerwiegende Folgen hat...

Idee/ Umsetzung:

Wer wird bei diesem Klappentext nicht neugierig gemacht?
Ein neuartiges Thema, über welches ich bisher noch nichts lesen konnte und somit frischen Wind in mein Lesewelt wehte. Ein fantastischer Thriller mit dementsprechend auch blutigen Szenen und fantastischen Wesen. Die Mischung finde ich sowaohl gewagt als auch äußerst interessant. Diese Paarung findet man seltener vor und deshalb wurde ich von dem Buch auch so angezogen.
Von der Umsetzung hätte ich ein bisschen mehr erwartet. Mich stört vor allem der Aspekt, dass sich die meisten Seiten des Buches nicht um Motte drehen. Viel mehr rückt der Kampf zwischen Familie und Bruderschaft in den Vordergrund, was nicht unbedingt schlecht ist, nur durch den Klappentext hätte ich mir ein bisschen mehr Motte gewünscht. Ansonsten bekommt man aber definitiv eine spannende Geschichte mit Engeln gepaart mit Thrillerelementen.

Charaktere:

In einem Buch kann man die Charaktere beinahe an einer Hand abzählen. Bei diesem hier bräuchte ich bestimmt zehn. Es gibt unwahrscheinlich viele Figuren. Neben Motte, seinem Freund Lars und anderen Personen ihres Umfelds gehören auch sehr viele Charaktere jeweils der Familie oder der Bruderschaft an. Man bekommt auch von jeder Figur vieles mit, da die Hauptperson in jedem Kapitel eine andere ist. Man lernt Anführer der Gruppen kennen, verschiedene Mitglieder und ähnliche Gestalten. Außerdem gibt es neben Motte und den beiden Gruppen auch noch Esko und Mona, welche eine besondere Rolle einnehmen und alle Stränge am Ende ein ganzes ergeben. 
Durch die ständig wechselnde Hauptperson hat man zwar immer deren Gefühle und Gedanken wahrnehmen können, dies aber nie für einen längeren Zeitraum. Trat die Person ein weiteres Mal auf, hatte man die vorhergehende Handlung wieder aus dem Blick verloren. Dadurch war es etwas schwierig zu folgen und es gab auch die ein oder andere Verwirrung bezüglich der Haltung. War das jetzt ein Mitglied der Famlie oder gehörte die Figur der Brüderschaft an? Diese Frage stellte ich mir nicht nur einmal, was aber auch an meinem Gedächtnis liegen kann! ;-)

Sonstiges:

Die Sprunghaftigkeit führte der Autor auch bei den Zeiten weiter. War man eben noch im 19. Jahrhundert, so stand man plötzlich wieder mit Motte im 21. Gleichzietig erfuhr man etwas über die Historie und Erlebnisse der Familie und über ihre Machenschaften in der jetzigen Zeit. Außerdem besucht man verschiedene Länder und erlebt dadurch auch noch eine kleine Reise mit der Zeit, durch die Länder und lernt verschieden Sichten auf die Dinge.

Ende:

Widererwartend handelt es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Reihe, welche sich um die Engel dreht. Somit war das Ende relativ offen gehalten und viele Fragen dürfen ihre Antworten bestimmt erst in Band 2 finden. Trotzdem kann ich mit dem Ende erst einmal gut leben und fühle mich nicht völlig allein gelassen.



Ein Jugendthriller mit einem neuartigen Thema und fantastischen Elementen.
Mir haben die wechselnden Perspektiven, Personen und Zeiten ein paar Schwierigkeiten beim Verständnis beschert und ich musste mich sehr konzentrieren, um folgen zu können. Trotzdem ist die Geschichte gerade im Kern vielversprechend und bietet durch den Mix aus Fantasy und Thriller etwas besonderes. Wenn man sich auf eine Geschichte einlassen möchte, die nicht zu spannend und ein bisschen verwirrrend sowie butal sein darf, so kann "Der letzte Engel" genau die richtige Wahl sein und einen in eine völlig neue Welt entführen. Von mir 3 von 5 Drachen!




Ein ganz großes Dankeschön für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares an:



Trailer zum Buch:





Weitere Werke des Autors:

   

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, die ich so nur unterschreiben kann! ;) Das Buch bekommt von mir auch drei Punkte. Mehr ist nicht drin...
    Aber eine Erfahrung war es wert, was? ;)
    liebe Grüße
    Cadiz♥

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  2. Eure Blogvorstellung ist drinne ;)
    http://mays-reviews.blogspot.de/2012/10/blogvorstellung-buchlabyrinth.html

    Liebste Grüße May

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Ich freue mich sehr über Deine Meinung :)