Donnerstag, 10. März 2016

[Rezension] Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance von Estelle Laure

Autorin: Estelle Laure
Verlag: KJB
Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 256 Seiten
Teil einer Reihe? Ein Einzelband.
Genre: Jugendroman
Originaltitel: This Raging Light
Empfohlenes Alter: 14-16 Jahre
Themen: Erwachsen werden, Geschwisterliebe, Freundschaft, Selbstfindung, Liebe, Problembewältigung

Preis: 14,99€ (D)

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»In der perfekten Kino-Version meines Lebens wäre das der Moment, in dem er mich umdreht und küsst. Aber Digby hat eine Freundin. Ein Mädchen, das er liebt. Ein Mädchen, das nicht ich bin.«
Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance.
Ein entwaffnend ehrlicher und hoffnungsvoller Roman über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und die wunderbare Erfahrung, niemals so allein zu sein, wie man sich fühlt. (Quelle: Amazon.de)




Mich hat dieses süße Cover sofort erreicht. Quietschbunt und sehr lebendig verspricht es jedoch eine etwas fröhlichere und lustigere Geschichte, was nicht ganz dem Inhalt entspricht. Neben aller Freude gibt es auch jede Menge Melancholie und Trauer in diesem Jugendbuch. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass die Vielfarbigkeit eine Anspielung auf Lucilles Malerei ist und deshalb finde ich es auch dennoch treffend gewählt. Ich mag das deutsche Exemplar sehr, kann aber auch dem Original durchaus was abgewinnen. Hierbei gibt es nichts zu meckern!



Ich habe bisher nichts aus der Feder der Autorin gelesen, obwohl ich auch gestehen muss, dass ich gar nichts über Estelle Laure weiß- ist das hier etwa ihr Debüt? Jedenfalls konnte ich mich fix einlesen in ihren Schreibstil und dieser ist ganz flüssig und optimal für junge Leser gestaltet. Es gibt sehr schöne Vergleiche und Metaphern, bildhafte Beschreibungen und witzige Dialoge. Es herrscht ein gutes Gleichgewicht zwischen ernsten Passagen, Trauer und Zweifeln, sowie lockeren und aufmunternden Worten. Für ein Jugendbuch ist das genau die richtige Sprache, die sich schnell weglesen lässt, und dabei ohne komplizierte Worte begeistern kann.



Und plötzlich ist die verschwunden. Eines morgens wacht Lucille auf und eine ihrer bösen Vermutungen ist wahr geworden- überfordert von allem hat sich ihre Mutter aus dem Staub gemacht. Zurückbleiben Lucille, Wren und jede Menge Probleme. Nicht nur die ständigen Nachfragen treiben Lucille in den Wahnsinn, auch finanziell wird es immer enger. Zwischen Existenznot und verwirrenden Gefühlen für den Freund aus Kindertagen, muss Lucille ganz schnell erwachsen werden...



Geschichten dieser Art habe ich schon einige Male zur Hand genommen, weil es mich sehr berührt, großes Mitleid schürt, und doch immer eine hoffnungsvolle Botschaft in sich trägt. Bei diesem Werk mochte ich die Atmosphäre des Buches sehr und konnte mich mit der gesamten Lage identifizieren, auch, wenn ich solch eine Situation noch nie erlebt habe- ich war hautnah dabei. Durch die knapp bemessene Seitenzahl von gerade Mal 250 Seiten ist die Geschichte natürlich eher kurz gehalten, dennoch kommen Emotionen nicht zu kurz. Besonders interessiert habe ich mich für die Familiensituation und wie wunderbar Lucille die Situation meistert. Vor allem Wrenny habe ich so ins Herz geschlossen, und auch Eden halte ich für einen ganz wundervollen Charakter. Natürlich wird alles recht kurz gehalten, aber dennoch ist alles wichtige drin, und es bleibt gar kein Platz für unnötiges Geschwafel oder langwierige Beschreibungen. 

Was ist leider nicht so gut fand, war die Liebesgeschichte im allgemeinen. Digby an sich war ein guter Charakter, aber ich fand die Liebelei etwas fehl am Platz und wegen der begrenzten Seiten auch eher nebensächlich und oberflächlich, was sehr schade ist. Es gibt viele gute Ansätze und auch durchaus gefühlvolle Passagen, doch insgesamt war dies für mich das schwächste Glied in der Geschichte. Teilweise kam es mir vor, als würde diese Lovestory nur gebracht werden, weil in jedem Jugendbuchroman eine solche Liebe zwischen Jugendlichen Thema ist. Hier eher nebensächlich und auch gar nicht das Sahnebonbon- lieber die Atmosphäre genießen!

Das Ende des Buches fand ich sehr schön gewählt. Ich war überrascht, froh und berührt. Voller Hoffnung bin ich aus der Geschichte widerwillig herausgekrochen und auch, wenn man nur einen schönen Satz oder eine kleine Botschaft zwischen den Zeilen mitnimmt: Dieses Buch hat sehr viel zu bieten- allem voran eine unterhaltsame Jugendgeschichte.


Wer zu diesem Buch von der Autorin Estelle Laure greift, bekommt einiges geboten. Einige wirklich liebenswerte Figuren, jede Menge Gefühl und einfach einige tolle Lesestunden für jede Jahreszeit. Es erwartet euch eine süße Jugendstory, wobei die Liebesgeschichte sehr in den Hintergrund rückte. Doch wer bei der Kurzbeschreibung (oder auch beim wunderschönen Cover) leuchtende Augen bekommen, sollte nicht scheuen, diese kurze Büchlein zu verschlingen.








1 Kommentar:

  1. Hallo Fina!
    Mich interessiert dieses Buch sehr! Ich finde allerdings, dass manche Bücher besser ohne Lovestory auskommen. Das ist gar nicht immer nötig und oft total überflüssig. Eine strake, anspruchsvolle Geschichte braucht das nicht! Trotzdem möchte ich dieses Buch nach wie vor lesen.
    Liebe Grüße
    Kathi

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