Mittwoch, 24. Februar 2016

[Rezension] Walled City von Ryan Graudin

Autor: Ryan Graudin
Gebundene Ausgabe
Originaltitel: The Walled City
Seitenzahl: 432 Seiten
Teil einer Reihe? Ein Einzelband.
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: 15-17 Jahre
Themen: Gewalt, Trauer, Kampf, Überleben, Rettung, Freundschaft
Preis: 16,99€ (D)                                  Kaufen?                                                                                                                                                     

JIN schlägt sich als Junge verkleidet durch die ummauerte Stadt Hak Nam. Sie muss ihre Schwester Mei Yee finden, die von der Bruderschaft des Roten Drachen gefangen gehalten wird.

MEI YEE befindet sich in der Hand des schrecklichen Longwai, des Anführers der Bruderschaft. Eines Tages steht der fremde Junge Dai vor ihrem Fenster und verspricht ihr, sie zu befreien.

DAI stammt aus reichen Verhältnissen, muss Longwai jedoch innerhalb von 18 Tagen das Handwerk legen, wenn er selbst dem Gefängnis entkommen will. Dafür braucht er Mei Yee. Und Jin.

Gemeinsam stellen sich die drei Jugendlichen der schier übermächtigen Bruderschaft des Roten Drachen. Doch die Zeit läuft ... (Quelle: Amazon.de)

Man kann absolut nicht bestreiten, dass einem dieser Flammenkranz direkt ins Aue sticht. Doch Vielleser werden hier gleich auf eine ganz entscheidene Fährte gelockt: "Die Bestimmung". Und dieses Buch mit der Reihe von Veronica Ross in Verbindung zu sehen, ist einfach nur irreführend. Es handelt sich hier um eine Geschichte mit wahrem Kern, die sich wie ein Thriller liest- mit Dystopie hat das hier wenig zu tun, hat mich aber sofort auf den Holzweg geführt. Wegen dieser unpassenden Ähnlichkeit bin ich von den anderssprachigen Covern etwas mehr angetan. Diese kommen schlicht daher, aber haben Wirkung und passen durch symbolische Objekte auch zum Teil wunderbar zum Inhalt. Von daher kann ich dem Deutschen Cover leider nicht so ein riesiges Lob aussprechen.


Ryan Graudin war mir bisher absolut kein Begriff und auch das Buch wurde meines Wissens nach nicht unbedingt gehypt. Umso überraschter war ich, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten, beim Reinkommen in die Geschichte, unheimlich viel Spannung aufkam und diese auch kontinuierlich anstieg. Soviel Action in einem beinahe gehetzten Schreibstil habe ich selten erlebt und war absolut geflasht von der Dynamik dieses Autors. Auf jeden Fall etwas für Leser, die langweilige Szenen und öde Dialoge hinter sich lassen wollen, und beim Lesen schwitzige Hände bekommen möchten.


Wenn man den Klappentext liest, so erfährt man schon viel über Gewalt, Zerstörung und Elend. Und davon ist dieses Buch auch durchzogen und gezeichnet. Vielleicht deshalb auch nicht gerade etwa für seichte Gemüter, denn mich faszinierte beim Lesen vor allem die Intensität der Szenerie, da einem oft der Atem stockt und man so viel Leid und Hass selten erlebt hat. Mit einer sehr authentischen, wie erschreckenden Brutalität und dennoch viel Gefühl- hier ist vor allem von Angst die Rede- hat mich der Autor mit der Geschichte komplett in seinen Bann gezogen.

Die ersten Seiten hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Namen- ich habe zuvor kein Buch mit asiatischen Namen gelesen und konnte sie mir dementsprechend zu Anfang schlecht merken, was meinen Lesefluss ins Stocken geraten ließ. Doch nach 50 Seiten, war ich mitten drin im Geschehen und absolut begeistert.

Wenn man weiß, dass die Geschichte ein historisches Vorbild hat, so liest sich die Geschichte noch einmal mit ganz anderen Augen und Emotionen. Es wurde, nach meinen Quellen, keine Verbindung zu realen Personen oder Schicksalen geschaffen, aber die Szenerie ist keinesfalls aus der Luft gegriffen. Hat man diese Informationen, kann das hier nur zu einem Leseerlebnis werden, das unter die Haut geht.

Auch die Figuren sind absolut authentisch, lebensnah und ich voller Mitleid für ihre furchtbaren Schicksale. Ich möchte gar nicht allzu viel über sie verraten, weil sie selbst ihre eigene Geschichte am besten berichten können- mit all der Gewalt, dem Kampf und dem Mut, den sie nie zu verlieren scheinen. Zudem fand ich es sehr gut und schlau, wie der Autor die Schicksale und Geschichten der drei Protagonisten hier zu einer gesamten Story verwebt. So wird das ganze immer mehr eins und wir bekommen ein gelungenes Ende, das genauso ist, wie der Rest des Buches. Überraschend, emotional, spannend und sehr gut durchdacht.

The Walled City (Indigo Special Edition)

Ich habe nicht allzu große Erwartungen an dieses Buch gehabt und wurde unheimlich überrascht. Wer sich diesen absoluten Geheimtipp in die Leselotte steckt, der kommt aus dem Staunen und Mitfiebern gar nicht mehr heraus. Dieses Buch kann man einfach nur wie der Blitz verschlingen und ich hoffe, dass euch meine Rezension neugierig gemacht habt. Wem der Klappentext gefällt und gerne actionreiche, spannende und, für ein Jugendbuch, relativ gewalthaltige Lektüre zur Hand nimmt, der ist willkommen in "Walled City"!




1 Kommentar:

  1. Eine wirklich tolle Rezension und deine Begeisterung für das Buch kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich es gelesen und ebenfalls sehr überrascht war.
    Liebe Grüße,
    Hibi

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